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Therese und Orion : Die ersten Kapitänsbilder im Museum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heimatgemeinschaft schenkt dem Museum zwei Schiffsporträts von einem unbekannten Maler.

von
erstellt am 14.Mär.2015 | 11:26 Uhr

Kaum zu glauben: Kapitänsbilder suchten die Besucher des Eckernförder Museums bisher vergebens. Die Hafen-, Seefahrer- und Marinestadt hat zwar fast alles zu bieten, was die Seefahrerei betrifft, aber Schiffsporträts gab es im Museum bis auf gelegentliche Darstellungen in Sonderausstellungen oder der spektakulären Szene des berstenden dänischen Kriegsschiffs „Christian VIII“ in der Abteilung „5. April 1849“ tatsächlich nicht. Seit gestern gehört diese Sammlungslücke in der Eckernförder Stadtgeschichte dank der Heimatgemeinschaft und der Restaurateurin Uta Lemaitre der Vergangenheit an. Das Bildnis des 1865 in Apenrade gebauten Frachtseglers „Therese“ des Eckernförder Reeders Heinrich Wilhelm Clausen aus der Langebrückstraße 28 stammt aus dem Besitz der Heimatgemeinschaft Eckernförde, die es mangels eigener Präsentationsmöglichkeiten dem Museum geschenkt hat, das wiederum die Ascheffler Restaurateurin mit der Aufarbeitung des Werkes beauftragt hat. Nach gut einer Woche erstrahlt das zuvor arg ramponierte, mit zahlreichen Rissen, Löchern und bräunlichen Verfärbungen versehene Bild wieder in altem Glanz. Der Einsatz und finanzielle Aufwand – Kosten unter 2000 Euro – haben sich gelohnt.

Gestern wurde es offiziell vorgestellt. Demnächst kommt ein weiteres Schiffsgemälde auf gleichem Wege hinzu: die „Orion“, die ebenfalls dem Reeder und „Salzbaron“ Clausen gehörte, der Salzsteine aus den englischen und schottischen Hafenstädten Liverpool, Hull oder Glasgow importierte und daraus in seiner Salzsiederei das begehrte Eckernförder Salz herstellte. Ein Geschäft, das florierte und erst durch die Anbindung Eckernfördes an das Schienennetz 1881 auf der Strecke Kiel - Flensburg an Bedeutung verlor. Clausen verkaufte die „Theresa“ und die Orion“. Und mit den Schiffen starb auch ihr Kapitän C. Hansen – und zwar 1886 auf einer Chinafahrt an einem „Karbunkel“, einer tiefsitzenden, großen Eiterbeule. „Mit dem Ausscheiden der beiden Schiffe hat für Eckernfördes Schifffahrt die Todesstunde geschlagen“, heißt es dazu in einem Bericht im Jahrbuch der Heimatgemeinschaft aus dem Jahr 1952. Also eine ganze Menge Stadtgeschichte, die bislang zu kurz gekommen ist und nun durch die beiden Gemälde aufgearbeitet wird.

In welchen Gewässern die „Therese“ auf dem Bild unterwegs ist und wie der Maler heißt, ist nicht geklärt. Der Künstler hat das Schiff perspektivisch korrekt und mit vielen Details wie der Reedereiflagge mit den Initialen der Eckernförder Reederei „HWCE“ und dem Rufzeichen„RLCD“ versehen voll aufgetakelt und in voller Fahrt festgehalten. Reeder Clausen erwarb die Bark 1874 und schickte sie für den Holztransport auch in skandinavische und russische Häfen.

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