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Der Super-Lotto-Jackpot: Wirklich das ganz große Los?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sehr hohe Gewinnsummen überfordern die Gewinner: Teilen wäre für Gewinner und Mitspieler besser

von
erstellt am 09.Dez.2015 | 00:32 Uhr

„Ich wär `so gerne Millionär, dann wär` mein Konto niemals leer…“ singt die Gruppe „Die Prinzen“. Träumen Sie auch manchmal davon, ein paar Millionen im Lotto zu gewinnen? Sitzen Sie mittwochs oder sonnabends in gespannter Erwartung vor dem Fernseher, wenn die sechs „richtigen“ Zahlen bekannt gegeben werden? Und sinken Sie dann enttäuscht in den Sessel zurück, wenn wieder andere das „große Los“ gewonnen haben? In unregelmäßigen Abständen gibt es, wenn über längere Zeit niemand die „6 richtigen Zahlen mit Zusatzzahl“ getippt hat, einen besonderen Gewinn, den „Jackpot“. Er lockt meistens mit einer Gewinnsumme im zweistelligen Millionenbereich und ermuntert damit viele Menschen, sich an dieser Ausspielung zu beteiligen, in der Hoffnung auf ganz viel Geld. Für die meisten endet das dann jedoch zum wiederholten Mal mit einer Enttäuschung. Irgendwann lesen sie ein paar Tage später in der Zeitung, in welcher Region der Republik der Geldregen niedergegangen ist und hoffen vielleicht auf das nächste Mal. „Neues Spiel- neues Glück!“

Und der „ strahlende Glückspilz“ schwebt auf „Wolke sieben“ vor lauter Freude? Zweifel sind angebracht. Eine kurze Zeit mag der Jubel über den Supergewinn ja anhalten, aber schon bald stellen sich Fragen über Fragen ein: Wie kann ich den großen Gewinn vor anderen verbergen? Was mache ich überhaupt mit so viel Geld? Kann ich denen trauen, die sich mir als wohlmeinende Berater empfehlen? Was kaufe ich zuerst? Wem gebe ich großzügig etwas ab von meinem Gewinn? Was muss nicht alles bedacht werden!

Ich sehe den „glücklichen“ Gewinner sich nächtelang mit solchen Problemen im Bett herumwälzen. Erste leise Zweifel tauchen womöglich schon nach kurzer Zeit auf, ob er wirklich „das ganz große Los gezogen“ hat. Irgendwann sickert die Nachricht von seinem Millionengewinn nämlich meistens doch durch, und neben dem entfernten Schwager, mit dem er sich vor vielen Jahren zerstritten hatte und der gerade jetzt diese „blöde Sache von damals“ bereinigen möchte, tauchen Menschen auf, die sich als seine Freunde bezeichnen, obwohl er sich selbst an sie nur sehr dunkel und an eine Freundschaft mit ihnen schon gar nicht erinnern kann. Sie alle halten die Hand weit auf mit der Bemerkung: „Wo du nun doch so reich bist, da kannst du dich ja mal großzügig zeigen …“

Es gibt leider immer wieder Beispiele dafür, dass Menschen mit so einer hohen Summe Geld einfach überfordert sind. Manche endeten sogar in Armut oder setzten ihrem Leben aus Verzweiflung selbst ein Ende. Einzelfälle zum Glück, aber sie sind so tragisch, dass meiner Meinung nach die Frage berechtigt ist, ob es nicht auch aus verschiedenen anderen Gründen sinnvoller und sozialer wäre, den großen Gewinn zu teilen? Dann könnten mehrere Menschen mit einer immer noch hohen Summe etwas hoffentlich Sinnvolles in ihrem Leben anfangen, statt dass ein einzelner Gewinner die ganze Verantwortung dafür aufgebürdet bekäme.

Würde also der Reiz, an einer Lotterie teilzunehmen, tatsächlich für die Lottogesellschaft zu sehr sinken, wenn man „nur ein paar Millionen“ gewinnen könnte? Meine Antwort ist klar. Und wie sehen Sie das?

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