Mühlentag : Der mühsame Weg vom Korn zum Mehl

Auch 2015 wurde wieder ein Luftballonwettbewerb gestartet.
1 von 4
Auch 2015 wurde wieder ein Luftballonwettbewerb gestartet.

Rund 500 Besucher beim Mühlentag in Groß Wittensee

shz.de von
27. Mai 2015, 06:02 Uhr

Seit 1994 findet am Pfingstmontag traditionell der deutschlandweit organisierte Bundesmühlentag statt. Auch in diesem Jahr war die historische Windmühle „Auguste“ in Groß Wittensee wieder Teil der Aktion und öffnete ihre Türen für Besucher.

Zur Einstimmung auf ein buntes Programm rund um die 1874 erbaute Mühle feierten die Gäste den Pfingstgottesdienst mit Pastor Thies Feldmann aus Bünsdorf. Anschließend hatten die vielen ehrenamtlichen Helfer, die sich rund um die Groß Wittenseer Mühle engagieren, für ein reichhaltiges Mittagsangebot gesorgt. So wartete ein deftiger Erbseneintopf auf die Besucher. Doch auch selbstgebackenes Brot aus eigens in der „Auguste“ gemahlenem Mehl konnte verkostet werden. „Wir können hier Backschrot aus Weizen, Dinkel und Roggen in zwei Mahlgängen herstellen“, wusste Mühlenbesitzer Hans Lemke zu berichten. Der gelernte Müller war den ganzen Tag damit beschäftigt, den interessierten Gästen die Besonderheiten der Windmühle näher zu bringen. Doch Lemke musste auch mahnende Worte an sein Publikum richten: „Seit der fortschreitenden Elektrisierung hat es ein kontinuierliches Mühlensterben gegeben“, so Lemke. Die Instandhaltung einer so alten Mühle koste heute etwa 10  00 Euro im Monat. Unterstützung bei schwierigen Restaurationsarbeiten erhält Hans Lemke vom niederländischen Mühlenbauer Jos Geverink. Dieser war extra zum Mühlentag nach Schleswig Holstein gereist, um seinen Freund Lemke zu besuchen und Kontakte im Land zu pflegen. „Wir haben im Jahr 2000 den Innenraum erneuert und einen Flügel von Segel- auf Jalousiebetrieb umgebaut“, erinnerte sich Geverink.

Als Ehrengast stattete der Landesvorsitzende des „Vereins zur Erhaltung der Wind- und Wassermühlen in Schleswig-Holstein und Hamburg“, Hans-Jacob Thiessen, “ einen Besuch ab: „Menschen mögen Mühlen“, kommentierte er die große Resonanz des Publikums und gestand, die Wittenseer Mühle schon lange in sein Herz geschlossen zu haben.

Zufrieden mit dem Aktionstag zeigte sich ebenfalls Hans-Claus Schnack, der Vorsitzende des Mühlenvereins. Die Besucherzahl schätzte er auf mehr als 500 Schaulustige: „Darunter sind viele Einheimische aber auch eine große Zahl von Feriengästen“, erkannte Schnack einige Gesichter aus den letzten Jahren wieder. Das Wunderbare an so einem Fest sei das Miteinander. „Das hält die Menschen Zusammen“, freut sich Schnack besonders über den Besuch junger Familien. Die kamen am Nachmittag ebenfalls auf ihre Kosten. Während die Erwachsenen sich am Stand des Mühlenvereins informieren, den Klängen des „Soundorchesters Owschlag“ lauschen oder die Vorführung des DRK-Tanzkreises bewundern konnten, bot sich den Kindern die Möglichkeit eines Luftballonwettbewerbs. Bis nach Berlin und Wustrow hatten es die Ballons im letzten Jahr geschafft. Wohin die nun gestarteten Ballons vom Wind getragen werden, wird Hans-Claus Schnack dann auf dem Mühlentag 2016 bekannt geben, wenn sich die Windmühle „Auguste“ wieder den Mühlenfans in der Region vorstellt. 



zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen