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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 18:03 Uhr

Trockenheit : Die feuchte Rettung der Blumen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Trockenheit setzt den Blumen und Stauden zu. Deshalb gießt die Stadtgärtnerei mehrmals wöchentlich die öffentlichen Beete. Kai Kruse ist mit einem 3000-Liter-Wasserfass unterwegs.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 05:45 Uhr

Braungebrannte Menschen am Strand, braungebrannte Pflanzen im Park – das strahlende Wetter mit hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen erfreut Einheimische und Touristen, weniger aber die Blumen und Sträucher. Die Trockenheit beeinträchigt die Wuchs- und Blühfreudigkeit, bestätigt auch Sylvia Bent, Leiterin der Stadtgärtnerei: „Die Planzen sind deutlich kleiner als normal. Die Herbstanemonen, die normalerweise 1,20 Meter hoch werden, stehen bei nur einem Meter.“

Neben der Dauerpflege müssen die Gärtner deshalb viel Zeit in das Wässern der Beete investieren. An drei Tagen pro Woche ist Kai Kruse (51) mit dem „Wasserfass“ der Stadtgärtnerei unterwegs. Mit Trecker und 3000-Liter-Tankwagen fährt er die städtischen Anlagen ab und bringt den Pflanzen die Erfrischung, die er in der prallen Sonne selbst gern hätte. Eine Stunde dauert es, bis das Fass leer ist, dann muss er es erneut auffüllen, fünf- bis siebenmal pro Tag. Unterstützung erhält er von seinen Kollegen, die mit 1000-Liter-Fässern auf ihren Wagen zwei Tage pro Woche unterwegs sind und die kleineren Beete in der Innenstadt wässern.

Kleinere Regenschauer helfen den Pflanzen nur wenig. „Wir hatten am Sonntagmorgen gerade zehn Milliliter Regen pro Quadratmeter“, sagt Sylvia Bent. „Das ist gerade eine Kaffeetasse voll und hält eben den Rasen am Leben.“ Zu schnell verdunstet das Wasser wieder. Deshalb muss Kai Kruse das Erdreich gut durchnässen. Für die größten Beete wie zum Beispiel am Kreisverkehr in der Rendsburger Straße benötigt Kai Kruse zwei Stunden zum Wässern. 6000 Liter bekommen die Pflanzen dann zu trinken.

Dabei ist es nicht nur der mangelnde Regen, der die Pflanzen dursten lässt, auch der Ostwind tut sein Übriges dazu. Denn Pflanzen schwitzen bei Hitze auch, der Wind lässt dieses Wasser verdunsten und entzieht den Blumen und Sträuchern zusätzlich Feuchtigkeit. „Der Wind trocknet noch mehr aus als die Sonne“, sagt Kai Kruse. Er setzt Prioritäten bei der Bewässerung: Die Beete mit Sommerblumen haben Vorrang, ebenso die erst vor Kurzem gepflanzten Jungbäume und die Staudenrabatten mit Pflanzen, deren Neubeschaffung zu teuer wäre. Sylvia Bent: „Die Stauden werden durch das Wässern zwar nicht schöner, aber sie bleiben am Leben und können sich im nächsten Jahr wieder erholen.

Auch die 2,3 Kilometer langen Rabatten an der B 76 müssen gewässert werden. Dort wächst das Unkraut zurzeit sehr stark, was zu Kritik in Teilen der Bevölkerung geführt hat. Wie es dort in Zukunft weitergeht, soll demnächst in einem Gespräch mit der Stadtverwaltung geklärt werden, denn die Bodenverhältnisse und Pflanzendichte erfordern einen sehr hohen Personalaufwand.

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