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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 15:15 Uhr

„Der Orkan kann kommen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Feuerwehr, Stadt und Straßenmeisterei richten sich auf zwei stürmische Tage ein / Feuerwache in der Noorstraße wird Krisenzentrum

von
erstellt am 05.Dez.2013 | 06:23 Uhr

Nach „Christian“ nun „Xaver“. Sämtliche Rettungskräfte im Stadtgebiet sind nach dem verheerenden Orkan vom 28. Oktober erneut in höchster Alarmbereitschaft. Polizei, Feuerwehr, THW, Stadtverwaltung, Stadtgärtnerei und Straßenmeisterei rüsten sich für das aus dem hohen Norden nahende Orkantief „Xaver“, das heute auf über Schleswig-Holstein hinwegrasen wird. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit Böen an der Küste von Nord- und Ostsee sowie dem Binnenland bis Orkanstärke und Windgeschwindigkeiten über 130 km/h. Angesichts der leidvollen Erfahrungen vom 28. Oktober und des anrückenden Orkans sind vorsorglich zahlreiche öffentliche Veranstaltungen abgesagt oder verschoben worden (siehe Info links).

Auch wenn es am gestrigen sehr ruhigen Mittwoch schwer fiel, an einen erneuten Orkan zu glauben, wurde hinter den Kulissen eifrig an einer Vorbereitung für das angekündigte Szenario gearbeitet. Stadtgärtnerei, Bauhof und Touristik bereiten sich auf einen stürmischen Donnerstag und Freitag vor. Die Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde wird heute zur Schaltzentrale für die Hilfseinsätze von Feuerwehr, Stadt, THW und anderen Rettungskräften. „Der Orkan kann kommen“, sagte Wehrführer Meint Behrmann, der mit seinen Leuten Ende Oktober Schwerstarbeit geleistet hat und in aller Souveränität den kommenden Aufgaben und Einsätzen entgegensieht.

Ruhe vor dem Sturm auch bei der Straßenmeisterei. Leiter Arno Sachau kann auf rund 20 Mann zurückgreifen, wenn’s hart auf hart kommt. Allerdings dürfte im Extremfall auch diese Personalstärke kaum ausreichen, um die 400 Straßenkilometer zeitnah und parallel von allen entwurzelten Bäumen oder umgestürzten Verkehrsschildern zu befreien. Sachau hat seine heutige Morgen-Crew vorsorglich zuhause gelassen, um fit und zahlreich auf der Straße zu sein, wenn „Xaver“ im Laufe des Nachmittags mit der vorhergesagten Wucht zuschlägt und alle Hände gebraucht werden. „Auch wenn ich glaube, dass es nicht so schlimm wird, müssen wir für alle Fälle gerüstet sein und mit allem rechnen“, sagt der Chef der Straßenmeisterei. In der großen Salzhalle lagern derweil rund 800 Tonnen Steinsalz aus der Gegend um Brauschweig. Diese könnten umgehend auf den Straßen ausgebracht werden. Heute und morgen rechnet Sachau jedoch nicht damit – die Prognosen sagen 4 bis 6 Grad voraus.

In der Stadtgärtnerei stehen und liegen alle Maschinen und Geräte wie etwa Motorsägen bereit, man richtet sich dort auf Überstunden ein – eigentlich ist am Donnerstag um 15 Uhr Feierabend. Insgesamt sind sie mit 15 Mitarbeiterin im Einsatz. Besonders schwer wird für die Stadtgärtnerei die „Doppelbelastung durch die Kaltfront“, die am Freitag nach dem Sturm kommen soll. „Dann müssen wir uns nicht nur um Sturmschäden, sondern auch noch um Schnee, Eis und Glätte kümmern“, sagt Sylvia Bent, Leiterin der Stadtgärtnerei. Schwer sei das vor allem im Hinblick auf die Arbeitskräfte. „Wir sind mit den Personalkräften am Limit.“ Sie warnt Spaziergänger davor, nach dem Sturm auf den Wander- und Verbindungswegen unterwegs zu sein. Die Schäden in den Bäumen seien auf den ersten Blick oft nicht zu sehen und durch herabfallende Äste oder ähnliches deshalb umso gefährlicher.


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