Der Schatz des Harald Blauzahn

Hobbyarchäologe René Schön sucht mit einem Metalldetektor nach dem Silberschatz von Schaprode.
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Hobbyarchäologe René Schön sucht mit einem Metalldetektor nach dem Silberschatz von Schaprode.

Spektakulärer Fund auf Rügen / Auch in unserer Region gibt es einige Hinweise auf die Kultur der Wikinger

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11. August 2018, 06:10 Uhr

Vor einigen Wochen wurde auf der Insel Rügen ein spektakulärer Fund gemacht. Hobbyarchäologen, darunter ein 12-jähriger Junge, entdeckten einen Silberschatz, zunächst nur einige Münzen, dann auch silberne Schmuckstücke. Nach eingehender Untersuchung stellte sich heraus, dass dieser Schatz einst Harald Blauzahn gehörte, jenem legendären Wikingerkönig, der Dänemark einte und das Christentum als Staatsreligion einführte. Harald war höchstwahrscheinlich auf der Flucht vor seinem Sohn, Sven Gabelbart, auf die Insel Rügen gekommen und hatte dort den Silberschatz vergraben.

Vater und Sohn lagen schon seit einiger Zeit im Streit, da Sven gern weiter Eroberungszüge - unter anderem nach England - machen wollte, Harald aber im Alter mehr daran gelegen war, die Grenzen seines Reiches zu sichern und ein Abkommen mit seinem mächtigen Gegenspieler, Otto, des Großen, zu schließen.

Da Sven sich gegen seinen Vater erhob, kam es zur Seeschlacht vor Bornholm, bei der Harald verwundet wurde, nach Rügen floh, den Schatz vergrub und wenig später bei Jomsburg/Oder seinen Verletzungen erlegen war, das war im Jahre 987.

In Jelling/Jütland setzte Harald zwei der berühmtesten Runensteine von Dänemark: den kleinen Thyrastein für seine Mutter Thyra Danebod und den großen Haraldstein‚ dessen Inschrift besagt, dass Harald die Dänen zu Christen machte.

Auch das war Teil des Abkommens mit Otto dem Ersten. Dazu gibt es eine Geschichte, die aber wahrscheinlich ins Reich der Sagen gehört. Der Dänenkönig soll mit dem Bischof Poppo gewettet haben, wessen Religion die stärkere wäre: der alte Glaube der Dänen oder das Christentum? Der Bischof zog daraufhin einen eisernen Handschuh an, der angezündet wurde. Doch die Hand Poppos blieb unversehrt, trotz des Feuers. So soll der Bischof bewiesen haben, dass das Christentum die stärkere Religion war. Daraufhin trat der König zum Christentum über und ließ sich taufen ...

Wie gesagt, höchstwahrscheinlich eine fromme Legende. Aber so ist Harald Blauzahn in die Geschichte eingegangen.

Sven Gabelbart übrigens hat seinem Vater nachgeeifert und bei Busdorf die Steinsetzung Tweebargen errichtet: Zwei Hügel und in der Mitte der Skarti-Stein, eine genaue Nachbildung der Anlage von Jelling.

Wo der Silberschatz des Harald Blauzahn letztendlich aufbewahrt werden wird, steht noch nicht fest.


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