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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 09:21 Uhr

Notruf : Die große Schau der stillen Helfer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Notruforganisationen aus der Region haben sich in der Innenstadt präsentiert. Autos verloren ihre Dächer durch die hydraulische Schere, Menschen ihren Gleichgewichtssinn durch die Rauschbrille. Aber alle gewann einen Eindruck von der Arbeit der stillen Helfer.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 05:41 Uhr

Man ist froh, dass es sie gibt, in Anspruch nehmen möchte sie aber am liebsten keiner – die Hilfeleistungsorganisationen. Was diese im Einzelnen leisten, wie deren Zusammenarbeit aussieht und wer alles im Raum Eckernförde dazugehört, war am Sonnabend im Bereich Kieler Straße/ Gerichtstraße, auf dem Schulhof der ehemaligen Willers-Jessen Schule und auf dem BSIC-Vorplatz zu erfahren.

Es ist nur ein kurzes Knacken und Knirschen, als die hydraulische Schere den Dachholm des alten Autos abtrennt und mit der Spreizzange störende Blechkanten beiseite drückt. „Die Zeit, die man damit für Verletzte gewinnt, ist entscheidend“, weiß Malte Kähler von der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde. Die Zuschauer drum herum sind von den Möglichkeiten beeindruckt, es selbst einmal auszuprobieren, geht aus Sicherheitsgründen nicht.

Ganz anders beim Stand der Verkehrswacht Eckernförde: Während sich die Kleinsten unter der Anleitung von Wilfried Lüthge mit dem Tretroller durch einen kleinen Parcours schlängeln, dürfen die Erwachsenen mit einer Rauschbrille ihr Gehvermögen und Greifkoordination unter simuliertem Einfluss von 1,3 Promille testen. „Da wird einem so richtig bewusst, wie eingeschränkt man ist“, beschreibt Wolfgang Bachor seine Eindrücke. „Betroffen sind Gleichgewicht, Sicht und Reaktion, bringt man die Person dabei noch unter Stress, kommt sie mit der Reaktion nicht mehr nach“, erklärt Janine Eberhardt von der Verkehrswacht. Gelb ausgelegte Flächen markierten die toten Winkel rund um einen LKW, auf dem Fahrradsimulator konnte das eigene Reaktionsvermögen und -verhalten auf der Straße überprüft werden.

„Können sie mir mal den Blutdruck messen?“ Während der Dame geholfen wird, erläutert Sebastian Giese vom Deutsche Roten Kreuz am Simulator, wie der Automatische Externe Defibrillator (AED) funktioniert. „Sie können nichts falsch machen“, nimmt er den Zuhörern die Scheu, denn das Gerät – eines hängt auch im unteren Flur des Rathauses – gibt die Bedienung per Sprachaufforderung vor. Ob der Herzrhythmus-Reset im Verlauf ausgelöst wird, entscheidet das Gerät selbst. „Gut, mal wieder eine Auffrischung zum Thema zu erleben“, sagt Fynn Rosenberg, Freiwilliger bei der DLRG und einer von drei interessierten 14-Jährigen.

Unter „Notruf Eckernförde“ sind 13 Hilfsorganisationen zusammengefasst, neben klassischen Elementen wie Feuerwehr und Polizei machen das Gros die DLRG, DGzRS, Rettungsdienstkooperation Schleswig Holstein, THW, Arbeiter-Samariter-Bund, THW und DRK aus – alle bestehen aus ehrenamtlichen Mitgliedern.

Vertreten war diesmal auch das Territorialkommando der Bundeswehr, zuständig für zivil-militärische Zusammenarbeit. „Die speziellen Fähigkeiten der Organisation ergänzen sich“, sieht Stephan Suhr vom Technischen Hilfswerk Ortsverband Eckernförde den Vorteil. Bei ihm laufen die Fäden aller Organisationen zusammen, und dies sei in dieser Form nahezu einmalig, wie er betont. Eine Demonstration der Rettungshundestaffel rundete das Programm ab.

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