Eckernförde : Die hohe Kunst der Metallgestalter

Geschafft! Clemens Schoke, Anna-Greta Menge, Mario Zorn, Bastian Sehr und Daniel Richter (v. l.) sind Metallgestalter.
Geschafft! Clemens Schoke, Anna-Greta Menge, Mario Zorn, Bastian Sehr und Daniel Richter (v. l.) sind Metallgestalter.

Fünf Auszubildende haben ihre Prüfung zum Metallgestalter am Berufsbildungszentrum in Eckernförde bestanden

shz.de von
27. Januar 2018, 06:39 Uhr

Mit einem breiten Lächeln schlägt Mario Zorn den selbst geschmiedeten Nagel in den Baumstumpf, der im Foyer des Berufsbildungszentrums Rendsburg-Eckernförde steht. Er hat es geschafft. Mit diesem Schlag hat er, zusammen mit vier Klassenkameraden, den schulischen Teil seiner Ausbildung zum Metallgestalter beendet. „An unserer Schule schmieden alle Metallgestalter am Ende ihrer Lehre einen Nagel und schlagen ihn in unseren Baum“, erklärt der Lehrer der Metallgestalter-Klasse, Lejf Kock. Da es diese Tradition schon seit zehn Jahren gibt, zieren bereits viele Nägel in unterschiedlichsten Formen und Größen den „Baum“ des BBZ.

In den vergangenen dreieinhalb Jahren haben sich die fünf Auszubildenden im BBZ und in ihren Ausbildungsbetrieben jede Menge Wissen rund um das Thema Metall angeeignet. „Als Metallgestalter geht es vor allem um den Bau von Designelementen wie zum Beispiel Treppengeländer“, erzählt der frisch gebackene Metallgestalter Bastian Sehr. Er musste für die schulischen Teile seiner Ausbildung in Eckernförde eine weite Anreise in Kauf nehmen. Sehrs Heimat und sein Ausbildungsbetrieb liegen in Frankfurt. Mit dem BBZ ist er sehr zufrieden: „Die schulische Ausbildung hier ist top!“

Hinter den fünf Absolventen liegt eine harte Prüfungswoche. Neben einer theoretischen Prüfung galt es auch eine Prüfung der praktischen Fähigkeiten ablegen. Dazu musste auf Grundlage einer technischen Zeichnung ein ganz bestimmtes Werkstück herausgearbeitet werden. „Hinzu kommt natürlich auch noch das Gesellenstück, welches in 40-stündiger Arbeit im Betrieb entstehen musste“, berichtet Ben Prenzel, ebenfalls Lehrer der Klasse und gleichzeitig Lehrlingswart der Metallbauer-Innung Eckernförde unter der Führung von Obermeister Sven Hennings. Die Berufsaussichten schätzt Pretzel realistisch ein: „Aufgrund der geringen Betriebsdichte muss man sich schon deutschlandweit bewerben. Allerdings verfügen Metallgestalter über sehr umfangreiche Fähigkeiten und sind auch in anderen Betrieben der Metallbranche sehr gerne gesehen.“

Die fünf Metallgestalter schlagen nun unterschiedliche Wege ein. Bastian Sehr wird erst einmal weiter in einem Betrieb arbeiten, hat allerdings schon Pläne für die Zukunft. „Ich möchte eines Tages den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.“ Mario Zorn hingegen bleibt dem BBZ als Praktikant erhalten. Er möchte Berufsschullehrer werden und im BBZ noch mehr Erfahrungen sammeln. Doch egal wohin es die fünf Handwerker verschlagen wird – ihre künstlerisch geschmiedeten Nägel werden noch lange an ihre Zeit am BBZ Eckernförde erinnern.


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