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32 Jahre Jahre Lehrer in Louisenlund : Der Park bleibt seine Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dr. Alf Hermann scheidet nach 32 Jahren aus dem Schuldienst der Internatsstiftung aus / Letzte Kulturveranstaltung am 10. Februar

von
erstellt am 05.Feb.2016 | 06:21 Uhr

Er sprach über den Maler Emil Nolde, den Romantiker Casper David Friedrich, interpretierte Picassos Meisterwerk Guernica, erläuterte Besuchern die russische Seele und stellte sogar eigene Fotografien vor. Für die Internatsstiftung Louisenlund oder die Kulturinitative Fleckeby hat Dr. Alf Hermann in den vergangenen Jahren Vorträge gehalten, oftmals musikalisch begleitet von dem Pianisten Sergej Leipson. Der Historiker kann nahezu zu jedem Thema einen fundierten Beitrag leisten – Kunst, Kultur und Geschichte, da ist der 75-Jährige in seinem Element. Am Mittwoch, 10. Februar, verabschiedet sich Hermann mit der Veranstaltung „Können Frauen Kunst?“ kulturell. Bis zum Schuljahresende wird er noch am Internat unterrichten, dann ist auch hier für ihn nach 32 Dienstjahren Schluss. Doch ein Thema, das wird Alf Hermann auch weiter beschäftigen und aktiv bleiben lassen – der Freimaurergarten Louisenlunds. Ihm ist es zu verdanken, dass die Freimaurerei in Louisenlund wissenschaftlich aufarbeitet und schließlich öffentlich wurde.

Hermann hatte auch Ägyptologie studiert, war viele Jahre als Berater bei Ausgrabungen in Ägypten dabei. In Louisenlund – kurz vor der dänischen Grenze – stieß er auf ägyptische Kunst und Kultur, wie den Obilisk oder das Phönixtor. „Das weckte meine Neugier“, sagt er. Damals habe er noch keine Ahnung von Freimaurerei gehabt und in Louisenlund war diese Geschichte lange Jahr Tabu. Zu schlecht war der Ruf der Logen und Bruderschaften. Die herzögliche Familie wollte die Stiftung nicht in Zusammenhang damit sehen. „Mit der Sonnenuhr, dem Symbol der Freimaurer, hat man sich nur physikalisch befasst “, sagt Hermann. Das hat sich aber im Laufe der Jahre geändert. In seinem Buch „Geheimes Louisenlund“ hebt Alf Hermann die Einzigartigkeit des Freimaurergartens und seiner Symbolik in Louisenlund hervor. Gleichzeitig räumt er darin mit den Vorurteilen gegenüber den Freimaurern und der Tempelarbeit auf. „Alle großen Geister waren Freimaurer“, sagt Hermann, der Landgraf Carl von Hessen galt als Nummer eins unter den nordeuropäischen Freimaurern. Moral und Bildung, das seien die Ansprüche der Freimaurer, sie streben nach Erkenntnis und Wissen.

In den Jahren steckte Hermann viel Herzblut und Zeit in die Parkarchäologie, entschlüsselte die versteckten Kultsymbole des Freimaurergartens und holte das nach, was Jahrzehntelang vernachlässigt wurde. Mit Geldern des Landesdenkmalamtes und der Europäischen Union sowie Spenden konnte beispielsweise die Marienlaube und die Louisensäule restauriert, der Obilisik gereinigt und Zuwegungen angelegt werden. „Der Erleuchtungsweg ist ohne Beispiel in der Welt“, betont Hermann. Aus aller Welt würden sich Fachleute melden, um Einblick in die Kultur und Spiritualität der Freimaurer zu erhalten. Seit ein paar Jahren leitet Hermann die Park-Archäologie-Gilde an der Stiftung. „Wenn die Schüler mithelfen, den Freimaurergarten zu erhalten, werden sie sich auch künftig dafür einsetzen“, so seine Hoffnung. Unterstützung bei seiner Forschungsarbeit erfährt Hermann von Schulleiter Dr. Peter Rösner. Rösner ist mittlerweile der sechste Schulleiter, der während Hermanns 32-jährige Lehrertätigkeit das Internat führt. Hermann ist froh, dass Rösner sein Engagement teilt. „Auch ihm ist es ein großes Anliegen, den Park öffentlich zu machen und die historischen Ressourcen zu nutzen“, betont der 75-Jährige. Ein großes Ziel hat Alf Hermann: „Der Freimaurergarten hat alles Voraussetzungen, um eines Tages Weltkulturerbe zu werden.“

Durch die Parkgilde wird Hermann nicht ganz den Kontakt zu den Schülern verlieren.  „Es hat mir immer Spaß gemacht, mit jungen Leuten zu arbeiten“, sagt Hermann. Das halte jung. Gerade die „digitale Generation“ sei eine große Herausforderung. Auch er sei trotz seines hohen Alters von den Schüler akzeptiert worden.

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