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Gesammelte Sandstrände : Die große weite Welt - abgefüllt in 40 Fläschchen

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Gerhard Gackstatters Sammelleidenschaft beschert ihm Sand von Stränden aus sechs Erdteilen

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 06:55 Uhr

Eckernförde | Die Ostseeküste ist nur ein paar Schritte von Gerhard Gackstatters (63) Wohnung am Jungfernstieg entfernt, doch für ihn liegen die Strände der Welt noch näher: Ob Fort Lauderdale an der Ostküste Floridas, Dubai am Persischen Golf oder Jinha Beach in Südkorea - sie und noch viele mehr hat Gerhard Gackstatter mit nur einem Griff erreicht. Der Sammler hat die große weite Welt in 40 Fläschchen gefüllt und zu Hause säuberlich aufgereiht.

Vor zwölf Jahren begann alles mit einer Hand voll Sand von der Atlantikinsel Teneriffa. Gerhard Gackstatter war in seinem Urlaub fasziniert von dem schwarzen, feinen Sand der Vulkaninsel - und nahm etwas davon mit. Später brachte er Sand von Mallorca mit und ein Nachbar von Kuba. Inzwischen hat er 36 verschiedene Sandproben. 14 davon hat er selbst genommen, in erster Linie aus europäischen Ländern. Wenn Freunde, ehemalige Kollegen und Verwandte des Vorruheständlers auf Überseereisen gehen, bittet er nicht um eine Ansichtskarte, sondern um "eine Hand voll Sand". So ist Sand unter anderem aus Sri Lanka, Mexiko, Neuseeland, Venezuela, Chile und Tunesien zusammen gekommen. Noch besser als das Mitbringsel von Teneriffa gefällt Gackstatter der tiefschwarze Sand von der portugiesischen Insel Madeira. "Außerdem finde ich besonders feinen und weißen Sand immer schön, zum Beispiel von der Karibikinsel Saona in der Dominikanischen Republik", sagt er. Rötlich und mittelfein ist der Sand auf Sri Lanka, der ist in Fläschchen acht zu sehen. Sehr grob hingegen der Sand aus Kokkari in Griechenland, tiefgrau derjenige aus dem südlichen Teil Neuseelands. In einigen Fläschchen findet sich Sand, der nicht vom Strand kommt. Etwa eine Hand voll vom Platz vor der Klagemauer in Jerusalem - rot und fein.

"Das ist ein Spleen, nicht mal ein Hobby", sagt Gerhard Gackstatter über seine Sammlung. Ein bisschen stolz ist er aber doch darauf, denn er ist sich sicher: Sand aus aller Welt hat nicht jeder. Der Rentner sammelt ohnehin gern, etwa Bierkrüge oder Kochbücher. Ihm missfällt die Wegwerfmentalität der heutigen Zeit. "Alles was ich habe, hat eine Geschichte", sagt er. So wie er für sein Hobby Kochen bewusst einkaufe, sammle er auch bewusst. "Ich möchte etwas für die Zukunft hinterlassen", sagt Gackstatter.

Der Bankkaufmann aus Stuttgart ist 1969 als Marinesoldat in Eckernförde hängen geblieben: Als Selbstständiger habe er später eine Boutique und eine Werbeagentur geführt. Nach einer Umschulung habe er einen sozialpädagogischen Beruf auf dem Gaffelschoner "Zuversicht" des Christlichen Jugenddorfwerks ausgeübt. Bis vor fünf Jahren war er dann beim Kreis beschäftigt. "Ich bin bekannt wie ein bunter Hund", sagt er.

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