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Eckernförder Zeitung

22. November 2017 | 16:08 Uhr

Seebataillon : Die harten Jungs bekommen Zuwachs

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die zweite Bordeinsatzkompanie des Seebataillons ist am Donnerstag in Dienst gestellt worden. Bis 2020 soll sie insgesamt 180 Soldaten umfassen.

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erstellt am 06.Okt.2017 | 05:47 Uhr

Eckernförde | Als Soldat des Seebataillons ist man Nässe gewohnt, am Donnerstag jedoch hätte es ruhig etwas weniger sein können: Ausgerechnet bei einem so feierlichen Moment wie der Indienststellung einer weiteren Bordeinsatzkompanie am Marinestützpunkt regnete es wie aus Kübeln: Eine Stunde lang standen die angetretenen Soldaten auf dem Hubschrauberlandeplatz stramm, bis die Zeremonie beendet und sie buchstäblich nass bis auf die Haut waren. Doch der Anlass war zu wichtig, als dass er verschoben werden sollte.

Immerhin wird nicht alle Tage ein Bataillon um eine Kompanie aufgestockt. Der Grund: Die Soldaten und ihre Kenntnisse werden benötigt wie nie zuvor. „Die Welt brodelt und schlägt Blasen“, formulierte der stellvertretende Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Rainer Brinkmann (59), bei seiner Rede im strömenden Regen. „Spätestens in Reaktion auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland und die Intervention in der Ost-Ukraine und in Syrien hat ein Prozess des Umdenkens eingesetzt. Es wurde erkannt, dass wir mehr in die Sicherheit, mehr in die Verteidigung investieren müssen.“ Der Ruf „Germans to the front!“ werde von Partnern immer lauter. Der Marine komme da eine besonders wichtige Rolle zu, denn gerade die Hohe See biete viele Möglichkeiten der weltweiten Einflussnahme und der Gestaltung von Politik. Die Soldaten des Seebataillons hätten dabei als das „High End maritimen Operierens“ eine ganz zentrale Rolle inne: „Sie sind sozusagen immer die erste Welle, sind diejenigen, die an vorderster Front stehen, sind diejenigen, die das Weiße im Auge des Gegners sehen, sind die Schnittstelle zwischen Schaumkrone und Grasnarbe.“

Noch besteht die zweite Bordeinsatzkompanie erst aus zehn Soldaten. Geplant ist jedoch, dass noch bis zum Ende des Jahres eine Stärke von 90 Mann erreicht wird. „Angepeilt ist eine Sollstärke von 180 Mann“, so der neue Kommandant der Kompanie, Kapitänleutnant Moritz Plettau (32). Dieses Ziel könnte im Jahr 2020 erreicht werden. Nichtsdestoweniger rechnet der gebürtige Eckernförder damit, dass seine Kompanie schon im kommenden Jahr einsatzfähig sein wird. „Wir werden ein Spiegelbild der Bordeinsatzkompanie 1 sein“, so Plettau. „Wir werden die gleiche Stärke haben und die gleichen Aufgaben ausführen.“ Dazu gehören der Schutz von eigenen oder befreundeten Schiffen, das Kontrollieren von verdächtigen Schiffen und die eventuelle Beschlagnahmung von Waffen. Auf der neuen Fregatte F125 werde es schnelle Schlauchboote geben, mit denen die Bordeinsatzsoldaten auch sogenannte Escort-Operationen durchführen können.

In der Vergangenheit war die Rede davon, dass das Seebataillon insgesamt um 400 oder 500 Stellen aufgestockt werden soll. Die letzten Zahlen sagen aus, dass es bis zum Jahr 2020 von derzeit rund 730 auf etwa 1000 militärische Dienstposten plus 250 Soldaten in Ausbildung anwachsen wird. Weitere Stellen entstehen in anderen Einheiten. So sollen in den kommenden Jahren zwei weitere U-Boote in Dienst gestellt werden.

Das Seebataillon besteht aus der Minentaucher-, der Küsteneinsatz- und der Aufklärungskompanie. Hinzu kommen zwei Bordeinsatzkompanien, eine Ausbildungskompanie und eine Sanitätsgruppe. Die Soldaten sind teilweise am Marinestützpunkt, Am Ort, und teilweise in der Preußerkaserne untergebracht. Diese soll nach den letzten Auskünften der Verteidigungsministerin nicht mehr geschlossen, sondern weiter betrieben werden. Wie die Nutzung genau aussieht, steht noch nicht fest.

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