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Asylbewerber : Dezentrale Unterbringung bis Jahresende gesichert

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförde muss in diesem Jahr 225 Asylbewerber unterbringen. Noch gibt es belegbare Wohnungen. Wie lange die dezentrale Unterbringung noch funktioniert, kann derzeit niemand sagen.

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erstellt am 24.Sep.2015 | 06:17 Uhr

Eckernförde | 225 Asylbewerber soll Eckernförde in diesem Jahr aufnehmen. 145 werden bis zum 29. September zugewiesen sein. Insgesamt leben derzeit 195 Flüchtlinge und Asylbewerber in Eckernförde, die Verwaltung spricht von „87 Leistungsfällen“, Einzelpersonen, Paare oder Familien. Zweimal sei die Zuweisungsquote in diesem Jahr erhöht worden, sagte Klaus Kaschke, der als Behördenleiter im Rathaus für die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern zuständig ist. Die Unterbringung erfolgt nach Worten Kaschkes nach wie vor dezentral in angemieteten Wohnungen. Zuletzt seien 25 Mietverträge unterzeichnet worden – 15 bei Privatvermietern, zehn beim Wohnungsunternehmen GWU. Acht Wohnungen lägen in der Innenstadt, fünf in Borby und neun im übrigen Stadtgebiet. „Das GWU wird ab November den Bezug eines weiteren Gebäudes ermöglichen, und es gibt ein weiteres Objekt im Gewerbegebiet Marienthal, das zur befristeten wohnlichen Nutzung geeignet ist“, sagte Kaschke. Derzeit gebe es noch Aufnahmekapazitäten für zusätzlich 20 Personen in drei Wohnungen. Die Unterbringung der Asylbewerber bis zum Jahresende sei gesichert, weitere Unterbringungsmöglichkeiten würden geprüft.

Die dezentrale Verteilung sei der richtige Weg, so Kaschke, ob die Stadt sie allerdings durchhalten kann, müsse man abwarten. Die Verdreifachung der Asylbewerberzuweisungen in diesem Jahr sei eine „besondere Herausforderung“. Die Zuteilung durch den Kreis, der das Kreisgebiet in vier Sektoren eingeteilt hat, erfolgt in Eckernförde immer dienstags, alle vier Wochen auch freitags. Die Unterbringung der 225 Asylbewerber und damit einem Prozent der Einwohnerzahl Eckernfördes, sei „so eben noch zu leisten“, sagte Kaschke. Die Betreuung in den Unterkünften sei „nicht immer einfach“. Um Störungen der Hausgemeinschaft zu vermeiden, müsse man die Bewohner auch mal „an die Hand nehmen“. Mülltrennung sei für die Asylbewerber vollkommen neu und gerade in den Männerhaushalten gebe es mitunter Probleme mit der Sauberkeit. „Dafür sind bei ihnen zuhause die Frauen zuständig“, sagte Kaschke. „Da müssen wir Lösungen finden“. Das Gros der zugewiesenen Asylbewerber seien Männer, die wenigen Kinder seien alle versorgt, es gebe einen engen Kontakt zu Kitas und Schulen. Hauptamtliche Kräfte bei der Stadt und bei ProRegio begleiten die Flüchtlinge bei Behördengängen und Arztbesuchen, es seien sogar spezielle Sprechstunden für Asylbewerber im Gespräch, sagte Kaschke. Unterstützung käme auch von den Freiwilligen des Willkommenskreises.

Die Frage von Renate Gorny vom Seniorenbeirat, ob es durch die Zuweisung günstigen Wohnraums an die Asylbewerber eine Konkurrenzsituation „zu den eigenen Bürgern“ gebe, verneinte Kaschke. Der Stadt seien keine Probleme bekannt. Es würden auch keine überteuerten Mieten gezahlt. Susanne Molt (FDP) sagte jedoch, dass es sehr wohl eine Konkurrenz zu den Hartz-IV-Empfängern gebe. „Günstiger Wohnraum ist sehr rar in Eckernförde und stark nachgefragt von Hartz-IV-Empfängern“.

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