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Erste Windkraftanlage in Schwansen : Der Turm steht, Nabe und Rotorblätter fehlen noch

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die erste Windenergieanlage auf der Halbinsel Schwansen, die kurz vor ihrer Fertigstellung steht, befindet sich in Loose. Absolute Windstille ist notwendig, um die Nabe samt Rotorblätter in 93 Meter Höhe anbringen zu können.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 05:17 Uhr

Loose | Der Stahlrohrturm der ersten Windenergieanlage (WEA) auf der Halbinsel Schwansen steht. Er gehört der Firma Ilewind GmbH. Nach Auskunft des Geschäftsführers Peter Kirberg wurde der 93 Meter hohe Turm, der aus fünf einzelnen Segmenten besteht, an drei Tagen montiert. Gestern wurde das letzte Segment mithilfe eines Krans, der eine Höhe beziehungsweise Länge von 107 Metern erreicht, angebracht. Dass hier Tonnen an Material bewegt wurden, zeigt bereits das Gewicht der Stahlschrauben, die für ein Segment des Turms benötigt wurden. „Allein die Schrauben für ein Segment wiegen eine Tonne“, erklärt Peter Kirberg. Der Turm, der in Einzelteilen von Leipzig nach Loose transportiert wurde, und der Kran sind weithin sichtbar – genau wie die Gondel, die ebenfalls gestern montiert wurde. Sie ist das Herzstück der Windenergieanlage und enthält den Generator und das Getriebe.

„Der Wind spielt die entscheidende Rolle bei der Anbringung der Nabe“, beschreibt Geschäftsführer Kirberg den Fortgang der Arbeiten. Noch liegt das tonnenschwere Stahlstück auf dem Boden. Die Nabe verbindet die Rotorblätter, die aus dem dänischen Esbjerg stammen, mit dem Rest der Maschine und überträgt die Leistung . „Der Anbau der Rotorblätter erfolgt auf dem Boden, so dass Nabe und Rotorblätter als Gesamtpaket nach oben gezogen werden und montiert werden“, sagt Kirberg. Bauleiter und Bauarbeiter der Firma Senvion rechnen aufgrund der positiven Wettervorhersage damit, noch in dieser Woche den entscheidenden Schritt wagen zu können .

Ist dieses geschehen, ist die Errichtung der Windenergieanlage des Typs Senvion 3.2  M  114 der Firma Ilewind beendet. Die Gesamthöhe beträgt 150 Meter. Die Flügelspitzen der Rotorblätter weisen eine Tageskennzeichnung in Form einer Lackierung in Rot und Weiß auf. Hinsichtlich der geforderten Nachtkennzeichnung ist oben an der Gondel ein rotes Blinklicht angebracht. Um die Anwohner zu schützen, werde dieses nach unten hin abgeschirmt, so dass nicht die volle Lichtstärke nach unten gelangen könne, versichert der studierte Landwirt.

Er selbst habe aufregende Tage und Nächte hinter sich, da sämtliche Schwertransporte nachts erfolgt seien, bekennt der 32-Jährige, der den Baufortschritt seit Beginn des Turmbaus am Freitag nahezu 24 Stunden rundum die Uhr verfolgt.

Ist die Anlage errichtet, steht der zweite Schritt der Vernetzung an. 500 Meter Kabel verlaufen von der Windenergieanlage zu einem entsprechenden Verteilerkasten am Anfang der Erschließungsstraße. Dort soll der erzeugte Strom in das 20 kv-Netz der Schleswig-Holstein-Netz-AG eingespeist werden. Laut Berechnung des Herstellers kann eine WEA dieses Typs 9500 Megawattstunden pro Jahr produzieren. „Das entspricht dem Jahresverbrauch von zirka 3500 Dreipersonenhaushalten“, sagt Kirberg.

Man sei voll im Zeitplan, erklärt der Looser. Er ist sich sicher, dass sich die Rotorblätter der Windenergieanlage noch vor Ablauf des Jahres drehen und Strom erzeugen werden. Wenn der Wind in den kommenden Tagen mitspielt. Denn nur bei absoluter Windstille könnten Nabe und Rotorblätter montiert werden, so Kirberg.

 

 

 

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