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Reisen für alle : Der Tourismus entdeckt den barrierefreien Urlaub

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Menschen werden immer älter. Damit steigt auch die Zahl der Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie stehen jetzt im Fokus des Tourismus.

Deutschland wird älter. Längst schon werden mehr Rollatoren als Kinderfahrräder verkauft. Immer mehr Menschen erfahren somit auch Einschränkungen in der Mobilität sowie beim Hören und Sehen. Doch auch sie wollen in den Urlaub fahren und Ausflüge unternehmen. Der barrierefreie Urlaub ist damit in den Fokus der Tourismusbranche gerutscht.

Eckernförde nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein: Nicht bei der Bereitstellung von Appartements, denn nur 16 der 516 privaten und von der Touristik vermittelten Ferienwohnungen in Eckernförde sind barrierefrei. Nein, es geht um das Projekt „Tourismus für Alle“ der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (Tash). Sie will in Zusammenarbeit mit verschiedenen Pilotregionen konkrete Angebote entwickeln und vom Restaurant über das Geschäft bis zum Museum und Hotel für das Thema sensibilisieren. Schließlich würden alle davon profitieren, wenn möglichst viele Einrichtungen barrierefrei wären: auch Eltern mit Kinderwagen, Übergewichtige oder ganz einfach Menschen mit viel Gepäck.

Eine der insgesamt elf Modellregionen ist die der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG). Deshalb war die Projektmanagerin „Barrierefreier Tourismus“ der Tash, Fenja Gengelazky, am Dienstagabend im Stadthotel und hat vor 35 Touristikern, Vermietern und Freizeitanbietern das Projekt vorgestellt. Ziel ist eine bundesweite Datenbank, über die sich Menschen mit Einschränkungen vor Reiseantritt über die Möglichkeiten im Urlaubsort erkundigen können. Betriebe, die sich zertifizieren lassen, erhalten die Kennzeichnung „Reisen für Alle“. Dafür werden sie von sogenannten Erhebern besucht, die ihre Destination unter die Lupe nehmen und ihnen Tipps geben, was sie benötigen, um diese Auszeichnung zu erhalten. Schulungen und Seminare werden angeboten. Dabei geht es nicht nur darum, bauliche Barrieren verschwinden zu lassen, sondern auch solche im zwischenmenschlichen Umgang, im Service, der Kommunikation. In Arbeitsgruppen haben die Teilnehmer schließlich erfahren, welche Möglichkeiten ihnen offen stehen.

Eckernförde will also voranschreiten im barrierefreien Tourismus, nicht zuletzt weil die Zielgruppe immer größer wird und der Markt wächst. Da nimmt ETMG-Chef Stefan Borgmann die Stadt nicht aus: „Die Stadt hat schon Vieles barrierefrei eingerichtet, wie den Hafen oder die neu gestalteten Straßen in der Innenstadt. Aber es gibt noch genug zu tun wie einige Strandzugänge und öffentlichen Toiletten.“

 

> www.deutschland-barrierefrei- erleben.de; www.sh-business.de

 

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erstellt am 20.Feb.2014 | 06:26 Uhr

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