Mitreden : Die Bürger sind gefragt

Thorsten Peuster erläuterte die derzeitigen Pläne der Bebauung an der Nooröffnung.
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Thorsten Peuster erläuterte die derzeitigen Pläne der Bebauung an der Nooröffnung.

Politiker haben überfraktionell eingeladen, um die Meinung der Bürger zu erfahren. Aber nur zehn Einwohner haben das Angebot wahrgenommen.

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05. März 2018, 06:16 Uhr

Eckernförde | Diskussionsbereitschaft, Engagement und Beteiligung am politischen Geschehen in Eckernförde waren am Freitagabend gefragt, als der SSW-Fraktionsvorsitzende Rainer Bosse, der Vorsitzende des Bauausschusses Thorsten Peuster und Matthias Huber als Hauptausschussvorsitzender ins Medborgerhuset im Hans-Christian-Andersen-Weg eingeladen hatten. Nur zehn Bürger nahmen von der Gelegenheit zum „Mitreden“ Gebrauch, dabei ging es um wichtige Themen, die jeden in Eckernförde bewegen dürften – ob nun Nooröffnung und die dort vorgesehene Bebauung, Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Barrierefreiheit in der Nicolaistraße und die damit verbundenen Baukosten für die Neupflasterung, die Qualität des Tourismusangebotes oder der Neubau eines Hospiz in der Innenstadt.

Thorsten Peuster fasste das Ziel des Diskussionsabends gleich bei seiner Begrüßung zusammen: „Wir wollen hier keine Gegenveranstaltung und keinesfalls belehren, sondern Fragen beantworten und in den verantwortlichen Gremien auswerten.“ Fragen wurden auch gestellt, gleich zu Beginn kam von Rolf Zimmermann aus dem Publikum der Vorschlag, den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) auf die andere Seite des Bahnhofes an den Grünen Weg zu verlegen und den somit gewonnenen Platz anderweitig zu nutzen. Die Neupflasterung der Nicolaistraße wurde ebenfalls engagiert diskutiert, genauso wie der Vorschlag von Karin Lilie von der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“, ein Hospiz an der Noorstraße zu bauen. Ihre Begründung: „Warum soll nicht mitten in der Stadt ein Hospiz entstehen? Es sterben aufgrund von unheilbaren Krankheiten auch junge Menschen, die Familie haben und denen die Möglichkeit gegeben werden sollte, nach Feierabend einen Besuch im Hospiz einzuplanen.“ Bislang müssen die Angehörigen der Menschen, die im Hospiz nur noch wenige Tage leben, bis nach Rendsburg fahren. „Das ist für Familien teilweise unzumutbar“, so Karin Lilie.

Thorsten Peuster nutzte die Möglichkeit zur Erläuterung der Neupflasterung der Nicolaistraße anhand einer vorläufigen Baukostenschätzung: „Mit der Nicolaistraße sind eigentlich alle zufrieden, dennoch müssen Lösungen geschaffen werden, die für Barrierefreiheit sorgen.“ Die neuen Mosaiksteine sollen im Austausch gegen die Natursteine fugenlos im „Schuppenmuster“ verlegt werden, so dass eine glatte Oberfläche entsteht. Rainer Bosse unterstrich: „Wir müssen mit Augenmaß arbeiten, damit das Flair der Stadt nicht verlorengeht.“

Damit wurde gleich das nächste Thema angesprochen: die Qualität des Tourismus. Gerade hier gibt es Nachholbedarf beim Freizeitangebot für Familien und junge Leute. Kann eine Indoorhalle mit verschiedenen Sportangeboten diese Anforderung erfüllen? Leider war die Zielgruppe im Alter von unter 40 Jahren nicht anwesend, um diese Diskussion ergebnisorientiert zu führen. Eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema ist für Dienstag, 24. April, im Rathaus anberaumt – hierzu sind junge Leute herzlich eingeladen.

Viele weitere Themen kamen zur Sprache, ob nun Pflanzung von Bäumen an der Hafenspitze, das Tourismuskonzept der Eckernförder Touristik und Marketing GmbH oder die Überarbeitung des ÖPNV in der Stadt. Weitere Diskussionsabende sollen folgen, um den Einwohnern die Möglichkeit zum Mitreden zu geben. Bleibt zu hoffen, dass sich dann mehr Bürger einfinden, um ihre Meinung darzulegen. „Die Vorschläge der Bürger nehmen wir mit in unsere Ausschusssitzungen, es bleibt nichts ungehört“, lautete das Resümee von Thorsten Peuster.






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