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Die "Brücke über das Meer soll wieder stehen

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eckernförde | 20 Jahre lang stand sie am Eckernförder Strand: "Die Brücke über das Meer" des lettischen Künstlers Ojars Pétersons symbolisiert die Verbindung zwischen West und Ost. Das Gegenstück dazu steht im lettischen Riga, beide Teile sind einander zugewandt und deuten eine Brücke der Freundschaft und des Verständnisses an. Vor zwei Jahren jedoch musste der Eckernförder Brückenteil wegen Baufälligkeit demontiert werden. Und auch das Pendant in Riga machte schlapp.

Jetzt aber soll die Brücke wieder aufgebaut werden. Der Teil in Riga ist wieder hergestellt. Er wurde vor zwei Jahren für umgerechnet 21 000 Euro für das lettische Museum zeitgenössischer Kunst angekauft und wartet im Depot des Staatlichen Kunstmuseums in Einzelteilen seiner Verwendung. Angestrebt wird der Aufbau für 2014, wenn Riga Kulturhauptstadt Europas sein wird.

Und auch der Eckernförder Teil soll nach Möglichkeit im selben Jahr wieder aufgestellt werden. Die Stadt hat schon signalisiert, sich an den Kosten zu beteiligen, große Hoffnungen liegen auf möglichen Fördermitteln des Landes. Aber auch das Engagement von Stiftungen und privaten Spendern ist gefragt.

Ojars Pétersons wurde 1956 in der lettischen Hauptstadt Riga geboren. Seit 1989 ist er Professor an der Staatlichen Kunstakademie. Pétersons gehörte schon vor der Unabhängigkeit Lettlands von der Sowjetunion zu den Künstlern, die mit nichtkonformer Kunst an die Öffentlichkeit traten. Im Mittelpunkt stand immer die Auseinandersetzung mit existenziellen Grenzsituationen des Menschen, mit Freiheit und Unterdrückung.

Mit der Installation "Brücke über das Meer" bei einer Ausstellung in Finnland erreichte er 1990 internationale Anerkennung. Der Eckernförder Galerist Norbert Weber (Galerie Nemo) holte einen Teil der Brücke nach Eckernförde, wo er zehn Jahre lang am Strand stand, bevor er im Jahr 2000 in einem Sturm zusammenbrach und 2001 wieder aufgebaut wurde. Auch die damalige Ministerpräsidentin Heide Simonis kam zu der Wiedereinweihung.

"Die Brücke über das Meer hat eine große künstlerische Bedeutung", sagt Norbert Weber. "Es war damals ein großes Wagnis, aus der Sowjetunion eine Verbindung nach Westeuropa anzudeuten." Die Aktualität bleibe: Heute könne sie als politisches Symbol für die Europäische Union gesehen werden. Im September kommt Pétersons für eine Woche nach Eckernförde, um den Wiederaufbau vorzubereiten.

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erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

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