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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 07:53 Uhr

Perspektiven : Die „Eiche“ darf nicht fallen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wählergemeinschaft WiR für Dänischenhagen lädt zur Diskussionsrunde in den stillgelegten Gasthof ein

Dänischenhagen | Bei einem Spaziergang durch den historischen Ortskern kann man ihn noch heute spüren: Den Zauber vergangener Tage. Dort, im Schatten des Jahrhunderte alten Baumes, trotzt der denkmalgeschützte Gasthof „Zur Eiche“ von 1575 Wind und Wetter. Hier feierten Generationen von Menschen rauschende Feste und verbrachten besinnliche Stunden im Kreise ihrer Lieben. Doch das alte Gemäuer hat Risse bekommen, und schon lange beherbergt der einst beliebte Treffpunkt für Jung und Alt keine regelmäßigen Besucher mehr. Bis auf wenige Ausnahmen stehen die historischen Räumlichkeiten mit der in der Region einzigartigen Architektur leer und müssten dringend saniert werden, um auch in Zukunft erhalten zu bleiben. Die Wählergemeinschaft WiR für Dänischenhagen nutzte den vergangenen Freitagabend im Beisein von Bürgermeister Wolfgang Steffen (CDU) für eine Gesprächsrunde mit den Bürgern der Gemeinde im großen Festsaal. Unter Moderation des zweiten Vorsitzenden Christian Bock diskutierten rund 50 Gäste über mögliche Perspektiven für den Gasthof, mit dem viele Gäste persönliche Erinnerungen verbinden.

Auch wenn es viel Diskussionspotenzial gab, waren sich in einem Punkt alle Anwesenden einig: Das historische Herz des Dorfes soll erhalten bleiben. „Es geht nicht darum, heute Abend schon konkrete Lösungen zu finden“, erklärte Christian Bock eingangs. „Vielmehr wollen wir darüber sprechen, was wir uns für die Zukunft dieses Gebäude wünschen. Heute Abend geht es um Visionen, für die sich Engagement lohnt“, so der stellvertretende Vorsitzende. Mit einer Beteiligung von so vielen Bürgern habe man vorab nicht unbedingt gerechnet, sagte er. „Aber das große Interesse an der Veranstaltung zeigt uns, dass den Menschen im Ort etwas an dieser Anlage liegt“, so Bock weiter. Gemeinsam mit dem derzeitigen Eigentümer Carl-Wilhelm Raddant und im Beisein des ersten Vorsitzenden Christoph Ball beschrieb er die Schwierigkeiten ländlicher Gasthöfe in der heutigen Zeit, aber auch eine schillernde Zukunftsvision, in der das alte Gemäuer im neuen Glanz erstrahlen und wieder als Treffpunkt für Jung und Alt fungieren könnte. „Gerade in Zeiten des demographischen Wandels braucht die Gemeinde einen Ort wie die Gastwirtschaft ,Zur Eiche’. Die Mobilität der Menschen nimmt ab. In 20 Jahren interessieren Baugrundstücke niemanden mehr. Was wir dann brauchen, ist eine funktionierende Infrastruktur“, gab Utz Schliesky, der sich noch an Zeiten erinnert, in denen man Wochen vorher einen Tisch in der „Eiche“ reservieren musste, in der anschließenden Diskussion zu bedenken. Auch Bettina Schneider, die oft zu Gast in Dänischenhagen ist, sprach sich für einen Erhalt des Gebäudes aus. „Für mich ist der Gasthof das markanteste Gebäude im Ort“, sagte sie. Wie der Erhalt jedoch gesichert werden soll, ist bisher noch nicht ganz klar. Im Gespräch sind unter anderem Fördergelder der EU,der Kauf durch Investoren und Hilfe seitens der Gemeinde. Darüber sollen sich jetzt zwei Arbeitsgruppen Gedanken machen, zu denen sich freiwillig zwölf Besucher der Veranstaltung zusammengefunden haben.

Zeitlich war das Treffen keineswegs willkürlich gewählt, denn aktuell ist die Zukunft des historischen Ortskerns auch in den Gemeindegremien ein Thema. Bürgermeister Steffen stimmte der Problematik des demographischen Wandels zu und räumte Fehler seitens der Gemeinde ein. Man habe nicht bedacht, dass die Verlegung der Feste seitens der Vereine in die eigenen Gebäude und das Feuerwehrgerätehaus dem Gasthof als Treffpunkt solche Konkurrenz machen könne, erklärte er. „Wenn wir das ändern wollen, müssen wir gemeinsam mit den Vereinen, den Verbänden und der Feuerwehr daran arbeiten“, so Steffen.

Nach der guten Resonanz am Freitag plant die Wählergemeinschaft weitere Treffen. Denn auch wenn noch keine konkrete Lösung gefunden wurde, ein erster Impuls ist vorhanden: Die Bürger wollen ihr historisches Vermächtnis bewahren.

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