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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 14:14 Uhr

Konzert : Der Meister der Klaviertasten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jo Bohnsack war zu Gast in der Galerie 66 und hat ein Boogie-Woogie-Konzert mit Liedern von Ray Charles bis zu den Beatles gegeben. Überraschung: Als Zugabe gab es das wohltemperierte Klavier von Bach.

Wenn Jo Bohnsack in die Tasten greift, bleibt beim Publikum kein Fuß mehr ruhig. So geschehen auch am vergangenen Freitag in der Galerie 66, als es Piano-Blues und Boogie Woogie vom Feinsten gab.

Die Haare locker in die Stirn, ein verschmitztes Lächeln zum Publikum und dann fängt er an. „Bohnsack is in town“, hört man ab und zu heraus, die wirbelnden Finger entlocken dem „Steinway & Sons“ sogar ein Zwitschern, das sich mit dem typischen rollenden Bass des Boogie Woogie in vielleicht improvisierter Folge abwechselt. Lässig greift er wie nebenbei in die Tasten, sucht dabei den Augenkontakt mit dem Publikum, seine Finger finden die Tasten allein, lassen Melodienfolgen, die wie selbstverständlich ineinander fließen – der Beifall durchs Publikum kommt prompt. Sicherlich bedingt durch die private Atmosphäre in der Galerie 66, gelingt es dem Entertainer immer wieder, mit kleinen Anekdoten und direktem Ansprechen Einzelner den Kontakt zum Publikum herzustellen.

Geboren auf Sylt, ist es nicht die typische Inselmusik, der sich Bohnsack verschrieben hat, jedoch war es der berühmte „Mann am Klavier“ irgendeines Westerns, der bei ihm für die musikalische Initialzündung sorgte. Inzwischen in Hamburg lebend, ist er Mitbegründer der 1994 entstandenen Hamburg-Boogie–Connection, zu der auch Axel Zwingenberger, Vince Weber und Joja Wendt gehören.

Sind es zeitweilig die weniger bekannten Stücke, entwächst aus der Melodienfolge des Abends Ray Charles berühmtes Stück „Hit the Road Jack“, das mit Fingerschnippen und Refraingesang das Publikum mitgehen lässt. Für die meisten Anwesenden dürfte dann die Jazzversion von „Yesterday“ etwas Neues gewesen sein, mit „Ain’t She Sweet“ aus dem Jahr 1927, jedoch erst wirklich bekannt geworden durch die Beatles, führte er sein Publikum in die Anfangsjahre des Boogie Woogie zurück.

„Es ist nicht meine Musik, aber ich fand es musikalisch gut“, befand die 12-Jährige Marla Hübner als Jüngste an diesem Abend, für sie hatte der Künstler auch eine CD übrig. Großen Dank richtete Bohnsack an das Itzehoer Krankenhaus und den Organisator des Abends Detlev Stolle, sorgten doch diese dafür, dass eine Prellung des linken Arms von Bohnsack nicht zum Ausfall des Abends führte. „Zur Not hätte ich den Abend gemacht, du hättest ja mit einem Arm mitspielen können“, sagte Stolle, wie das ausgesehen und geklungen hätte, setzen beide sofort in die Tat um.

Krönender Abschluss war dann die Zugabe, wobei das Publikum Bachs Präludium in C-Dur aus dem „Wohltemperierten Klavier“ nicht erwartet hätte. „Ich spiele das nicht immer, aber hier haben das Instrument und das Publikum dafür gepasst.“

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erstellt am 21.Okt.2013 | 05:45 Uhr

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