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Die Bürgermeister und das „Eckernförder Phänomen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

30 Jahre Rathaus: Empfang für die ehemalige Bürgermeister und Bürgervorsteher im Bürgermeisterzimmer

Eckernförde | „Ich komme immer wieder sehr gerne hierher, es ist ein wunderschönes Zimmer“. Klaus Buß empfindet die Atmosphäre im Amtszimmer des Bürgermeisters nach wie vor als sehr angenehm. Elf Jahre hat er dort von 1987 bis 98 die Geschicke seiner Heimatstadt gelenkt, bis ihm Ministerpräsidentin Heide Simonis den Posten des Landwirtschaftsministers in der Landesregierung anbot und ihn nach Kiel lockte. Auch Susanne Jeske-Paasch – von 1999 bis 2006 Bürgermeisterin – und der dienstälteste Eckernförder Bürgermeister Kurt Schulz (1969 bis 87) fühlten sich gestern beim Empfang der ehemaligen Bürgermeister und Bürgervorsteher im Büro des Amtsinhabers Jörg Sibbel aus Anlass des 30-jährigen Rathausgeburtstages sehr wohl.

„Ich liebe diese Stadt und mag die Menschen“, machte Ehrenbürger Schulz keinen Hehl aus seiner Zuneigung zu Eckernförde. „Es war eine schöne Zeit mit vielen Herausforderungen“, blickte auch Susanne Jeske-Paasch mit guten Gefühlen an ihre Bürgermeisterzeit zurück. „Es lebt sich auch hinterher gut in dieser Stadt“. Bürgermeisterin wäre 1999 auch Bürgervorsteherin Karin Himstedt gerne geworden, doch sie verlor knapp gegen Jeske-Paasch. „Ich bin aber sehr glücklich im Ehrenamt. Es ist schön, mit so vielen Menschen und Themen zu tun zu haben und das städtische Leben ein Stückchen mitgestalten zu dürfen“, sagte Himstedt, die unter allen anwesenden vier Bürgermeistern in der Ratsversammlung politisch aktiv war bzw. ist. „Eckernförde ist eine tolle Stadt, in der man aufgrund der gesunden Finanzen noch aus eigener Kraft etwas gestalten kann“, sagte Amtsinhaber Jörg Sibbel. Es sei ein ihn erfüllendes Amt. Er sei Ansprechpartner für die Bürger, arbeite eng mit der Kommunalpolitik zusammen und leite eine Stadtverwaltung einschließlich aller dazugehörigen Einrichtungen mit 250 Mitarbeitern, von denen 100 im Rathaus beschäftigt seien. Im Zentrum stehe dabei das Rathaus, dass nach siebenjähriger Planungs- und Bauzeit in sehr funktionaler und vorausschauender Weise nach wie vor allen Anforderungen an eine moderne Verwaltung gerecht werde - auch heute noch, wie Sibbel ausdrücklich betonte. Weite Teile der Erstausstattung würden noch genutzt, wie zum Beispiel das Mobiliar in seinem Amtszimmer.

Übereinstimmend stellten Schulz, Buß, Jeske-Paasch, Himstedt und Sibbel fest, dass Eckernförde mit einem außergewöhnlich hohen Maß bürgerschaftlichen Engagements gesegnet sei. Die Bürger, Vereine und Verbände identifizierten sich sehr stark mit ihrer Stadt. „Das ist ein Eckernförder Phänomen“, freute sich die Bürgervorsteherin, „dass es in dieser Qualität in keiner anderen Stadt gibt“ – Kopfnicken am runden Bürgermeistertisch. Als ein weiteres Qualitätsmerkmal nannten die Entscheidungsträger die trotz manch harter Auseinandersetzungen zielgerichtete und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung zum Wohle der Stadt. „Es war wegen des verbreiteten bewahrenden Denkens nicht immer leicht, aber Eckernförde hatte stets Köpfe in der Verwaltung und Politik, die gestalten wollten und die Menschen dabei mitgenommen haben“, sagte Klaus Buß.

Das Bürgermeisteramt kennt keine 40-Stunden-Woche. Das ist allen klar. Aber in manchen Situation wäre ein wenig mehr Privatsphäre schon wünschenswert, sagte Susanne Jeske-Paasch.

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erstellt am 27.Aug.2014 | 06:28 Uhr

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