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Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 02:04 Uhr

DGzRS: Lebensretter im Ehrenamt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Tag der Seenotretter“ mit vielen interessierten Besuchern im Hafen: Fahrten mit dem Rettungsboot und Übung „Mann über Bord“

Normalerweise retten sie Leben, helfen Seglern, Surfern oder Anglern aus brenzligen Situationen oder versorgen Menschen auf See in akuten Notfällen. Gestern waren die Eckernförder Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auch im Einsatz, allerdings nicht für in Not geratene Seeleute oder Wassersportler, sondern für die eigene Sache. Beim „Tag der Seenotretter“ machten sie Werbung in eigener Sache und stellten sich und ihr Rettungsboot „Eckernförde“ den vielen interessierten Besuchern vor. Von 10 bis 17 Uhr gab es etliche Ausfahrten mit dem Rettungsboot vom DGzRS-Steg vor der Holzbrücke bis zum Marinehafen und vor dem Strand sowie von Wolfgang Apitz moderierte Übungen „Mann über Bord“ vor der Holzbrücke.

Die 18-köpfige Truppe mit den roten Overalls war gut vorbereitet und freute sich über den großen Zuspruch und das rege Interesse der Urlauber, aber auch vieler Eckernförder. Für viele der Besucher aus dem Binnenland war es ein ganz besonderes Erlebnis, mit der für den Rettungseinsatz konzipierten „Eckernförde“ durch den gut besuchten Hafen ein wenig weiter raus zu fahren, sich alles genau erklären zu lassen und einfach nur den Wind um die Nase wehen zu lassen. Der 2. Vormann, Carsten Egerland, vernahm viele Fragen und freute sich mit seinen Kameraden über das große Interesse und die große Resonanz. Der frühere Kommandant des Tender Main, der auch gestern im Marinehafen zu sehen war, ist seit vielen Jahren als DGzRS-Helfer im Einsatz. Sein Vater Horst Egerland ist 1. Vormann, und sein Sohn Luca (12) hat auch schon einen roten Overall an und lernt, wie man auf See helfen und im Extremfall Leben retten kann. Mit Finn (16) hat sich ein weiterer Nachwuchshelfer der DGzRS angeschlossen.

Um 15 Uhr begannen die Vorführungen im Hafen. „Mann über Bord“ hieß es, und Wolf-Dieter Hennig schlüpfte in den Überlebensanzug, den die Retter immer dann anziehen, wenn es auf See heikel wird und Gefahr für die eigene Sicherheit im Verzuge ist. 24 Stunden lang ist man je nach Konstitution und Temperatur vor dem Auskühlen geschützt, sagt sein Kollege Julian Küppersbusch, der seinen Kameraden wenig später zusammen mit Christoph Danisch aus dem Wasser an Bord zieht. Und das Ganze noch zweimal wiederholt. Über die geöffnete Bergungsklappe wird „das Opfer“ sicher an Bord gezogen.

Wie wichtig diese Übungen sind, zeigte sich zuletzt am vergangenen Donnerstag, als die Maschine eines Zweimasters ausgefallen war und die DGzRS-Crew das Schiff in den Sportboothafen schleppte, erzählt Carsten Egerland. Eine technische Hilfeleistung, wie sie häufiger vorkommt. Auch medizinische Notfälle zählen dazu. Wie Anfang des Jahres, als ein Passagier auf einem Angelkutter einen Schlaganfall erlitt. Oder die Aufnahme der Zimmerleute, die von der Schlei aus mit dem Floß zur Kieler Woche segelten (wir berichteten), und deren Floß in der Kieler Förde auseinanderzubrechen drohte. „Wir haben etwa 20 bis 25 Einsätze pro Jahr“, sagt der 2. Vormann. Mindestens einer davon ist ein echter Seenotfall. Dann muss alles passen.

Das wissen all jene, die selbst auf dem Wasser unterwegs sind, wie Corinna Ortiz. Die Berlinerin ist von klein auf Seglerin und kennt die Ostsee durch viele Törns mit ihren Eltern. Sie macht mit ihrem Mann Frank Rappl und Tochter Marlene gerade in Damp Urlaub und nutzte die Gelegenheit, sich über die DGzRS zu informieren und mit dem Rettungskreuzer mitzufahren. „Wir finden das sehr unterstützenswert“, sagt die Berlinerin Seglerin und unterschrieb für ihre Familie einen Aufnahmeantrag für die DGzRS. Der Mindestbeitrag liegt bei 25 Euro. Interessenten können jeden Sonntag zwischen 9.30 und 10.30 Uhr zur Station an der Holzbrücke kommen, sich informieren und natürlich auch Mitglied oder aktiver Helfer werden. „Die zentrale Lage ist Gold wert“, sagt Carsten Egerland. Dadurch sei die DGzRS, die ihre Station zuvor viele Jahre im Segelhafen des SCE hatte, viel präsenter.

Neue Mitgliedschaften gab es zwar bis auf Familie Ortiz/Rappl nicht, dafür konnte die DGzRS sich aber über gut gefüllte Spendenschiffchen freuen. Auch Campingurlauber Frank Kilimann aus Remscheid, der mit seinen Söhnen Nikolas und Benedict in Hemmelmark Urlaub macht, steckte mit voller Überzeugung einen Schein in den Schlitz: „Sehr respektabel, was hier ehrenamtlich geleistet wird.“

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erstellt am 31.Jul.2017 | 06:53 Uhr

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