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Fussball-Verbandsliga : Die Ansprüche müssen runtergeschraubt werden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Hinrundenbilanz des Eckernförder SV fällt mäßig aus: Zwar steht das Teamdefensiv stabil, aber es fallen vorne zu wenige Tore, sodass der ESV nach 15 Spielen nur Platz elf belegt.

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erstellt am 19.Jan.2014 | 17:25 Uhr

Der Aufstiegszug in die Fußball-SH-Liga ist bereits jetzt ohne den Eckernförder SV abgefahren. Zu weit weg von der Verbandsligaspitze präsentierten sich die ESV-Fußballer in einer mehr als durchwachsenen Hinserie. 19 Punkte nach 15 Spielen, 18:17 Tore, Platz elf – die Zahlen sprechen eindeutig für Mittelmaß.

Für Trainer Stefan Mackeprang war es kein ganz leichter Start. Er übernahm ausnahmslos die Mannschaft aus der Vorsaison von seinem Vorgänger Henning Seemann, die in der Rückserie der Saison 12/13 auch schon vieles schuldig blieb. Nur durch große Überzeugungsarbeit konnte Mackeprang Sönke Matthiesen dazu bringen, seinen geliebten SV Fleckeby zu verlassen und an den Bystedtredder zu wechseln. Immerhin schuf Mackeprang so etwas mehr Konkurrenzkampf im Mittelfeld. Zudem wurde Garbit Temirgan aus der zweiten Mannschaft hochgezogen, wo er sich als Torjäger in der 2. Kreisliga gute Noten verdient hatte. Mackeprang über die Kadersituation zum Saisonstart: „Ich war der Meinung, dass ich ein gutes Team habe. Zudem habe ich an den Vorteil geglaubt, dass wir bereits eingespielt sind.“

Die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Spielzeit wurden durch zwei Erfolge – darunter auch das 3:0 gegen den hoch gehandelten TSV Bordesholm – genährt. Doch schon in den nächsten beiden Spielen zeigte sich, dass der ESV eben doch nicht zu den Spitzenteams gehört. Gegen Kronshagen gab es eine Niederlage, und auch Aufsteiger Preetz II konnte am heimischen Bystedtredder beim 2:2 nicht bezwungen werden. „Wir haben es verpasst, unsere gute Ausgangsposition zu nutzen, und so einen möglichen Superstart verpasst“, sagt Mackeprang, der sich besonders über das Spiel in Kronshagen ärgert: „Da sind wir pomadig aufgetreten, und müssen das Spiel trotzdem ganz klar gewinnen.“ Ein erster echter Tiefpunkt war das nächste Heimspiel gegen den TSV Klausdorf. Zwar galten die Gäste als Aufstiegsaspirant, doch dass der ESV beim 1:4 so chancenlos war, verwunderte dann doch etwas. Zwar zeigte die Mannschaft dann im Auswärtsspiel beim Rendsburger TSV die geforderte Reaktion, und gewann überraschend mit 3:1, doch auch dazu war erst eine Einzelaktion von Linksverteidiger Nicolas Lietz notwendig, der nach einem 0:1-Rückstand seine Mitspieler kurz vor der Pause mit einem Traumtor zum 1:1 mitriss. Der Zug nach oben war zwar auch zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht abgefahren, da es keine Mannschaften gab – wie in den Vorjahren Altenholz und Schilksee –, die die Liga bestimmten. Doch da es den Weiß-Schwarzen nicht gelang, auch nur mal zwei gute Spiele in Serie hinzulegen, setzte eine Verkrampfung ein. Die Mannschaft zeigte nicht das, wozu sie in der Lage ist. Besonders in der Offensive wurde es deutlich. Da Victor Buchholz mit Verletzungen zu kämpfen hatte, fiel der bis dato treffsicherste Stürmer oft aus. Tim Schikorr, Danny Goos, Garbit Temirgan oder auch Sönke Matthiesen schafften es in vorderster Front nicht, für eine gute Torquote zu sorgen. Im Gegenteil. In fast jedem Spiel hatte der ESV seine zwei, drei Großchancen – doch den Weg ins Tor fanden die Bälle zu selten. „Vor dem Tor treffen wir immer die falschen Entscheidungen“, musste Mackeprang betrübt feststellen, und sieht dennoch auch das Positive: „Immerhin spielen wir uns regelmäßig diese Großchancen heraus.“

In den letzten vier Spielen vor der Winterpause gelang dem ESV kein Sieg mehr, sodass das Team in der Rückrunde nun einzig und allein die Aufgabe hat, den Klassenerhalt zu sichern. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Regelabsteiger auf Platz 14, den TSV Plön, und zwei Nachholspielen in der Hinterhand, sollte es für die Mannschaft eigentlich kein Problem darstellen.

Nach der verpatzten vergangenen Liga-Saison, die immerhin durch den Sieg bei den Kreishallenmeisterschaften und dem Kreispokal aufgehübscht wurde, wird es auch in dieser Spielzeit nichts mit dem geforderten Platz in der Spitzengruppe. Eher müssen sich die Verantwortlichen aktuell damit abfinden, dass der Anspruch am Bystedtredder nicht mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen ist. Immer wieder wird vom Potenzial der Mannschaft gesprochen – doch abgerufen wird es viel zu selten, sodass sich eben doch die Frage stellt, ob der ESV die Klasse hat, um Ansprüche in Richtung SH-Liga anzumelden. Mackeprang ahnte schon vor der Saison, dass es nicht besonders klug ist, die Messlatte für seine Schützlinge zu hoch zu legen, doch erhört wurde er nicht. Rückblickend sagt er: „Ich bin gar nicht so unzufrieden. Wir haben überwiegend gute Spiele gemacht, hätten aber auch ein paar Punkte mehr haben müssen.“ Der Trainer nimmt Druck von seinem Team und betont: „Der Aufstieg ist aktuell nicht realistisch.“

Nun gilt es, die Weichen für eine erfolgreichere kommende Saison zu stellen. Die ersten Schritte dazu wurden mit dem hochziehen von Eduard Moor aus der zweiten Mannschaft bereits getan. Moor ist dynamisch, schnell und jung. Er hat gute Chancen, sich wie Tim Schikorr vor ihm, von Eckernförde IF in die Ligamannschaft des ESV zu spielen. Mackeprang wünscht sich: „Mir fehlt ein bisschen das Herz im Spiel. Zudem haperte es am taktischen Mitdenken und an der Kondition bei dem ein oder anderen. Aber die Stimmung ist gut, und alle ziehen weiterhin voll mit. Wenn wir jetzt vernünftig in die Rückserie starten, und manche Spieler noch lernen, besser mit Druck umzugehen, dann können wir noch ein paar Plätze nach oben klettern.“

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