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neujahrsempfang der eckernförder Bank : Die Bank im Plan und der Chef geht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Vorstand der Eckernförder Bank zieht beim Neujahrsempfang eine positive Jahresbilanz. Für Wilhelm Altermann-Schoer war es die letzte Amtshandlung vor seinem Ruhestand Ende Januar.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 06:09 Uhr

Eckernförde | So ganz konnte Wilhelm Altermann-Schoer es noch nicht glauben: Als der Vorstand der Eckernförder Bank gestern Abend beim Neujahrsempfang des Instituts vor rund 200 Gäste über das vergangene Geschäftsjahr sprach, war das seine letzte Amtshandlung. Er geht zum Ende des Monats in den Ruhestand. Gestern hatte er seinen letzten Arbeitstag vor seinem Urlaub. Ab jetzt leiten Frank Nissen und Sönke Saß die Geschicke der Genossenschaftsbank allein. Sie waren schon im Oktober 2014 in den Vorstand berufen worden, aus dem zu diesem Zeitpunkt Thomas Petersen ausschied. Als Würdigung für 48 Jahre Arbeit bei Genossenschaftsbanken sowie seine gestalterische Leistung in über 20 Jahren Vorstandsarbeit verlieh ihm der Verbandsdirektor des Genossenschaftsverbands, Edgar Schneider, die Ehrenmedaille in Gold.

Schon am Vormittag äußerten sich die Vorstände über das Geschäftsjahr 2015: Insgesamt sei es erfolgreich verlaufen, die anvertrauten Einlagen und das zur Verfügung gestellte Kreditvolumen sind weiter gewachsen. „Wir haben uns im Plan bewegt“, sagte Sönke Saß. Die Zahl der Mitglieder ist von 7531 auf 7747 gestiegen, die Bilanzsumme im selben Zeitraum von 334,6 auf 353,9 Millionen Euro angewachsen. Die Forderungen an die Kunden betrug zum Ende des Jahres 265,8 Millionen Euro nach 257,4 Millionen Euro vor einem Jahr, die Verbindlichkeiten gegenüber den Kunden wuchs von 241 auf 259,8 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis werde genutzt, um das Eigenkapital (30 Millionen Euro) zu stärken und um eine Dividende an die Mitglieder auszuschütten.

Für das Jahr 2016 zeigte sich der Vorstand vorsichtig optimistisch. „Das Niedrigzinsniveau wird langfristig anhalten und weiterhin für rückläufige Zinserträge sorgen“, so Sönke Saß. Das mache den Kunden zu schaffen. Bei einer Vermögensanlage sei eine Streuung wichtig: Aktien, Fondsbeteiligungen, Immobilien und Währungen. „Da gibt es jedoch kein Pauschalrezept und muss auf den einzelnen Kunden abgestimmt werden.“ Nur soviel: „Nur der kann eine gewisse Rendite erreichen, der bereit ist ein gewisses unternehmerisches Risiko einzugehen.“

Aber auch die Banken stehen vor der Frage, wie sie Gewinn anlegen können. „Eine Anlage bei der Europäischen Zentralbank kostet mittlerweile Strafzinsen“, sagte Frank Nissen, der von erschwerten Bedingungen durch die gewachsene gesetzliche Regulatorik und einen dadurch erhöhten Verwaltungsaufwand sprach.

Die Eckernförder Bank sieht sich in ihrer Strategie als Partner vor Ort für die regionalen Wirtschaftszweige bestätigt. 25 Prozent aller Kredite werden von Landwirten in Anspruch genommen. „Das ist ein Bekenntnis zu unseren Landwirten, denen wir beratend zur Seite stehen“, so Sönke Saß. Jedoch sei die Marktlage, insbesondere im Bereich der Milchwirtschaft, derzeit schwierig.

Beim Neujahrsempfang konnte der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Borchert Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen begrüßen. Darunter waren auch einige Vertreter der in der Rechtsform einer Genossenschaft neu gegründeten Rauteck eG. Sie präsentierten ihr junges Unternehmen, das aus einer Schülerfirma hervorging und Flaschenöffner und Taschen aus alten Auto-Sicherheitsgurten herstellt. Einen Überblick über die aktuelle Stadtentwicklung gab Bürgermeister Jörg Sibbel (siehe Bericht unten).

Wilhelm Altermann-Schoer:

Wilhelm Altermann-Schoer (62), ist gebürtiger Felmer, hat in Gettorf die Realschule absolviert und mit 15 Jahren eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Spar- und Darlehenskasse in Dänischenhagen begonnen. Damals war der Warenhandel mit Dünger, Getreide, Kohle und Heizöl der Grundstock des Betriebes. Altermann-Schoer: „Am ersten Tag hieß es: ’Bis du der Neue? Zieh dein Jackett aus und hilf im Warenhandel. Es ist Ernte.’“ Von 1972 bis 1997 arbeitete er bei der Raiffeisenbank in Felde, wo er nach 15 Jahren in den Vorstand berufen wurde.  Im Anschluss ging er zur Raiffeisenbank Dänischer Wohld in Gettorf, wo er Thomas Petersen im Vorstand ergänzte. Im Jahr 2000 erfolgte die Fusion mit der  Eckernförder Bank. Von 2004 bis 2014 leitete er mit Thomas Petersen die Geschicke der Bank.  „Ich schaue auf ein erfülltes Berufsleben zurück“, sagt er. Besonders freue er sich, aus einer Bank in schwierigem Fahrwasser ein ertrags- und eigenkapitalkräftiges Institut gemacht zu haben. Der Ehemann und Vater von vier Kindern hat keinen Zweifel daran, seinen Ruhestand sinnvoll gestalten zu können. Er spielt Theater, Golf, mag Camping und Motorradfahren.ape

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