zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

24. Oktober 2017 | 12:14 Uhr

K 7 : Der Partykeller der Stadt wird 30

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Disco K 7 feiert ihr 30-jähriges Bestehen mit einer Wiedersehensparty. Ein Umbau mit neuester Technik steht bevor.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2015 | 06:40 Uhr

Sie ist das Wohnzimmer und der Partykeller ganzer Generationen: Seit 30 Jahren wird in der Diskothek K7 kräftig gefeiert. Deshalb gibt es am kommenden Wochenende gleich zwei Jubiläumspartys: Am Freitag, 16. Oktober, sind ab 22 Uhr unter der Überschrift „Das große Wiedersehen“ alle eingeladen, die ihre alten Partyfreunde von damals wiedertreffen und bei der Liveband „Top Union“ feiern wollen, am Sonnabend, 17. Oktober, gelten Getränkepreise wie vor 30 Jahren. Eintritt ebenfalls ab 22 Uhr.

Das K7 wurde geboren, weil das Nadasch (heute Mango’s Saal 71) aus allen Nähten platzte. „Die Gäste mussten an der B76 parken, was regelmäßig für Knöllchen sorgte“, erinnert sich Henning Franz (70), der die Disco seit 1967 betrieb. Weil er wusste, dass bald die geburtenstarken Jahrgänge ins Discoalter kommen, eröffnete er 1985 mit dem K7 die zweite Großraumdisco in Schleswig-Holstein. Dafür musste das Kolmhus im Kolm 7 (deshalb K7) mit seinen Bowling- und Kegelbahnen dran glauben. Die Bahnen liegen noch unter dem Fußboden der Disco.

„Zur Eröffnung des K7 kamen 6000 Leute, die wir gar nicht alle reinlassen konnten. Alle Zufahrtsstraßen waren dicht“, so Henning Franz. An drei bis vier Tagen pro Woche hatte die neue Disco geöffnet – ein Selbstgänger. „Wir waren die erste Disco mit vier Clubs unter einem Dach. Das war damals sensationell. Die Gäste kamen im Sommer sogar aus Hamburg.“ 2000 Besucher passten auf die 2000 Quadratmeter, auf denen unter anderem auch ein Ibizadorf Platz hatte. Geöffnet war schon ab 19.30 Uhr. „Damals gingen die Leute noch um 20 Uhr aus“, so Henning Franz. Videoshows, Liveauftritte, ein Biergarten und Restaurant – das K7 unterschied sich deutlich von anderen Discos, auch durch die Poolanlage unter freiem Himmel, die fünf Jahre später folgte.

Im Laufe der Zeit veränderte sich der Publikumsgeschmack – das K7 passte sich an: Hier wurde die Miss Norddeutschland gewählt und auch Disco-Queens und -Kings gekürt. Die Band Selig stand hier schon in den 80er-Jahren auf der Bühne, Devine war da und auch Sandra („Maria Magdalena“). Ob Modenschauen, Karaoke oder Hypnoseshows – das K7 hat sie alle gesehen. Legendär wurden die Doppeldecker-Partys: zwei Getränke zum Preis von einem. Einfach, aber effektiv. Aber auch in der Aufklärung tat sich die junge Disco hervor: In ihr warb man für „Nullo Promillo“ und geschützten Verkehr in Zeiten von Aids. Doch in erster Linie stand das K7 für das Treffen von Freunden und das Kennenlernen von neuen Leuten. Großen Anteil am Erfolg hatte Henning Franz’ Sohn Carl-Christian Franz, der die Disco mittlerweile als Betriebsleiter führt.

Doch die ganz goldenen Zeiten sind vorbei: „Zum einen gibt es einfach nicht mehr so viele junge Menschen wie damals. Ihre Zahl hat um 40 Prozent abgenommen“, erklärt Henning Franz. „Zum anderen hat sich das Ausgehverhalten verändert. Freunde treffen und neue Leute kennenlernen – das machen heute viele online.“ Vor 30 Jahren sind die Leute noch weit gefahren für einen Diskothekenbesuch und haben in Gruppen noch mehrere Clubs in einer Nacht abgeklappert. „Heute nehmen die Leute höchstens noch 50 Kilometer auf sich. Damals gingen die Leute zweimal pro Woche aus, heute nur noch zweimal im Monat.“ Auch sei die Konkurrenz im Bereich der Freizeitgestaltung viel größer als früher. Für Henning Franz steht dennoch eines im Mittelpunkt: „Wir bringen die Menschen zusammen und verkaufen Lebensfreude.“

Nach der Jubiläumsparty am kommenden Wochenende wird es Ende des Monats eine „Closing-Party“ geben. Dann wird die Disco drei Wochen lang umgebaut. Carl-Christian Franz verspricht die neueste Technologie, will aber noch nicht zuviel verraten. „Aber in zehn Jahren werden die Leute durch die dreidimensionale Holografie neben Michael Jackson tanzen können. Die Technik gibt es schon, ist aber heute noch zu teuer.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen