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Eselwanderung : Die Gelassenheit auf vier Hufen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kinder haben bei einer Wanderung im Rahmen der Aktion Ferienspaß Esel kennengelernt. Die Tiere haben mehr Ähnlichkeiten mit Menschen, als man denkt.

Eckernförde | Esel sind störrisch, sagt der Volksmund. „Stimmt nicht“, sagt Kathrin Mönnich. Und sie muss es wissen, denn sie betreibt die Eselschule „Pfefferminz“ in Dollrottfeld bei Süderbrarup. „Esel sind wie Menschen“, sagt sie. „Sie sind eigensinnig.“ Denn eines mögen die Tiere gar nicht: wenn man sie hetzt. Dann werden sie nämlich doch störrisch.

Fünf Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren haben gestern versucht, bloß nicht die Esel zu hetzen, die Kathrin Mönnich auf der Carlshöhe auf einer Wiese eingezäunt hatte. Hier war der Ausgangspunkt der Eselwanderung im Rahmen der Aktion Ferienspaß. Die Kinder konnten die Tiere streicheln, bürsten, ihnen Spangen in die Mähne stecken und anschließend an den Zügeln ans Noor führen, wo ein Picknick stattfand. Warum sie Esel mögen? „Ich weiß nicht. Sie sind so lieb und nett“, antwortete die zwölfjährige Sophie aus Friedland.

Und tatsächlich: Wer einen Esel streichelt, wird feststellen, dass sich das Tier von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen lässt. Ansteckend ist diese Ruhe, diese Gelassenheit. „Esel wollen nicht gedrängt werden, sondern selbst entscheiden. Man muss ihnen also den eigenen Willen möglichst nahelegen“, erklärte Kathrin Mönnich, die in ihrem Hauptberuf Ergotherapeutin ist. Die hüpfenden und lachenden Kinder störten die drei Esel und einen Maulesel gestern nicht. Mönnich: „Solange sie etwas zu essen haben, sind sie glücklich, egal ob da Kinder an ihnen hängen oder nicht.“ Dementsprechend ist Fressen auch ihre liebste Beschäftigung. Fressen und gestreichelt werden.

Auch Erwachsene spüren die Sanftheit der Tiere. Ein Mann in einem Anzug ließ es sich nicht nehmen, im Vorbeigehen, einen der Esel zu streicheln. „So reagieren viele Menschen“, weiß Kathrin Mönnich, die mit ihren Tieren auch Seniorenheime besucht, zu Kindergeburtstagen geht oder als Weihnachtsmann auftritt. Immer sind die Esel geduldig und eigensinnig. Wie die Menschen eben. Und noch eine Gemeinsamkeit gibt es: „Sie werden schnell fett.“

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erstellt am 11.Aug.2017 | 06:18 Uhr

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