zur Navigation springen

Fussball-Kreisliga : „Die Interessengemeinschaft ist vorbei“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schinkels Trainer Lars Dubau erklärt im Interview, wie sich seine Mannschaft nach der Winterpause verändert hat, und was er über die Aufstiegskonkurrenz denkt.

von
erstellt am 24.Apr.2014 | 06:00 Uhr

In der Fußball-Kreisliga startet der Endspurt um die Meisterschaft und damit auch um den Aufstieg. Nach sechs Siegen in Serie hat der 1. FC Schinkel seine Ambitionen zuletzt eindrucksvoll untermauert. Am Sonnabend kommt es zum absoluten Topspiel gegen Tabellenführer Rotenhof. Vorher sprach die EZ mit FC-Trainer Lars Dubau über sein Team, den Titelkampf und die Kontrahenten.

 

Herr Dubau, zuletzt gelangen ihrem Team sechs Siege in Serie. Was hat sich gegenüber der Hinrunde verändert?

Lars Dubau (44): Wir haben es geschafft, ein Team zu werden. Das war in der Vorrunde nicht der Fall.

 

Wieso nicht?

Dubau: In der Vorrunde waren wir eine Interessengemeinschaft und keine Mannschaft. Jeder hatte zwar für sich persönlich das Interesse in der Startaufstellung zu stehen, und zum Spieltag kamen dann alle aus ihren kleinen Grüppchen zusammen um das Spiel zu gewinnen. Persönliche Interessen standen aber bei vielen im Vordergrund. Das haben wir aber im Winter – auch durch eine größere Personalfluktuation – in den Griff bekommen. Das ist vorbei.

 

Was genau haben Sie der Mannschaft gesagt, dass es jetzt so rund läuft?

Dubau: Wir haben uns nach dem 1:1 in Osdorf zusammengesetzt, auch mit dem Vorstand, und gesagt, dass wir jetzt eine vernünftige Mannschaft zusammenstellen, die, wenn es nicht in dieser Saison mit dem Aufstieg klappt, ein Jahr später angreifen kann. Es klingt zwar immer abgedroschen, aber dieses reine von Spiel zu Spiel denken, hat viel Druck von der Mannschaft genommen. Wobei wir natürlich schon den Willen haben, in die Verbandsliga aufsteigen. Etwas anderes würde uns ja auch keiner glauben. Nur wäre es eben auch nicht so schlimm, wenn wir es nicht schaffen.

 

Welche Rolle spielt Winterneuzugang Michael Kaiser, der aus der SH-Liga kam, und nun schon sechs Tore erzielt hat?

Dubau: Dass er trifft, ist natürlich kein Zufall, aber eigentlich ist er zu uns als defensiver Mittelfeldspieler gekommen. Erst nachdem sich Enis Hodaj in Osdorf verletzt hatte, haben wir Michael in den Sturm gestellt. Das hat er in der Jugend auch mal gespielt.

 

Kaiser schießt nicht nur Tore, er bringt als langjähriger SH-Ligaspieler sicher auch viel Erfahrung mit. Welche Rolle hat er im Team?

Dubau: Er ist ein sehr ruhiger und besonnener Mensch. Er ist der ruhende Pol der Mannschaft, der aufgrund seiner sportlichen Vergangenheit natürlich eine große Akzeptanz im Team hat. Das er uns sportlich weiter bringt war mir klar, aber er hat sich eben auch menschlich als absoluter Gewinn herausgestellt. Wobei ich hier auch noch Enis Hodaj erwähnen muss, der in Kiel vielleicht nicht den besten Ruf hat. Auch er verhält sich total vorbildlich bei uns.

 

Ist ein Spieler wie Michael Kaiser in der Kreisliga nicht verschenkt oder zumindest unterfordert?

Dubau: Verschenkt sicher nicht, da wir zusammen ein Ziel haben. Er möchte in Schinkel etwas mit aufbauen. Natürlich soll das nicht dauerhaft in der Kreisliga passieren. Für Michael ist es zudem ja auch eine Chance sich als Fußballer und Mensch bei uns weiterzuentwickeln. Hier hat er die Möglichkeit und die Aufgabe eine Mannschaft zu führen. Das Zeug dazu hat er.

 

Sprechen wir über die Meisterschaft: Ist ein Zweikampf mit Rotenhof um den Titel zu erwarten?

Dubau: Nein, Osterby liegt nur drei Punkte zurück. Rotenhof spielt heute in Audorf und Sonnabend bei uns. Insofern bleiben definitiv Punkte liegen und Osterby ist wieder dran.

 

Was macht Osterby, die ja in der vergangenen Saison fast abgestiegen wären, diese Saison so stark?

Dubau: Sie sind immer in der Lage viele Tore zu schießen. Das kann am Ende noch den Ausschlag geben. Die sind auf jeden Fall bis zum Schluss vorne dabei.

 

Und was zeichnet den Tabellenführer aus Rotenhof, ihren kommenden Gegner am Sonnabend, aus?

Dubau: Als absolute Stärke sehe ich die mannschaftliche Geschlossenheit. Dazu haben sie mit Robin Grell von Borussia 93 noch einen Toptorjäger geholt. Insgesamt sind sie in der Offensive sehr gefährlich.

 

Muss es dementsprechend das Ziel des 1. FC Schinkel sein, Rotenhof in der Defensive zu beschäftigen?

Dubau: Im Hinspiel konnten wir sie mehrfach überraschen. Ich denke aber, dass wir gar nicht anders spielen können. Wir können auch nicht auf ein Remis spielen, dann würden wir in der 83. und 90. Minute zwei Gegentore kassieren und 0:2 verlieren. Da würde ich 100 Euro drauf setzen. Nein, wir können nicht anders, wir müssen immer nach vorne spielen.

 

Es werden immer wieder Gerüchte laut, dass Sie Schinkel im Sommer trotz des verlängerten Vertrags verlassen. Was ist da dran?

Dubau: Das habe ich auch mitbekommen. Es stimmt zwar, dass ich mehrere interessante Angebote hatte, darunter gerade erst eines aus der SH-Liga, aber ich habe alle abgelehnt und bleibe – Stand heute – auch nächste Saison in Schinkel.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen