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Ortstermin für Neubauprojekt im Pferdemarkt : Der zweite Anlauf

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sechs Jahre nach dem gescheiterten ersten Projekt soll jetzt zwischen Pferdemarkt und Friedhof Mühlenberg gebaut werden. Investor Claus Schröder aus Heide plant den Bau von zehn Wohneinheiten. Anwohner sorgen sich um die enge Zufahrt.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 06:00 Uhr

2007 waren 18 bis 20 Wohneinheiten in zweiter Reihe des Pferdemarkts geplant, es gab Anwohnerproteste, eine Veränderungssperre – das Projekt verlief im Sande. Sechs Jahre später plant der Heider Bauingenieur und neue Grundstückseigentümer – früher war es Kirchenland –, Carsten Schröder, zwischen Pferdemarkt und Friedhof Mühlenberg zehn Wohneinheiten. Er hat sich auch die Zuwegung über das Grundstück eines Anwohners gesichert, dem er dafür im Tausch ein Baugrundstück abgetreten hat. Der Bauausschuss unter der Leitung von Micha Bund (Bürger-Forum) hat die Beratung am 2. September am Dienstag mit einem Ortstermin vorbereitet (siehe Bericht in der gestrigen Ausgabe).

Das Schröder-Projekt ist kleiner dimensioniert, wird aber wie berichtet von den direkten Anwohner kritisch gesehen. Jörn Dobratz fürchtet angesichts der drei Meter und an der schmalsten Stelle nur 2,94 Meter breiten Zuwegung zwischen seinem und dem Nachbarhaus um die Unversehrtheit seiner Immobilie. Weitere Anwohner wiesen auf die Überflutung und überlastete Regenwasserkanalisation nach Starkregen sowie die noch ungeklärte Mülltonnen-Standortfrage hin, da die geplanten zehn Wohnungen oberhalb ihrer Häuser nicht von den Fahrzeugen der Abfallentsorgung angefahren werden können. Ausschussmitglied Frauke Piechatzek (SPD) wollte zudem wissen, ob der Pferdemarkt angesichts der beiden geplanten Wohnprojekte überhaupt für den zusätzlichen Verkehr ausgelegt sei – „kein Problem“, zitierte Marion Hofer vom Bauamt ihren Kollegen Axel Sperber. Bauherr Schröder versicherte, dass „von oben“ kein Regenwasser in den Pferdemarkt laufen werde, weil es bereits auf der neuen Baufläche versickere.

Bei der Begutachtung des Baufeldes selbst wiesen Marion Hofer und Stadtplaner Stefan Escosura darauf hin, das die Neubauten die Bestandsbauten am Pferdemarkt nur knapp überragen und „keine Fernwirkung“ erzielen würden. Die sei den großen Bäumen auf dem Friedhof vorbehalten, zu denen zudem ein mindestens fünf Meter breiter Schutzstreifen einzuhalten sei, um die Wurzeln nicht zu schädigen. Die Baufläche befinde sich zehn Meter über N.N., die Höhe der Häuser sei auf neun Meter begrenzt. Auf den Hinweis von Matthias Huber (Bürger-Forum), der Investor könne ja die Erde abtragen und die Gebäude dann entsprechend deutlich höher bauen, um den Verkaufserlös zu steigern, entgegnete Bürgermeister Jörg Sibbel, dass dem Investor klare Vorgaben nach dem „Maß der baulichen Nutzung“ gemacht und die Zahl der Wohneinheiten und Vollgeschosse festgesetzt würden.

Im Anschluss machte Marion Hofer auf die unterschiedliche Höhenentwicklung im Pferdemarkt aufmerksam. Jedes Haus sei „ein Individuum“ und genieße Bestandsschutz. Werde aber ein Altbau abgerissen, sei nicht gewährleistet, dass der Neubau in gleicher Höhe erfolgen könne. Sie verdeutlichte das am Beispiel eines Hauses, das das Höhenniveau von 10,50 bis 11 Metern um knapp drei Meter überragt. „Eine städtebauliche Begründung dafür gibt es nicht“, sagte Hofer. Folge: Im Falle eines Abrisses und Neubaus an gleicher Stelle müsste die Höhe reduziert werden.

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