"Dicker, komm und mach mal Lakritz!"

 Kilian, Joshua und Fynn (v.l.)  haben sich ihre individuellen Naschis in der klassischen Papiertüte zusammengestellt. Hoch im Kurs bei ihnen,  die süßen Tausendfüßler
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Kilian, Joshua und Fynn (v.l.) haben sich ihre individuellen Naschis in der klassischen Papiertüte zusammengestellt. Hoch im Kurs bei ihnen, die süßen Tausendfüßler

300 verschiedene Süßigkeitenartikel gibt es beim"Naschikönig" in Weseby zur Auswahl / Jeder Kunde wird zum König

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14. Juli 2012, 07:20 Uhr

Kosel | Veilchen-Pastillen, Eierpunsch-Elche, Honigwaben oder "Alte-Schaum-Schweden"? Hinter diesen extravaganten Namen verbergen sich vier von über 300 Sorten Süßigkeitenteilchen, die, liebevoll in kleine Gläser verstaut, im "Naschikönig" angeboten werden. Ob süß oder sauer, scharf oder mild - Hannelore und Peter Viergutz haben weit und breit die größte Auswahl an Süßigkeiten und verkaufen diese, ganz nostalgisch in kleinen spitzen Papiertüten, ganz individuell zusammengestellt an die kleinen und großen Kunden.

Dabei sind es nicht nur die Kleinen, die den drei mal vier Meter kleinen Holzkiosk im Herzen Wesebys stürmen, sondern zunehmen auch große Leckermäuler. Das kann an der großen Auswahl exquisiter Lakritze liegen, die Peter Viergutz zum Teil sogar aus Schweden importiert, weil die Qualität besonders gut sein soll. Ob salzig oder mild, langsamer Genuss oder Geschmacksexplosion - Peter Viergutz kann jeden Kunden individuell beraten und nimmt sich dafür auch Zeit. Jedes einzelne Teilchen kann er zuordnen und geschmacklich einsortieren und erwägt zusammen mit dem Kunden, was in die Tüte soll. Was Lakritze angeht, reicht ihm keiner das Wasser. Da lässt sich auch Ehefrau Hannelore gerne helfen. Verlangt ein Kunde nach Lakritze, ruft sie aus Überzeugung nach ihrem Mann: "Dicker, komm und mach mal Lakritz!"

Bei so viel Beratungsbedarf und dem großen Sortiment kann das Einkaufen schon mal ein wenig länger dauern, aber das macht den "Naschikönig" eben aus. So mancher hat seine Traumtüte gut im Gedächtnis, wie Kilian, Joshua und Fynn, die besonders auf Cola-Kirsch-Teilchen und Tausendfüßler schwören. Immer wenn es passt, lassen sich die drei Hummelfelder Jungs von der Mama zum "Naschikönig" fahren, um dort nach Herzenslust einzukaufen. Und so wandert auch für kleines Taschengeld viel Naschspaß in die Tüte.

2005 hatte alles mit 60 verschiedenen Süßigkeiten zum kleinen Preis angefangen. Die Berliner Hannelore und Peter Viergutz, die sich selbst an einer Currywurstbude in Berlin kennen gelernt haben, sind in den 1990er Jahren nach Schleswig-Holstein gekommen und wollen auch nicht wieder weg. "Reich wird man mit dem Naschikönig nicht", erzählt Peter Viergutz, dafür haben die beiden "den schönsten Arbeitsplatz der Welt". Mitten in Weseby bietet der kleine, feine Kiosk von der Rückseite aus einen wunderbaren Blick auf die Große Breite der Schlei. Hier haben die Viergutzs einige Sonnenschirme und Stühle aufgestellt, so dass ihre Gäste sich auch niederlassen können.

Manche Familien kommen seit Jahren auf ihrem Weg in die Ferienhäuser hier vorbei, um gemütlich einen Wein zu trinken und die Aussicht zu genießen. Damit beginnen sie ihren Urlaub und packen erst dann die Koffer aus. Mit dem Besuch beim "Naschikönig" beginnt so mancher Urlaub, aber auch die Einheimischen freuen sich über den Betrieb in den Sommermonaten.

Für alle backt Hannelore Viergutz frische Kuchen und Waffeln und besorgt am Wochenende knackfrische Brötchen auf Bestellung. Insgesamt stehe der Kiosk im 31. Jahr, erzählt Hannelore Viergutz. Das Image des "Naschikönigs" wurde durch das Ehepaar Viergutz begründet. Hier gibt es neben den Leckereien aus den über 300 Gläsern auch frischen Honig von Imker Dreesen und 50 Sorten Eis.

Wie das große Sortiment auf der kleinen Fläche untergebracht wird, ist für die Gäste ein Geheimnis. Wichtig ist nur, dass jeder kulinarische Wunsch erfüllt wird. Umsonst gibt es zur Naschitüte stets ein freundliches Gespräch und eine entspannte Atmosphäre. Und wenn mal kein Gast am Kiosk Schlange steht, kann auch Hannelore Viergutz mal die Nase in die Sonne recken, die so idyllisch auf den "Naschikönig" fällt. Und eigentlich gibt es am Holzkiosk der Familie Viergutz nur Könige, denn wer hier kauft, wird automatisch auch zum Naschikönig.

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