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Aktiv-Region : Die Fischerei als Tourismusfaktor

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Aktiv-Region will sich bei der Europäischen Union als Fischwirtschaftsgebiet bewerben. Damit wären 40 000 Euro Fördergelder für Projekte pro Jahr möglich.

Eckernförde | Der Fisch spielt in Eckernförde und Umgebung eine große Rolle. Zehn Haupterwerbsfischer gibt es hier, 17 Nebenerwerbsfischer und zwei Binnenfischer. Sehr stark aber beeinflusst die Fischerei auch das touristische Leben. Wer Eckernförde besucht, schwärmt vom ursprünglichen Bild des Hafens mit seinen Fischerbooten und erzählt stolz zu Hause, dass er eine Scholle direkt vom Kutter gekauft hat. „Die Fischerei hat enorme Auswirkungen auf den touristischen Bereich“, sagt Strandes Bürgermeister Dr. Holger Klinck.

Deshalb will sich die Aktiv-Region „Hügelland am Ostseestrand“ bei der Europäischen Union als Fischwirtschaftsgebiet bewerben. 40  000 Euro kann sie dafür bis zum Jahr 2020 jährlich als Fördersumme aus dem Fischereifonds der Europäischen Union einwerben – die Aktiv-Region benötigt dafür allerdings eine Strategie, die sie dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) übermitteln muss. Gestern hat der entsprechende Arbeitskreis mit Fischern, Touristikern, Politikern und Interessierten konkret abgesteckt, was denn überhaupt gefördert werden soll.

Zunächst sind da die Fischer, die ihr Image in der Öffentlichkeit verbessern wollen. „Fischer werden immer mehr in die Ecke gedrängt“, begründete Fischermeister und Vorsitzender des Landesfischereiverbands Lorenz Marckwardt. „Aber die Touristen wollen uns auf die Hände schauen.“ Deshalb soll Gästen und Einwohnern durch einen etwa 300 Meter langen Fischlehrpfad aus Schautafeln vom Exer bis zum Hafen die Strukturen der Fischerei, die in der Kieler Bucht vorhandenen Fische und Kochrezepte nähergebracht werden. Weiterhin sollen der Verkauf von Fisch und die heute schon angebotenen Fischereierlebnisfahrten ausgebaut werden und ein neuer Hafenkran angeschafft werden. In Strande dagegen soll die Haupterwerbsfischerei gefördert werden. Einst gab es dort eine blühende Fischwirtschaft, heute gibt es nur noch einen Haupterwerbs- und zehn Nebenerwerbsfischer. Hier geht es um den Ausbau der Hafeninfrastruktur.

Die Touristiker wollen weiterhin Image-Broschüren, elektronische Info-Kästen am Hafen und eine intensivere Nutzung der Homepage www.fischerleben-sh.de mit für den Endverbraucher interessanten Infos rund um die Fischerei. Eine weitere Idee ist die Erweiterung der Aquarienanlage im Ostsee Info-Center. Insgesamt soll das Nahrungsmittel Fisch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden.

Das Strategiepapier wird im März beim LLUR eingereicht und muss dort anerkannt werden. Die erforderlichen politischen Beschlüsse auf EU-Ebene erfolgen im Lauf des Jahres. Darin geht es auch darum, wie hoch die Cofinanzierung bei einer Förderung sein muss. Der erste Antrag kann voraussichtlich Ende 2015 gestellt werden.

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erstellt am 04.Feb.2015 | 05:47 Uhr

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