Der "neue" Radweg blüht auf

Störender 'Nachwuchs':   Unkraut wächst zwischen dem alten Radweg (l.) und dem  Streifen (r.), der den Weg verbreitern sollte.    Foto: gehrke
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Störender "Nachwuchs": Unkraut wächst zwischen dem alten Radweg (l.) und dem Streifen (r.), der den Weg verbreitern sollte. Foto: gehrke

Unkraut durchbricht die Verbreiterung des Weges von Borgstedt nach Sehestedt / "Sparversion" für 70 000 Euro

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17. Mai 2011, 05:43 Uhr

SEHESTEDT/BORGSTEDT | Bis auf Kniehöhe wächst das Unkraut auf dem Radweg von Borgstedt nach Sehestedt. Es blühen der Löwenzahn und Wiesenbärenklau. Im März waren die Bauarbeiten an der rund fünf Kilometer langen Strecke beendet wurden. Der Weg war auf etwa 1,60 Meter verbreitert worden. Hierfür wurde ein etwa 40 Zentimeter breiter Streifen ausgehoben und mit Asphaltfräsgut aufgefüllt. Diese "Sparversion" kostete den Kreis rund 70 000 Euro.

Über den "blühenden" Weg ist auch Matthias Paraknewitz, der Leiter des Landesbetriebes für Straßenbau Schleswig-Holstein, Niederlassung Rendsburg, nicht glücklich. Ausgeschlossen habe man das Wachstum jedoch nicht, denn sonst hätte man 70 Zentimeter auskoffern müssen. Doch nicht nur das. "Die Wurzeln sind unter dem alten Radweg. Die konnten wir nicht herausholen", erklärt Paraknewitz.

Verbreitert worden sei der Weg, damit er von einem Fahrzeug genutzt werden könne, um die Bankette zu mähen. In der Vergangenheit hätten die Mähgeräte nämlich mit einem Reifen im Grünen fahren müssen. Eine Verbreiterung des Weges speziell für Radfahrer sei nicht das Ziel der Maßnahme gewesen, betont der Landesbetriebleiter. "Das angewendete Verfahren ist eine Bauweise, wie sie unsere Vorfahren schon gemacht haben. Alles neu zu machen, konnten wir uns nicht leisten."

Die Bauarbeiten seien jedoch auch noch lange nicht abgeschlossen. Vorerst werde man sich um die Beseitigung des Unkrautes kümmern. Es soll außerdem noch ein Oberflächenschutz auf den neuen Streifen und den Spalt aufgetragen werden. Die Schicht aus Bitumen soll mit Split abgestreut werden, damit eine rutschfeste Oberfläche entsteht.

Doch bevor es soweit sei, müsste einige Male gemäht und die Verfestigungen des losen Materials abgewartet werden. "Nachbessern, warten, nachbessern, warten", sagt Paraknewitz. "Irgendwann machen wir dann eine Decke über alles."

Sehestedts stellvertretende Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann hatte sich die Ausführung anders vorgestellt: "Ich dachte, es würde ein sauberer Schnitt gemacht werden und das Unkraut klar abgetrennt. So werden wir den Weg nicht übernehmen," sagte er auf Zeitungnachfrage.

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