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Wahltag 25. Mai : Die Eckernförder haben zwei Stimmen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In Eckernförde sind am kommenden Sonntag rund 19000 Bürger zur Wahl des Europaparlaments und des Bürgermeister aufgerufen. Die Briefwahl ist bereits angelaufen. Die ersten Wahlergebnisse werden am Sonntag ab 19 Uhr im Rathaus ausgehängt.

Eckernförde | Der Stimmzettel für die Europawahl ist rekordverdächtig lang, hoffentlich aus Altpapier gewonnen und schlägt zum Beispiel das Mindestmaß für Dorsch, Lachs, Hecht oder Aal um Längen. Stattliche 74,5 Zentimeter misst der Stimmzettel für die Europawahl am 25. Mai, auf dem 24 Parteien und die dazugehörigen ersten zehn Namen der Deutschlandliste abgedruckt sind. Eine Ausnahme gibt es ganz oben bei der CDU, die nicht mit einer gemeinsamen Liste für alle Bundesländer antritt, sondern mit einer eigenen Liste für Schleswig-Holstein. Bescheiden und übersichtlich fällt hingegen der Stimmzettel im Din a 5-Format für die zeitgleich stattfindende Bürgermeisterwahl in Eckernförde aus, auf der nur der Name des einzigen Bewerbers prangt: Jörg Sibbel – ja oder nein. Die Eckernförder Wähler haben am Sonntag somit zwei Stimmen – eine für Europa und eine für den Bürgermeister.

Die 14 bekannten und auf den versandten Wahlbenachrichtungsscheinen vermerkten Wahllokale haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Bei der EU-Wahl sind alle Eckernförder Bürger ab 18 Jahren sowie alle EU-Bürger, die sich bei der Stadt gemeldet haben, wahlberechtigt – Stand gestern 18 424 Wahlberechtigte. An der Bürgermeisterwahl dürfen alle hier gemeldeten Eckernförder ab 16 Jahren teilnehmen – das sind 19 049 Wahlberechtigte.

Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl am 7. Juni 2009 lag in Eckernförde bei 32,8 Prozent. Die CDU lag mit 35,4 Prozent vor der SPD (28,2), die Grünen kamen auf 14,5 Prozent und die FDP auf 10,9 Prozent. Zum Vergleich das Bundesergebnis (Wahlbeteiligung 43,3 Prozent): CDU 30,7, SPD 20,8, Grüne 12,1 und FDP 11,0 Prozent.Bis dato haben etwa neun Prozent der Wahlberechtigten ihr Stimmrecht per Briefwahl im Wahlbüro des Rathauses im Erdgeschoss ausgeübt, sagte Wahlleiter Klaus Kaschke. Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung am kommenden Sonntag möchte er daraus jedoch nicht ableiten. Er bittet nur alle Briefwähler, die mitzubringen Wahlscheinantrag auch zu unterschreiben, das sei häufig unterblieben. Wer in der Wahlkabine allerdings beginnt, den ellenlangen Wahlschein zu studieren, um sich ein Bild von den Parteien und ihren Vertretern zu machen, um anschließend das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen, dürfte den zeitlichen Ablauf ins Wanken bringen. Wer zur Wahl, informiert sich angesichts der Fülle der Parteien am besten vorher, so dass ein schneller Blick zur Orientierung reichen sollte.

Deutlich höher als bei der EU-Wahl war die Wahlbeteiligung bei der letzten Bürgermeisterwahl im Jahr 2006. Der Zweikampf zwischen Amtsinhaberin Susanne Jeske-Paasch (SPD) und Jörg Sibbel (parteilos) mobilisierte 59,2 Prozent der wahlberechtigten Eckernförde. Mit deutlicher Mehrheit löste Sibbel damals Jeske-Paasch ab. Bislang haben rund 9,5 Prozent der Wähler per Briefwahl gewählt. Da es bei dieser Bürgermeisterwahl keinen Gegenkandidaten gibt, hofft nicht zuletzt der Amtsinhaber auf eine ähnliche gute Wahlbeteiligung wie vor acht Jahren. Die Verankerung innerhalb der Bevölkerung spielt für Jörg Sibbel eine wichtige Rolle.

Lehrerin Gönna Tönnies-Czauderna jedenfalls hat gestern wie auch Galerist Norbert Weber und andere Bürger auch ihren beiden Stimmen für die EU- und die Bürgermeisterwahl schon abgegeben. „Bei diesem Kandidaten ist es kein Problem, aber eigentlich ist es schade, dass es keinen Gegenkandidaten gibt“, sagte Gönna Tönnies-Czauderna. Und Norbert Weber fand die Einzelbewerbersituation „ein bisschen bizarr“, was ihn allerdings nicht davon abhielt, sein Stimmrecht auszuüben.

Die Ergebnisse, zunächst die der Europawahl, werden am Sonntag ab 19 Uhr im Rathaus ausgehängt. Im Wahlbezirk 6 werden die Wähler vom Statistikamt Nord repräsentativ nach Geschlecht und Alter erfasst. Die Wahl selbst aber bleibt selbstverständlich anonym und geheim.

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erstellt am 21.Mai.2014 | 06:31 Uhr

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