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Eckernförder Zeitung

25. September 2017 | 04:39 Uhr

Messe : Die Grüne Woche von Schinkel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 2500 Gäste besuchen die Messe für Kunst, Handwerk, Gewerbe und Vereine / Organisatoren vom 1. FC sind zufrieden

„Dat mog ich geern, wenn de Lüüd sowat sülvst mooken“, sagte Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen auf der Messe in Schinkel am Sonntag, zu der er als Ehrengast kam. Bereits zum zweiten Mal fand die Messe, die vom Freundeskreis des 1. FC Schinkel organisiert wurde, in dieser Größe statt. Bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel präsentierten sich Handel, Handwerk, Dienstleister, Vereine und Verbände auf dem Gelände der Grundschule und dem Sportplatz und auch Menschen, die ihr Hobby vorstellen wollten, kamen nicht zu kurz.

Die Angebotspalette der knapp 40 Aussteller reichte von Tischler-, Maler- und Elektroarbeiten über die Vollkornbäckerei, Elektrofahrräder und den Wurzelhof bis hin zu Hausmeisterservice, Socken, Versicherungen oder auch edlen Obstbränden, Likören und Weinen. Der 1. FC Schinkel war ebenso präsent wie die Hundesportgemeinschaft. Und auch für die Kleinen war gesorgt: Neben der obligatorischen Hüpfburg gab es für sie eine After-Oster-Party mit kleinen Überraschungen sowie eine kreative Betreuung durch Hildegard Schütt aus Großkönigsförde, für die die Messe in diesem Jahr noch etwas ganz Besonderes war: Zum ersten Mal stellte die Hobbymalerin ihre Gemälde öffentlich aus.

Eine Besonderheit gabs auch bei den Oldtimern. Unter den Fahrzeugen war das Cabriolet Wartburg 311-2 Baujahr 1956 von Rolf Holz (64) aus Flintbek, von dem seinerzeit lediglich 2640 Stück gebaut wurden, weltweit existieren noch knapp 30 Wagen. Drei Jahre hat es gedauert, bis Rolf Holz den „Trümmerhaufen“ restauriert hatte. Und wer am Sonntag zufällig gut 23 000 Euro im Portemonnaie hatte, konnte den Wagen auch gleich kaufen. Mit etwas weniger Geld – knapp 1500 Euro - kam man aus, wenn man sich für den „Sun-Chair Nr. 1“ entschied. Die Neuheit, die Mitveranstalter Klaus Juschkat entwickelt hat, ist im Grunde ein Strandkorb, der sich allerdings in kürzester Zeit zusammenklappen lässt, der abschließ- und stapelbar ist. Christa und Hans-Joachim Fischer (beide 75), die von Blickstedt mit dem Fahrrad nach Schinkel gekommen waren, waren begeistert vom Sun-Chair. „Der ist unheimlich bequem und zudem praktisch. Der hat sicher Zukunft“, waren sich beide einig.

Die Freiwillige Feuerwehr warb für eine Aktion, die alle Besucher überzeugte. Die Mitglieder verteilten den „Kinder Finder“, einen Aufkleber auf einer fluoreszierenden Folie, der im unteren Bereich von Kinderzimmertüren angebracht wird und den Rettern im Notfall signalisiert, dass hinter dieser Tür Kinder in Gefahr sein könnten. Sandra Möller, zweite Vorsitzende des 1. FC, hatte solche Aufkleber in Niedersachsen gesehen und die Idee mit nach Schinkel gebracht. Die Schinkeler Feuerwehr hat dann zusammen mit der Provinzial-Versicherung diese noch wenig bekannte Aktion auch in Schleswig-Holstein ins Leben gerufen. Birthe Ott aus Schinkel fand's eine tolle Idee und nahm Aufkleber mit, um sie an den Kinderzimmertüren von Johanna (6) und Jasper (2) anzubringen.

Bei den beiden Zimmerermeistern Nicolai Nissen (33) und Johannes Zastrow (32) aus Schinkel, die Vogelhäuser gebaut hatten und sie zugunsten des 1. FC Schinkel unter die Gäste brachten, probierte sich Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der sich gewohnt volksnah zeigte, erst einmal im Einschlagen von Nägeln. Kommentar von Nicolai Nissen: „Prüfung bestanden. Der Mann kann bei uns anfangen“. Zunächst stand aber ein Messerundgang mit den Veranstaltern auf dem Programm des Ehrengastes, der sich begeistert zeigte und die Messe die Grüne Woche von Schinkel nannte. „Auch wenn die in Berlin natürlich größer ist – umgerechnet auf die Einwohnerzahl ist dies hier aber sogar noch mehr“, so Carstensen. Amtsdirektor Matthias Meins wies darauf hin, dass die Messe zeige, was im Wohld los ist – nicht nur in Gettorf, sondern auch in anderen Gemeinden. Am Nachmittag informierte Jörg Brockmann, Projektleiter für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals beim Wasser- und Schifffahrtsamt, noch über den neuesten Stand der Arbeiten, bevor die Messe gegen 16 Uhr ausklang.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Tombola und dass für das leibliche Wohl in Form vom Bratwurst, Nackensteak oder auch Kaffee und Kuchen gesorgt war, versteht sich von selbst. Klaus Juschkat war mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir hatten etwa 2000 bis 2500 Besucher, bis zum Schluss war es rappelvoll, und auch die Resonanz der Aussteller war durchweg positiv“, so Juschkat. Und da er es für wichtig erachtet, dass die Betriebe eine Möglichkeit bekommen, sich und ihre Produkte zu präsentieren, soll die Messe künftig alle zwei Jahre stattfinden.

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