zur Navigation springen

Zankapfel Skaterpark : Die Diskussion nimmt Fahrt auf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jugendliche und Politiker aller Ratsparteien haben über die Zukunft des Skaterparks diskutiert.

Eckernförde | Der Skaterpark wird mit einem Kino bebaut, für die Jugendlichen ist kein Platz mehr in Eckernförde, Politik wird über ihre Köpfe hinweg gemacht – nicht wenige Jugendliche mögen so denken. Deshalb kam die Podiumsdiskussion am Freitagabend im Kommunalen Kino im „Haus“ zur richtigen Zeit. „Was passiert mit dem Skaterpark?“ war die zentrale Frage: Soll er umgesiedelt und die Fläche mit einem Kino plus Einzelhandel bebaut werden oder gibt es Alternativen? Eine Erkenntnis des Abends: Noch ist nichts entschieden, die politischen Parteien sind sich uneinig, konkrete Planungen für eine Bebauung des Skaterparks gibt es noch nicht.

Eingeladen hatten diesmal die Jugendlichen selbst, allen voran Jugendratssprecherin Alisha Glindemann und Streetwork-Praktikant Nils Borusch. Und alle in der Ratsversammlung vertretenen Parteien waren gekommen, ebenso rund 70 Gäste.

Eine Überraschung gab es gleich am Anfang. Nils Borusch hatte mit Unterstützung von Jugendlichen 327 junge Menschen im Alter zwischen 12 und 24 Jahren gefragt, ob sie damit einverstanden wären, wenn der Skaterpark verlegt würde. 57 Prozent aller Befragten stimmten dem zu, 43 Prozent waren dagegen. Allerdings sprechen sich 68 Prozent dafür aus, dass der Park vom Angebot her nicht verkleinert wird. Allein der Glaube fehlt daran: 88 Prozent bezweifeln, dass dem so wäre. Ebenfalls überraschend: Etwa 45 Prozent fühlen sich ausreichend über die Situation der Skaterpark-Planung informiert.

Eine Einführung in das Thema gab Bauausschussvorsitzender Matthias Huber (Bürger-Forum): Kein Kinobetreiber komme allein nach Eckernförde, nur in Verbindung mit Einzelhandelsflächen lohne sich der Bau eines Kinos. Mehrere Flächen seien im Gespräch gewesen, aber immer wieder gescheitert. Jetzt ist der Skaterpark im Gespräch mit einer entsprechenden Umsiedlung der Skater auf die gegenüberliegende Straßenseite – dort, wo jetzt noch Kleingärten liegen.

Die unterschiedlichen Meinungen kamen bei den anschließenden Statements der politischen Vertreter gut zum Ausdruck: Martin Klimach-Dreger (SPD) und Joschka Knuth (Grüne) lehnen eine Verlagerung des Skaterparks ab. Für die Einrichtung gebe es keinen geeigneten Standort, auch nicht auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Auch Rainer Beuthel von den Linken tendierte dazu, den Park nicht anzurühren und schlug für einen Kinostandort das Zobgelände oder den Exer vor.

Die anderen Parteienvertreter konnten sich eine Verlagerung – immer unter Beteiligung der Jugendlichen – unter bestimmten Bedingungen vorstellen. Dazu gehört eine Aufwertung der neuen Fläche durch eine erstklassige Ausrüstung mit Skate-Elementen (Katharina Heldt, CDU), die Einbeziehung eines Planungsbüros, Toiletten, Unterstellmöglichkeit, Wasserzugang und mehr (Matthias Huber, Bürger-Forum), Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten (Silvia Grawoski-Fillmer, SSW) und einer Qualitätssteigerung der Anlage (Oliver Fink, FDP).

Neu war für viele Politiker der schlechte Zustand der bestehenden Skateanlage, den Helge Bachmann und Anders Prey vom „Skate Kiel e.V.“ als Experten bestätigten: „Die Elemente sind kaum skatebar.“ Ebenfalls eine wichtige Information war die bunte Zusammensetzung der Nutzer, die neben den Skateboardern auch BMX- und Scooterfahrer umfasst. Nicht zu vergessen die Inliner, die im EMTV organisiert sind. Für sie ist die 200-Meter-Bahn eine wichtige Trainingsstätte.

Einen für die Jugendlichen wesentlichen Punkt brachte ein Skater zur Sprache: „Wenn der Platz direkt neben der Nooröffnung mit ihren Wohnungen gebaut wird, kommt es zu Konflikten, weil es auf dem Platz auch mal laut zugeht.“

Eine Lösung gab es an diesem Abend nicht – die war auch nicht zu erwarten. Deutlich wurde jedoch, dass die Diskussion noch am Anfang steht und dass die Jugendlichen nicht übergangen werden sollen. Deshalb rief die Politik dazu auf, sich zu beteiligen. Verständlich, angesichts der Beteiligung: Obwohl die Podiumsdiskussion von Jugendlichen organisiert worden war, saßen im Publikum deutlich mehr Erwachsene als Nutzer des Skaterparks. Doch wenn die Jugend gehört werden will, muss sie sich auch zu Wort melden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 12.Okt.2015 | 06:28 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen