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Eckernförder Gespräche : Der Weg zu weniger Müll im Meer

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Podiumsdiskussion „Eckernförder Gespräche“ mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Industrie und Umweltverbänden ging diesmal um ein „Meer aus Plastik“.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2017 | 06:09 Uhr

Eckernförde | Es herrschte Einigkeit auf dem Podium der „Eckernförder Gespräche“: Am Vorabend des Green-Screen-Festivals hieß das Thema „Meer aus Plastik – die Vermüllung unserer Ozeane“, und von der Politik bis zur Industrie sagten alle Vertreter: „Es muss etwas passieren.“ Nur was? Um das herauszufinden, gab Green-Screen-Moderator Michael van Bürk vor rund 150 Besuchern in der Stadthalle immer wieder Anregungen.

Die Ausgangslage: Etwa 322 Millionen Tonnen Kunststoff werden pro Jahr weltweit produziert, der überwiegende Teil in Asien. Ein Drittel des Plastiks wird für Verpackungen erzeugt, ein weiteres Drittel für die Bauindustrie. Das Problem: Zwischen 4,7 und 12,8 Millionen Tonnen davon gelangen jedes Jahr ins Meer. Was es dort anrichtet, zeigte ein Film: Vögel fressen das Plastik und verhungern bei vollem Magen, Meeressäuger verfangen sich in Netzresten. 100  000 Säuger und eine Million Seevögel verenden jährlich weltweit auf diese Weise. Was der Kunststoff anrichtet, wenn er durch Erosion zu „Mikroplastik“ geworden ist, ist noch nicht genügend erforscht. Klar ist aber, dass es Schadstoffe aufnehmen kann und über die Meeresbewohner in die Nahrungskette gelangt.

Wer kann daran etwas ändern? Politik oder Wirtschaft? Nach vielen diskutierten Ansätzen hatte jeder seine eigenen Vorschläge: Dr. Bernhard Bauske vom World Wildlife Fund (WWF) forderte eine Beteiligung der Industrie an der Entsorgung von Plastikerzeugnissen. „Die Unternehmen müssen die Verantwortung dafür übernehmen, was mit ihren Produkten geschieht, sobald sie ihr Lebensende erreicht haben.“ Auf politischer Ebene äußerte sich Joschka Knuth von Bündnis 90/ Die Grünen: Er setzte auf den Transfer von Know-How in ärmere Länder, wofür Fonds aufgelegt werden müssten. Mehrwegverpackungen müssten subventioniert und Standards aufgelegt werden, die praktikabel sind: „Man muss wieder seine Tupperdose auf den Tresen legen können, damit die Verkäuferin da den Käse reinlegen kann.“ Zudem müsse die Konsumkultur grundlegend überdacht werden.

Dr. Mark Lenz vom Geomar-Helmholtz-Zentrum Kiel setzte auf eine drastische Reduktion der Plastikproduktion: „Die Hersteller müssen weniger verkaufen.“ Dazu gehöre eine globale Bewusstseinsänderung bei den Verbrauchern. In die selbe Kerbe schlug Uli Kunz, Kieler Wissenschaftler und Forschungstaucher: „Es muss nicht immer die Plastiktüte sein, und man kann auch Spielzeug aus Holz kaufen.“

Nahezu mit allen Vorschlägen konnte sich auch Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer von Plastics Europe Deutschland als Verband der Kunststofferzeuger, anfreunden. Der zückte seinen wiederverwertbaren Becher aus Bambusfasern und warb für einen verantwortungsvolleren Einsatz von Plastik. Es stehe für mehr Lösungen als Probleme. „Ohne Plastik ist das Erreichen von Zielen wie E-Mobilität oder die Energiewende nicht möglich.“ Auch er sprach sich dafür aus, dass sich die Industrie Gedanken über die Verwertung nach dem Lebensende der Produkte machen müsse. Schon jetzt engagiere sie sich, beteilige sich an Forschungsprojekten zur Vermeidung und Verwertung von Plastik und leiste Aufklärungsarbeit.

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