Jahresempfang : Die Gemeinde Altenholz zieht den Hut

Weit angereist: Marion Barth (r.) vom Städtepartnerschaftkomitee mit den Gästen aus Altenholz Partnerstadt Paldiski Lauri Orgse, Regina Rass und Ene Merila (v.l.). Foto: Meise
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Weit angereist: Marion Barth (r.) vom Städtepartnerschaftkomitee mit den Gästen aus Altenholz Partnerstadt Paldiski Lauri Orgse, Regina Rass und Ene Merila (v.l.). Foto: Meise

Der Jahresempfang bildet den Rahmen für die Auszeichnung von vier Ehrenamtlern für herausragende Verdienste. Eine Delegation aus Estland war zu Gast.

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22. September 2012, 07:14 Uhr

Altenholz | Sei es in einem der 15 Vereine in der Gemeinde, der Kirche, der Feuerwehr oder der Kommunalpolitik - zahlreiche Menschen engagieren sich in Altenholz für ihre Mitbürger. Diejenigen, die sich durch ihre herausragende Einsatzbereitschaft auszeichnen, stehen traditionell im Mittelpunkt des Jahresempfangs, der Donnerstag Abend rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in den Ratssaal führte. In feierlicher Atmosphäre wurden Traute Aldag, Dr. Erika Dogen, Else Lutz und Dr. Eckart Sturm mit der Ehrenmedaille der Gemeinde gewürdigt.
Sie bewiesen immer wieder mit Herz, Hand und Verstand, wie wichtig sie und ihr Handeln sind, dankte Bürgervorsteher Dr. Volker Clauß den zu Ehrenden und betonte: "Vor diesem unentgeltlichen Tun muss die Gesellschaft den Hut ziehen." Für wen das in diesem Jahr gelten sollte, darin habe über alle Fraktionsgrenzen hinweg Einigkeit bestanden. "Eine Diskussion war kaum erforderlich, weil die Leistungen der zu Ehrenden so für sich sprachen", hob Clauß hervor. Das sei das größte Kompliment für die vier Ehrenamtler des Abends, sagte der Bürgervorsteher weiter. Auf vier Jahrzehnte Engagement für die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Altenholz blickt Traute Aldag zurück. Die 71-Jährige ist nicht nur Gründungsmitglied des Ortsvereins, sondern gilt auch als "Seele der Begegnungsstätte" in Stift, die sie seit 25 Jahren leitet. Bei den Märkten der Awo packt sie mit an, kocht für den Mittagstisch in den Räumen an der Danziger Straße und organisiert die Silversterfeier für die Mieter der Seniorenwohnanlage. Da sie derzeit verreist ist, nahm die Ortsvereinsvorsitzende Hildegard Schaper stellvertretend für sie die Ehrung entgegen. Ebenfalls unter dem Dach der Awo ist Else Lutz aktiv und das schon seit 24 Jahren. Auch mit 83 Jahren kocht sie heute noch immer das Mittagessen für die Begegnungsstätte und leitet die Seniorennachmittage, für die sie noch immer selbst gebackene Kuchen beisteuert. Und wenn die jährliche Haussammlung ansteht, macht sich Else Lutz mit einer Spendendose auf den Weg von Tür zu Tür.
Mit Musik und Bewegung sorgt Dr. Erika Doden seit mittlerweile elf Jahren für Lebensfreude bei den älteren Mitbürgern in Altenholz: Sie leitet zwei Seniorentanzgruppen und hat im vergangenen Jahr zudem eine Gruppe für Tanzen im Sitzen ins Leben gerufen. Darüber hinaus bietet sie seit 1998 zusammen mit ihrem Mann Klaus Wanderungen beim DRK an, die die Teilnehmer an immer neue Orte in ganz Schleswig-Holstein führen.
Dr. Eckart Sturm (83) hat in den zurückliegenden neun Jahren dafür gesorgt, dass manches, was vielen lieb und vertraut geworden war, erhalten blieb. Insgesamt 36 000 Euro sammelte er im Förderverein der Kirchengemeinde, so dass nicht nur die Orgelrenovierung finanziert werden konnte, sondern auch die Überholung des Glockenturms, die Sitzkissen im Eivind-Berggrav-Zentrum und das Inventar des neuen Gemeindehauses Ankergrund. Ohne diesen Motor des Förderkreises hätte es all das nicht gegeben, hieß es in der Laudatio.
Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die Ehrenamtler dort einspringen, wo sich die öffentliche Hand zurückziehe, machte Clauß deutlich. Ehrenamt und Hauptamt müssten Hand in Hand gehen. "Und das funktioniert bei uns hervorragend", erklärte der Bürgervorsteher. Bei 12 Millionen Euro Schulden sei die Gemeinde finanziell gesehen alles andere als reich, merkte Bürgermeister Carlo Ehrich an. Doch die Menschen, die in ihr Zuhause sind, seien von Gott und der Natur mit dem Kaltenhofer Moor, dem Nord-Ostsee-Kanal und der Ostsee direkt vor der Tür reich beschenkt wie auch mit den Institutionen, die Enormes leisteten. Als Beispiele führte er die Freiwillige Feuerwehr an, deren Mitglieder 2011 auf 1300 Stunden im Einsatz kamen und 1900 Stunden für Übungen und Lehrgänge opferten, und die Awo, die 3000 Stunden zählte. Über so ein Engagement könne sich die Gemeinde glücklich schätzen, betonte Ehrich. "Ohne Ehrenamt könnten wir nicht leben", war Kreispräsident Lutz Clefsen überzeugt, der dafür warb, nicht immer aufzurechnen, wer was geleistet habe. "Wichtig ist, dass jeder für den anderen einsteht", so Clefsen. Regina Rass aus Altenholz’ Partnerstadt Paldiski (Estland), die mit ihren Kollegen Lauri Orgse und Ene Merila zum Erfahrungsaustausch angereist war, wünschte den Ehrenamtlern in der Gemeinde weiterhin Kraft und Willen für ihre Tätigkeiten. "Was wir geben, kommt immer zurück", sagte Rass.

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