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Parkdeck noorstrasse : „Die Feuerwehr geht vor“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Hälfte des unteren Parkdecks an der Noorstraße ist für die Feuerwehr reserviert, weil an der Wache gerade gebaut wird. Zu den Einschränkungen für andere Parker gibt es keine Alternative.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 06:13 Uhr

Zehn Minuten hat die Feuerwehr Zeit, um nach einer Alarmierung am Einsatzort zu sein. Die Kameraden müssen so schnell wie möglich zur Wache fahren, wo sie normalerweise auf dem Hinterhof parken, doch dort ist das Gelände zurzeit Baustelle.

Deshalb ist den rund 90 einsatzbereiten Feuerwehrleuten die Hälfte der unteren Etage des Parkdecks bei Aldi an der Noorstraße reserviert worden. Bis November darf dort niemand parken, um im Ernstfall die Feuerwehrleute nicht zu behindern. Autos dürfen von der Noorstraße nur noch in das Parkdeck einfahren und müssen über die Reeperbahn abfließen.

Und das scheint für Manchen ein Problem zu sein: Vom Aldi-Parkplatz darf man nur nach rechts in die Reeperbahn fahren, nicht aber nach links in Richtung Borby. „Viel zu aufwendig“, sagen einige, die in diese Richtung wollen, und sprechen von einem großen Umweg, wenn sie erst nach rechts fahren. Sie schlagen vor, dass die Feuerwehrleute ihre Autos auf dem ehemaligen HaGe-Gelände abstellen und das Parkdeck wieder freigegeben wird.

Doch so einfach ist das nicht: „Die Stadt ist nicht mehr Eigentümer des Geländes, sondern die BIG“, sagt Klaus Kaschke, Leiter des Ordnungsamtes. „Außerdem ist die Fläche gerade an Wochenenden oft wild zugeparkt.“ Eine lange Parkplatzsuche ist weder den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten noch den in Not befindlichen Menschen zuzumuten. „Und bei starkem Regen verwandelt sich das Areal in eine Matschfläche. Das alles können wir den Leuten, die in ihrer Freizeit zum Schutze der Menschen da sind, nicht zumuten“, so Kaschke. „Bei einem Einsatz kommt es auf Sekunden an.“ Zudem lasse die Feuerwehr-Unfallkasse das Parken auf einer Grünfläche nicht zu.

Die Vorgabe, rechts in die Reeperbahn abzubiegen, habe seine Bewandnis: Auf der Höhe der Ausfahrt gibt es eine Sperrfläche, eine beginnende Linksabbiegespur und einen Fahrradweg. Kaschke: „Wenn wir auch Linksabbiegen erlauben, kann ich die Uhr danach stellen, wann es das erste Mal knallt.“ Und auch das Ausfahren aus dem Parkhaus über die Einfahrt an der Noorstraße sei nicht möglich: „Es kämen dann auch Autos vom oberen Deck nach unten, wo Wagen ein- und ausparken. Das gäbe zu viele Behinderungen.“ Das Amt hätte auch gern eine andere Lösung. „Aber es gibt keine Alternative. Wir müssen den Brandschutz sicherstellen.“

Das sehen die meisten Autofahrer genauso: „Die Feuerwehr geht vor“, sagt zum Beispiel Esther Rosenberg aus Eckernförde. Ebenso Karin und Frank Gerstner: „Es bleibt nichts anderes übrig.“ Karin Bleibohm fährt eben einmal mehr um den Block: „Das geht alles vorbei“, sagt sie. Und Karin und Herbert Hippel fragen sich: „Wenn es bei den Leuten, die sich beschweren, brennt – was dann?“

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