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Der Mensch, die Energiewende und die Windkraft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein Diskussionsbeitrag des Eckernförder Fotografen und Künstlers Heinz Teufel

von
erstellt am 12.Mär.2016 | 06:18 Uhr

Die Aussicht auf weitere Windräder rund um Eckernförde treibt viele Menschen um. Der Eckernförder Fotograf und Künstler Heinz Teufel hat uns dazu einen Auszug aus einem Grundsatzbeitrag für die Husumer Nachrichten zum Thema Energiewende zugeschickt. Teufel: „Diese abgebildete Landschaft ist offiziell für nicht mehr bewohnbar erklärt worden. Die Bauern haben da nur noch pro forma ihren 2. Wohnsitz. Steht ein Windkraftrad still, weil zum Beispiel der Strom nicht mehr abtransportiert werden kann, erhält der Besitzer eine Ausgleichszahlung von 400 Euro für jede Stunde. Ansonsten wird der überschüssige Strom mach Dänemark transportiert. Damit die den abnehmen, bekommen sie Geld.“ Diese Informationen stammen laut Teufel von einem leitenden Ingenieur, der an der Westküste Windräder baut.

Hier der Beitrag: Von heute auf Morgen hat die Bundesregierung auch aus wahlstrategischen Gründen die Energiewende durchgesetzt. Nun wurde über Nacht aus dem Bauern, ein Unternehmer, der Energie mit industriellen Mitteln und Maßstäben produziert. Diese Energiepolitik gibt vor, Natur erhalten zu wollen, erledigt diese aber, weil sie keinen ganzheitlichen Ansatz sucht. Auch ist die Energieproduktion politisch, organisatorisch und praktisch nicht im Ansatz bewältigt worden. Wohin mit dem Strom, wenn es nicht ausreichend Leitungen gibt? Hierarchische Strukturen treffen hier auf pluralistische Strategien. Entweder wird ein Ansatz konsequent durchgezogen oder jeder macht, was vordergründig individuellen Nutzen bringt. So läuft nichts zusammen. Ein alternativer Ansatz wäre es, jeden Haushalt seine notwendige Energie selbst produzieren zu lassen. Entstehender Überschuss würde dann in ein gemeinsames Netz gespeist werden, um andere zu versorgen, und wie wäre es denn, wenn wir weniger verbrauchen würden? Dies wäre alternativ zu überlegen.

Aber selbstbestimmende Modelle hassen Politiker und Betreiber wie der Teufel das Weihwasser, denn ihnen würden Macht und Profite abhanden kommen.

Ich meine, wir sollten unterschiedliche Systemansätze miteinander verbinden. In vielen gesellschaftlichen Bereichen bräuchten wir mehr Individualität und dennoch übergreifende Strukturen und Regeln. Dies widerspräche nicht den Grundsätzen von Demokratie, Marktwirtschaft und Menschenrechten, wenn Einigkeit über die Ziele bestehen würde.

Wer heute durch das weite Land hinter den Deichen fährt, wer den endlosen Horizont des Wattenmeeres sucht, der wird sich schockiert fragen, ob hier alle verrückt geworden sind? Naturlandschaften und Kulturlandschaften sind mutiert zu Industrieanlagen, chaotisch möbliert mit einem Arsenal von Windkrafträdern. Jahrtausende alte Landschaften sind in wenigen Jahren ästhetisch und ökologisch völlig vernichtet worden. Über Jahrhunderte hat der Mensch Kriege gegen Andersgläubige geführt, heute hat er endlich die lang ersehnten Mittel und die Macht, um als selbst ernannte Krone dieser Schöpfung final Krieg gegen die Natur führen zu können.

Unsere Habgier kennt keine Grenzen. Wir vernichten diese Schöpfung und meinen, die Alleinherrschaft der Menschen etablieren zu können. Wir Menschen sollten mündig und selbstverantwortlich handeln, begreifen und akzeptieren, dass die Menschheit nur ein Organ des Lebens, des lebendigen Planeten Erde ist.

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