Neue FSJ’lerin im Bereich Kultur : Die alte Küche ist ihr Favorit

Ronja Armbruster  findet die Küche mit den Geräten aus dem letzten Jahrhundert interessant.
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Ronja Armbruster findet die Küche mit den Geräten aus dem letzten Jahrhundert interessant.

Ronja Armbruster leistet ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Museum und im Künstlerhaus. Eckernförde mit dem nahen Strand und der Altstadt hat es der 18-Jährigen angetan.

shz.de von
13. April 2018, 06:10 Uhr

Eckernförde | Der Bürgersaal fasziniert Ronja Armbruster am meisten. Besonders die Ausstellung der Küche mit Gerätschaften aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat es der 18-Jährigen angetan. „Wenn ich bedenke, dass das noch gar nicht so lange her ist, dass die Frauen sämtliche Wäsche, auch große Teile wie Bettbezüge und Laken, mit der Hand waschen mussten – das ist echt krass“, sagt Ronja. Die junge Frau aus Neumünster leistet ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kultur in Eckernförde.

Ihr Aufgabenfeld ist geteilt: Die neue FSJ’lerin ist sowohl im Museum als auch für das Schleswig-Holsteinische Künstlerhaus in der Ottestraße zuständig. Für die Zeit ihrer Arbeit im Ostseebad wohnt sie dort auch und ist damit die Ansprechpartnerin vor Ort für die Künstlerstipendiaten.

Als das Museum im Winter drei Monate wegen Umbau und Renovierung geschlossen war, war Ronja ausschließlich dort gefordert. „Vor Beginn der Umbauarbeiten habe ich die komplette Beschriftung in allen Räumen digital fotografiert, damit sie nach Beendigung der Arbeiten entsprechend wieder angebracht werden kann.“ Neben der Beaufsichtigung der Handwerker kam auch ihr Putzeinsatz nicht zu kurz.

Beim Gang durchs Museum bleibt die 18-Jährige vor den Eckernförder Köpfen stehen: Lorenz von Stein, Wilhelm Lehmann, Graf von Saint Germain, Hans Gudewerdt und Friedrich Wilhelm Otte. „Beim Fotografieren der Beschriftungen habe ich alles durchgelesen“, bekennt sie, „das ist ja echt interessant.“

Bis zum Beginn ihres Freiwilligen Sozialen Jahrs war Eckernförde ihr völlig unbekannt. Ronja ist begeistert von der Stadt, die sie – vor allem, wenn die Sonne scheint – als Urlaubsort empfindet. Besonders den Strand um die Ecke schätzt sie sehr. „Bis Anfang November habe ich bei 8 Grad Wassertemperatur in der Ostsee gebadet. Da haben einige Spaziergänger schon verwundert geguckt“, verrät sie und hofft, dass die Witterung es zulässt, dass sie in Kürze wieder in die Ostsee springen kann. Besonders das Schwimmen am frühen Morgen bei Sonnenaufgang hat es der jungen Frau angetan. Spaziergänge in den Gassen der Altstadt, die kleinen Geschäfte mit ihren vielfältigen Angeboten– „ganz anders als in Neumünster“, gesteht sie.

Jeder FSJ’ler ist verpflichtet, während des Jahres ein eigenes Projekt auszuarbeiten und dieses vorzustellen. Ronja Armbruster wird Passagen aus einem eigenen Text vorlesen.

„Ich habe schon immer gern geschrieben, gezeichnet und gemalt, mit Kohle, Pastell, Zeichenfeder und Grafit“, erzählt sie aus ihrer Kindheit. Tiere und Menschen sind ihre beliebtesten Motive. Bücher waren für sie eine Zeitlang wichtige Begleiter in ihrem Leben: „Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen.“ Dieses Interesse an Literatur und an Wörtern habe sie bewogen, auch während des FSJ zu schreiben. Bis zum Ende ihrer Zeit in Eckernförde Ende August soll das Buch fertig sein. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die Lesung, Raumsuche und Werbung.

Hat Ronja ihr Freiwilliges Soziales Jahr beendet, hat sie die komplette Fachhochschulreife erworben, die sie durch den Abgang von der Schule vorher nur teilweise hatte. Beruflich strebt die 18-Jährige die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten an. Den Norden wird sie verlassen und sich in den Süden Deutschlands wenden – ihr Ziel ist München.

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