200 Millionen für die Marine : Die Feuerwache ist erst der Anfang

Zimmerer Dennis Marxen hielt den Richtspruch für die neue Feuerwache des Brandschutzzentrums der Bundeswehr in Eckernförde. Der Neubau kostet 5 Millionen Euro und soll im Frühjahr 2016 in Betrieb genommen werden. Fotos: Kühl
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Zimmerer Dennis Marxen hielt den Richtspruch für die neue Feuerwache des Brandschutzzentrums der Bundeswehr in Eckernförde. Der Neubau kostet 5 Millionen Euro und soll im Frühjahr 2016 in Betrieb genommen werden. Fotos: Kühl

Richtfest für die neue Feuerwache mit Atemschutzübungsstrecke auf dem Gelände der WTD-Nord: Insgesamt sollen in den kommenden Jahren 200 Millionen Euro in den Eckernförder Marinestützpunkt investiert werden.

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13. Mai 2015, 06:43 Uhr

Eckernförde | Nach der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde bekommt nun auch – wie seit langem geplant – das 60 Mann starke Zentrum Brandschutz der Bundeswehr in Eckernförde eine neue Feuerwache. Der Rohbau steht auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle Nord, in einem Jahr sollen die Brandschützer ihr Übergangsquartier im Marinestützpunkt räumen und mitsamt Fuhr- und Gerätepark in die neue Feuerwache umziehen. Fünf Millionen Euro investiert das Bundesministerium der Verteidigung in das Projekt, das von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) betreut wird.

In der 450 Quadratmeter großen Halle ist Platz für sechs Einsatzfahrzeuge. Ein Platz wird mit einer Wartungsgrube versehen. An der Nordseite der Halle befindet sich ein zweigeschossiger Anbau, in dem die Einsatzleitzentrale, der Bereitschafts- und Ruhebereich, Werkstätten und ein Lager eingerichtet werden, sagte GMSH-Geschäftsführer Hans-Adolf Bilzhause gestern Nachmittag vor zahlreichen Gästen. Eine Besonderheit sei die Atemschutzübungsstrecke, die dort auf 66 Quadratmetern Grundfläche errichtet wird, auf der die Feuerwehrmänner unter realistischen Bedingungen mit Atemschutzgeräten und bei Rauchnebel für den Ernstfall trainieren können. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir heute hier stehen“, sagte Bilzhause, denn man habe im Zuge der Strukturreform nach dem Abbau der Marinefernmeldeschule, Waffenschule und der Luftwaffe zwischenzeitlich „um den Bundeswehrstandort Eckernförde gebangt“. Im Oktober 2011 habe dann das Ministerium „ein klares Zeichen für den Marinestützpunkt Eckernförde gesetzt“. Nun sei man dabei, „den Sanierungsstau zügig zu beheben“. Die Feuerwache sei dabei nur ein Baustein. Insgesamt investiere der Bund in den nächsten Jahren rund 200 Millionen Euro, verteilt auf 62 Baumaßnahmen in den Marinestandort Eckernförde. 16 Projekte mit einem Volumen von rund 36 Millionen Euro befänden sich bereits in Bau. Dazu zählten unter anderem neue Unterkunftsgebäude für den Stab (6,9 Millionen Euro) und die Ausbildungsinspektion Spezialisierte Einsatzkräfte der Marine (6,1 Millionen Euro). Noch in diesem Jahr beginnt die Umsetzung von vier weiteren Projekten – unter anderem Neubau eines Blockheizkraftwerks und Sanierung einer weiteren Unterkunft „nach Hotelstandard“ – mit einem Volumen von rund 4 Millionen Euro, so Bilzhause.

„Eckernförde ist der Bundeswehr nicht nur lieb, sondern auch teuer“, sagte der Referatsleiter beim Bundesamt für Infrastruktur, Frank Wegner. Denn von den 500 Millionen Euro, die für Infrastrukturmaßnahmen in ganz Schleswig-Holstein eingesetzt werden, flössen allein 200 Millionen in den Standort Eckernförde. Davon profitiere auch das Baugewerbe im Norden. Angesichts der Komplexität der Bauprojekte befinde man sich trotz manch kritischer Stimmen „auf einem sehr guten Weg“.

Für die 62 Feuerwachen in der Bundeswehr habe der Bund insgesamt 163 Millionen Euro bereitgestellt, sagte Rolf Wachtel vom Zentrum Brandschutz der Bundeswehr, der die Entwicklung der 2003 aufgestellten Stützpunkt-Feuerwehr wie auch der Kommandeur des Marinestützpunkts, Fregattenkapitän Bernd Ufermann, lobend hervorhob. Ufermann war erfreut, dass die Bauprojekte nun endlich sichtbar Gestalt annähmen und der Zeitplan zumindest für die Feuerwache eingehalten wird.

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