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Wasserqualität : „Die Ämter müssen reagieren“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine Gruppe von Umweltaktivisten um Karl Walther entnimmt regelmäßig Proben in den Auen der Schleiregion. Sorgen bereiten ihr Wasserqualität und Kammlaichkraut. Mit ihrem Engagement wollen sie den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen.

„Ich bin beim Windsurfen fast kopfüber geflogen“, berichtet Wassersportler Michael Kruse. Der Grund: Die immer stärkere Verbreitung des sogenannten Kammlaichkrautes, das mit bis zu drei Meter langen Schlingen auch viele Uferbereiche der Schlei fast undurchdringlich macht, vertreibt nicht nur Badende, sondern auch die Wassersportler. Da es verstärkt im Bereich der Auenaustritte auftritt, liegt der Schluss nahe, dass es ursächlich mit dem Nährstoffgehalt der Auen zusammenhängt. Um der Ursache auf den Grund zugehen, hat sich eine kleine Gruppe von Umweltaktivisten gebildet, die regelmäßig für ein Jahr Wasser- und Sedimentproben der Hüttener-, Koseler-, Füsinger- und Norbyer Au im 14-Tage-Rhythmus entnimmt und die Fließgeschwindigkeit untersucht.

„Wir wollen nicht die Arbeit der zuständigen Behörden machen“, betont Karl Walther, der sich Sorgen um die Umwelt in der Schleiregion macht. Messungen hätten ergeben, dass ab Mai der Sauerstoffgehalt in den Auen ab 30 Zentimeter Wassertiefe gegen null gehe, und dass dies zeitlich versetzt mit dem Gülleaufbringen auf die Felder einhergehe. Bis 2009 habe es dazu regelmäßige Untersuchungen der Behörden gegeben, so Walther. Heute geschehe das nicht mehr. „Die nehmen irgendwo eine Referenzprobe und rechnen das mit den Werten vor 2009 hoch.“ Dieses Verfahren sei wenig aussagekräftig.

Schwarzer Schlick, mit schleimiger Konsistenz – in der Nähe der ehemaligen Tankstelle in Fleckeby sogar nach Benzin stinkend, sprechen eine deutliche Sprache. „Mein Opa hat hier früher Lachse gefischt, zu meiner Jugendzeit gab es hier die europäische Sumpfschildkröte, jetzt ist alles tot“, berichtet Thies Mewes, wohnhaft an einem Seitenarm der Au. Damit die Ergebnisse aussagekräftig werden, hat sich die Gruppe mit der Möllerskole Schleswig vernetzt, die ebenfalls Proben entnimmt, welche durch Svend Duggen wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Das Nährstoffproblem der Schlei ergebe sich kaum noch aus Kläranlagen, sondern zu 80 Prozent aus sogenannten „diffusen Einträgen“ sowie aus den Altlasten in den Faulschlammreserven auf dem Grund.

Ziel der Umweltaktivisten sei es deshalb, Daten über die Problematik der vielen „diffusen“ Schleieinträge zu sammeln. Ob die Phosphat- und Stickstoffinfusionen im Zusammenhang mit dem vermehrten Auftreten des Kammlaichkrautes stehen, könne die Gruppe nicht mit Sicherheit klären. „Wenn aber Umweltschützer wieder beginnen, die Schlei zu beproben, übt das Druck auf die Verantwortlichen in der Region aus“, betont Karl Walther. Die Ämter entlang der Schlei müssten nun reagieren. „Man wird uns das nicht überlassen. Das alles wird der Schlei helfen und darum geht es uns.“

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erstellt am 10.Sep.2013 | 06:05 Uhr

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