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Eckernförder Zeitung

24. Oktober 2017 | 12:01 Uhr

Staugefahr : Der Region droht erneuter A7-Gau

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Landesbetrieb Straßenbau plant die Sperrung einer Spur auf der Rader Hochbrücke. Der Landrat will mit einem runden Tisch den Verkehrsinfarkt verhindern

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2014 | 07:37 Uhr

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde will es nicht erneut zum Verkehrsinfarkt in der Region kommen lassen: Nach der Ankündigung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, auf der Rader Hochbrücke eine Woche lang an der Asphaltdecke zu arbeiten, wird Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer nun tätig. Er befürchtet, dass eine weitere Baustelle neben denen im Kanaltunnel, an der B202 bei Osterrönfeld und zwischen Bargstedt und Timmaspe nicht zu verkraften ist. Deshalb will er in der kommenden Woche alle Beteiligten an einen Tisch holen, um eine andere Lösung zu finden.

Die Niederlassung Rendsburg des Landesbetriebs hatte am Mittwoch dieser Woche angekündigt, auf der Hochbrücke die rechte Fahrspur der A7 nach Süden zu sperren (wir berichteten). In der Zeit von Montag, 12. Mai, um 9 Uhr bis Sonntag, 18. Mai, sollen Asphaltschäden beseitigt werden. Der Verkehr soll dann einspurig an der Baustelle vorbeigeführt werden. Der Landesbetrieb weist zwar in der Mitteilung darauf hin, dass die ausgewiesene Umleitung über die Bundesstraße 77 wegen der Bauarbeiten im Rendsburger Kanaltunnel „nur bedingt zu empfehlen“ sei, doch das reicht Schwemer nicht. Er findet es „ärgerlich“ und „äußerst unglücklich“, dass die Asphaltierungsarbeiten nun noch hinzukommen sollen, „obwohl die Verkehrssituation in unserer Region schon massiv eingeschränkt ist“. Er rechnet damit, dass die Fahrer bei Staus vor der Hochbrücke auf die B77 ausweichen werden, um über die B202 zurück auf die A7 zu gelangen. Doch wegen der Arbeiten am Pfeiler der Hochbrücke müssten die Autos die Umleitung durch Osterrönfeld nehmen. Eine andere Möglichkeit wäre die Strecke über Jevenstedt und Nortorf bis zur Autobahnauffahrt Neumünster-Nord. Doch auf diesem Weg wartet die gesperrte Landesstraße 328 zwischen Bargstedt und Timmaspe. Landrat Schwemer fragt sich: „Weshalb wird nicht erst eine Baustelle abgearbeitet, bevor die nächste eingerichtet wird? Offenbar bedenkt niemand die Gesamtverkehrssituation dabei.“ Deshalb sei es sein „dringender Appell“, eine andere Lösung für die anstehenden Arbeiten auf der A7 zu finden. Deshalb will er Anfang der kommenden Woche Vertreter des Landesbetriebs, des Wasser- und Schifffahrtsamtes und der Polizei ins Kreishaus einladen.

Eine mögliche Lösung könne es sein, zuerst die Arbeiten am Pfeiler der Hochbrücke abzuschließen, damit die B202 in Richtung Autobahn wieder befahrbar sei. Oder zumindest die Sperrung in der Zeit vom 12. bis 18. Mai eingeschränkt aufzuheben.

Das hält auch Osterrönfelds Bürgermeister Bernd Sienknecht für richtig. „Wir haben auf der Umleitung in Osterrönfeld zu den Hauptverkehrszeiten heute schon chaotische Verhältnisse, das kann kein Dauerzustand sein“, sagte er auf Zeitungsnachfrage. Die Straßen in seinem Ort seien zudem nicht dafür ausgelegt, besonders nicht für die Lkw-Verkehre. Dass auf der A7 nun auch noch gebaut werden soll, müsse ein Planungsfehler sein. „Das muss doch vernünftig aufeinander abgestimmt sein“, sagte Sienknecht. Ihm zufolge ist zu prüfen, ob die Baustelle am Pfeiler in unmittelbarer Nähe zur B202 nicht inzwischen so weit fortgeschritten ist, dass die südliche Fahrspur angesichts der Baugrube daneben eingeschränkt mit einem Tempolimit geöffnet werden kann. „Die Nadelöhre auf unseren Straßen reihen sich aneinander, das geht so nicht“, sagte er.

„Die Situation auf den Straßen in der Mitte des Landes schreit aus meiner Sicht nach einem Verkehrskoordinator“, sagte Rolf-Oliver Schwemer im Hinblick auf die anstehende Verbreiterung der Autobahn 7 ab Herbst, die vom ehemaligen Staatsrat Gerhard Fuchs als Baustellenkoordinator begleitet wird.

Der Landesbetrieb empfiehlt in seiner Mitteilung, die Baustelle auf der Rader Hochbrücke bei Staus über die Abfahrt Owschlag und die L265 Richtung Eckernförde, die B76 Richtung Kiel und die A215 Richtung Bordesholm zu umfahren. Gleichzeitig kündigte der Landesbetrieb an, dass die Brücke vom 19. bis 23. Mai tagsüber für genehmigungspflichtigen Schwerverkehr wegen einer Brückensonderprüfung mit einem Unterflurbesichtigungsgerät gesperrt wird.

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