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neues scan-verfahren : „Der neue Blick auf Neuwittenbek“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Arbeitsgemeinschaft Vor- und Frühgeschichte stellt ein neues Scan-Verfahren vor. Damit können unter anderem Höhenunterschiede gezeigt werden. Die Hoffnung auf den Nachweis von Turmhügelburgen wurde jedoch nicht erfüllt.

Stand im Waldgebiet Plotzenbrook bei Neuwittenbek zu Anfang des 13. Jahrhunderts tatsächlich mal eine Turmhügelburg, auch Motte genannt? Einwohner vermuten es, und auch nach Karten vom archäologischen Landesamt, in denen archäologische Funde vermerkt sind, wäre es durchaus möglich. Über 30 Mitglieder und Interessierte kamen im Mehrzweckraum der Klaus-Stein-Halle zusammen, um beim Treffen der Arbeitsgemeinschaft Vor- und Frühgeschichte der Heimatgemeinschaft Eckernförde mehr darüber herauszufinden.

Der stellvertretende Vorsitzende der Heimatgemeinschaft und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Joachim Sebastian aus Osterby hatte eine Software mitgebracht, die es ermöglicht, das Gebiet in und um Neuwittenbek auf eine Leinwand gebeamt mit dem neuen Laserscanning-Messverfahren zu betrachten. „Der neue Blick auf Neuwittenbek“, sagte er. In den blauen, grünen und braunen Strukturen erkannten die Teilnehmer nach und nach Fähranleger, Knickanlagen, Waldgebiete, Aufschüttungen, Felder und ihre Wohnsiedlungen. „Mit dieser Darstellung kann man die Höhen ganz wunderbar zeigen“, erklärte Joachim Sebastian. Gemeinsam untersuchte man die Strukturen nach alten Wegen, Heerwegen, Wällen, Grabenstrukturen und Megalithgräbern, also Großsteingräbern. Es wurde viel vermutet, diskutiert und immer wieder verglichen mit alten Karten vom archäologischen Landesamt, um daraus Rückschlüsse auf frühere Siedlungen und Anlagen zu ziehen. Im Gebiet Plotzenbrook waren auf einigen Karten zwei Motten eingezeichnet. „Wir haben immer vermutet, dass im Plotzenbrook eine Turmhügelburg oder Motte gestanden hat“, sagte die Neuwittenbekerin Marianne Wolf, die seit Jahren an der Chronik der Gemeinde schreibt. Sie könnte dort gestanden haben als Vorgängerin des Gutes Warleberg. Solche Ritterburgen seien typisch gewesen im 13. Jahrhundert, weiß sie. Dann wurden sie aufgegeben, und die Güter sind entstanden. Die Ritter wurden zu Gutsherren. Man versuchte, im Scan im Gebiet Plotzenbrook die für eine Motte typischen künstlichen oder natürlichen Hügel mit Wassergräben drum herum zu erkennen, entdeckte zwei Hügel mit Gräben, die künstlich angelegt schienen. Auch die Verbindung zu den alten Heerwegen sei auffällig, fand Marianne Wolf. „Wir haben uns erhofft, durch die gescannten Aufnahmen sicherer zu sein“, sagte sie. Aber sie könnten leider auch nur die Idee bestätigen. „Beweisen können wir die Motten im Scan leider nicht“, urteilte auch Joachim Sebastian. Um sicher zu sein, müssten dort Grabungen vorgenommen werden, was jedoch sehr teuer sei. „Wir bräuchten weitere Funde von dort.“ Anschließend half er den Teilnehmern, ihre auf Feldern in und um Neuwittenbek gefundenen Steine und steinzeitlichen Geräte zu bestimmen.

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