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Lecker Labskaus : Die Eckernförder stehen auf Labskaus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Labskaus á la Platessa im „Ostsee Info-Center“ mit Skipper Ewald Huß / Hobbyköche kochen traditionelles Seemannsgericht

Sechs Kilogramm Fleisch, zwölf Kilogramm Kartoffeln, dazu Eier, saure Gurken und Rollmops – Kenner wissen sofort, es geht um Labskaus. Wie es aber zubereitet wird, das verriet am Freitagabend im Ostsee-Info-Center (OIC) Ewald Huß, Skipper des in Eckernförde beheimateten Traditionsseglers „Platessa von Esbjerg“. Schon seit Jahren gehört die Veranstaltung „Labskaus á la Platessa“ zum festen Winterprogramm im OIC und erfreut sich stets großer Nachfrage. „Das Ganze ist ausgerichtet auf etwa 20 Personen“, erläuterte OIC Chef Claus Müller.

Während die Kartoffeln noch vor sich hin köcheln, bekamen die Gäste zunächst Gelegenheit, den Hering als eine der wichtigsten Beilagen etwas näher kennenzulernen. So war aus dem Mund von Meeresbiologin Adrienne Günther zu erfahren, dass der Hering aufgrund des Salzgehalts der Nordsee bis zu 40 Zentimeter – und damit 15 Zentimeter größer als in der Ostsee – werden kann. „Eine Lebenserwartung von 25 Jahren wäre möglich, das schaffen aber aufgrund der Befischung nur die Wenigsten“, so die Biologin und erläuterte, dass bedauerlicherweise zu viele Heringe schon vor der Geschlechtsreife abgefischt würden.

„Pökelfleisch ist heute nicht mehr Pökelfleisch“, verdeutlichte Ewald Huß, als es zum eigentlichen Anlass des Abends überging. War Fleisch zur früheren Seefahrtszeit noch in Salz eingelegt und musste, damit es überhaupt gegessen werden konnte, mit Frischwasser wenigstens ein Tag vorher gewässert werden, haben es die Köche von heute mit dem Fleischanteil von Labskaus einfacher. Zwei Kilo Kassler, jeweils ein Kilogramm Schinken, Rindfleisch, Rippe und Schweinefleisch, alles gekocht, so das Rezept von Huß. Sein Geheimtipp: Dazu fein geschnittener Ingwer. „Ich mache das nach Gefühl und Sellerie steht eigentlich auch nicht im Rezept“, bekennt der Platessaskipper mit einem Grinsen. Kräftig stampfen ist angesagt, von den Gästen mussten die Männer ran, um Kartoffeln und Fleisch zu vermengen. Mit Kartoffelsud und Fleischbrühe wurde die richtige Konsistenz erreicht und nach kritischem Abschmecken von Skipper Ewald die Freigabe erteilt. Wie man schnell zu mehreren Spiegeleiern in der Pfanne gleichzeitig kommt, erfuhren die Beteiligten ganz nebenbei. „Es hat besser als bei Mama geschmeckt“, gestand Jan Erik Stuntz (8), jüngster Teilnehmer der Veranstaltung und zum ersten Mal mit seinen Eltern dabei. Auch die Eckernförder Heike und Ulli Cramer sind Labskausfans und genossen die Variante „á la Platessa“.

„Die Veranstaltung ist eigentlich immer ausgebucht und mit zwei Drittel Neuteilnehmer braucht es inzwischen auch− keine Werbung mehr“, weiß Claus Müller, denn für das nächste Labskaus am 12. Februar 2016 gab es an diesem Abend schon die ersten Anmeldungen. 

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