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Kleintierschau : Die große Schau der kleinen Tiere

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kaninchen- und Geflügelzüchter zeigen am Wochenende über 500 Tiere in Halle I am Schulzentrum.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 06:25 Uhr

Eckernförde | Augenring, Backenpunkt und ein „Schmetterling“ an der Schnauze – ein Scheckenkaninchen muss so einiges haben, um als schön zu gelten. Auch die Zähne müssen richtig stehen, die Ohrlänge stimmen und die Blume richtig gefärbt sein, dann klappt es auch mit den Punktrichtern.

Von denen waren gestern gleich mehrere in der hinteren Turnhalle am Schulzentrum. Dort findet am Wochenende wieder die jährliche Kleintierschau des „Rassegeflügelzüchtervereins Eckernförde und Umgebung“ und des „Rassekaninchenzüchtervereins U 25 Eckernförde und Umgebung“ statt – sie gilt mit über 500 Tieren und wegen der liebevoll geschmückten Halle als eine der schönsten in Schleswig-Holstein.

Doch bevor die Gäste kommen, werden die Tiere begutachtet. Das Date mit dem Preisrichter dauert allerdings nur drei Minuten. Ina Rickert ist eine der Preisrichter. Mit geübtem Griff setzt sie die Kaninchen auf die Waage, streicht über das Fell, dreht sie um und kontrolliert die Zähne. Die Augen, der schmetterlingsförmige Fleck an der Schnauze und auch die „Kappe“ (Stirn und Ohren) müssen stimmen, nicht zuletzt wird auch das Geschlechtsteil kontrolliert. „Mit Größe hat das aber nichts zu tun“, sagt sie. Es darf nur keine Fehlbildungen geben, weil sich so etwas in der Zucht vererbt.

Auch das Geflügel, die Enten, Gänse, Tauben und Hühner müssen sich den Preisrichtern stellen. Hier gilt zunächst der Gesamteindruck, bevor es ins Detail geht: Ist der Knochenbau in Ordnung? Sind alle Krallen da? Und wie ist der Federzustand? Liegen alle dort, wo sie hingehören? Und wie sehen die Augen aus?

Kay von Dohlen, Vorsitzender der Preisrichterinnung Schleswig-Holstein, hat die Huhntaube „Deutscher Modeneser Schietti weiß“ in zwei Minuten beurteilt. „Froschaugen“ murmelt er – dafür gibt es Punktabzug. Ein „Vorzüglich“ wird es nun nicht mehr, auch kein „hervorragend“, aber auch kein „untauglich“ – nur einige der Kategorien, in die die Tiere später eingeteilt werden.

Die Zucht ist das eine, was mit dieser Schau verdeutlicht wird, das Nutzvieh das andere. Natürlich spielen auch die Eier und das Fleisch eine Rolle. „Aber wir haben einige Arten dabei, die auf der Roten Liste stehen“, sagt der Ausstellungsleiter der Geflügelzüchter, Andreas Sellmer. „Damit erhalten wir auch ein Kulturgut, denn früher hatte jeder Landstrich seine eigenen Rassen.“ Die Züchter heben gern den Vorteil zur Massentierhaltung hervor: „Diese Tiere haben ein gutes Leben und sind nicht nur auf Leistung gezüchtet.“ Das gilt auch für die Kaninchen. „Ein guter Züchter streichelt seine Kaninchen jeden Tag und kümmert sich um sie“, sagt Preisrichterin Ina Rickert.

Die große Kleintierschau in der hinteren Halle des Schulzentrums hat am Sonnabend von 9 bis 16 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen 3 Euro. Es gibt einen Kaninchen-Streichelzoo sowie Informationen zur Haltung und Zucht, und es können auch Tiere gekauft werden. Auch eine Tombola sowie Kaffee und Kuchen gibt es.

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