Schlie Krog Sieseby : Die Ära Möller endet nach 30 Jahren

Waren immer ein Team – nach 31 Jahren geben Renate und Peter Möller den Schlie Krog in andere Hände. Ein neuer Pächter ist bereits gefunden.
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Waren immer ein Team – nach 31 Jahren geben Renate und Peter Möller den Schlie Krog in andere Hände. Ein neuer Pächter ist bereits gefunden.

Renate und Peter Möller geben nach 30 Jahren den Schlie Krog an einen neuen Pächter ab. Sie haben das Restaurant am Schleiufer zu einer gastronomischen Top-Adresse gemacht. Am 4. Januar steht der Chef das letzte Mal am Herd.

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12. Dezember 2014, 06:05 Uhr

Eine Ära der feinen Küche und des Genießens geht zu Ende – nach mehr als 30 Jahren geben Renate und Peter Möller den Schlie Krog in die Hände eines neuen Pächters. Der Kreativität und dem Mut der anspruchsvollen Restaurantbetreiber ist es zu verdanken, dass sich aus dem ehemaligen Gasthof in dem historischen Fachwerkhaus an der Schlei ein echtes kulinarisches Kleinod entwickelte. Weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus ist der Schlie Krog für seine feine Küche bekannt. Gäste von nah und fern genossen Peter Möllers Kochkunst, die sich auf die Verarbeitung hochwertiger, frischer Produkte aus der Region spezialisiert hat. „Klein und fein mit Freude am Genießen“ – so lautete über drei Jahrzehnte das Credo der Möllers.

Seit seinem 15. Lebensjahr steht der Schleswiger, der im Restaurant Haddeby in Busdorf sein Handwerk gelernt hat, am Herd. Mit seiner Frau Renate übernahm er 1983 die Gaststätte in Sieseby. Standen anfangs noch die klassischen sauren Heringe mit Bratkartoffeln auf der Speisekarte, wurde diese bereits ein Jahr später konsequent nach dem Motto „frisch, knackig und kurz“ verändert. Statt Rinderbraten gab es Kalbsfilet mit Trüffel, statt Matjes Zander in Limonenöl. Berühmt wurde der 67-Jährige für seine Terrinen – sei es die Fischsuppe mit Zander und Lachs oder die saisonale Grünholzer Rehterrine. Das konsequente Achten auf hohe Qualität lobten nicht nur Gourmetkritiker, die den Schlie Krog seit 1990 jedes Jahr mit 13 Punkten im Gourmet-Führer Gault&Millau bewerteten. Auch die Gäste dankten überschwänglich – das beweisen die Einträge in vier Gästebüchern. Neben vielen Hochzeitspaaren, die in 30 Jahren nach der Trauung in der benachbarten Kirche ihre Hochzeit in der von Renate Möller stilvoll und mit Liebe zum Detail eingerichteten Gaststube feierten – die Wände im Eingangsflur sind voll von Fotos mit glücklichen Brautpaaren – waren auch viele namhafte Künstler bei Möllers zu Gast.

Einer von ihnen war der Schauspieler Heinz Reincke, der nach den Dreharbeiten für den „Landarzt“ stets mit Ehefrau Elfie in den Schlie Krog kam. „Dummheit frisst, Intelligenz säuft, Genie tut beides“ schrieb er in das Gästebuch, in der Hoffnung, „so oft als möglich“ wiederzukommen. Renate Möller erinnert sich noch sehr gut an den Besuch des Komikers Otto Waalkes, der bereits nach fünf Minuten den Restaurantbetrieb durcheinander gebracht hatte. Waalkes Lieblingsessen sei der Aal gewesen, so der Wirt. „Also – der Brataal aus der Schlei – sensationell!“ schrieb der Ostfriese ins Buch.

Ohne die exzellenten Dienste treuer Mitarbeiter, wie Sarah Matthiessen, Sonja Ingwersen, Markus Rambow und Noah, sei dieses hohe Niveau über die Jahre hinweg nicht möglich gewesen, betonen Renate und Peter Möller. Auch die beiden Töchter, Angelika (geboren 1967) und Martina (geb. 1976), mussten von Kindesbeinen an im Restaurant mithelfen.

Noch bis 4. Januar 2015 steht der „Chef“, wie ihn Renate Möller (67) liebevoll nennt, am Herd – dann ist Schluss. Der neue Pächter, Alexander Groba, und seine Lebensgefährtin kommen aus Thüringen und werden dann das Haus, das zum Besitz von Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein gehört, übernehmen. Ein Sternekoch, so die Möllers, die Wert auf einen adäquaten Nachfolger legen.

Und sie selbst? „Uns fällt es schon schwer, das hier aufzugeben“, gestehen beide. Aber sie haben Pläne: „Wir werden endlich mit dem Fahrrad unsere schöne schleswig-holsteinische Landschaft erkunden“, sagt Peter Möller. Außerdem hätten sie vor zehn Jahren die Insel Fuerteventura für sich entdeckt – der nächste Besuch wartet schon.

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