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Pflegekonzept : Der Mann, der der Natur auf die Sprünge helfen will

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jetzt schaltet sich der Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler in die öffentliche Diskussion zur Pflege der Grünflächen ein. Er hat das neue Pflegekonzept entwickelt.

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erstellt am 02.Sep.2014 | 06:32 Uhr

Den Kurpark, die großen Verkehrsinseln am Lornsenplatz oder andere repräsentative Pflanzzonen möchte Rüdiger Ziegler nicht unterpflügen lassen und durch heimische Pflanzen wie Wasserdost, Strandroggen oder Kugeldistel ersetzen. „Diese Bereiche sind überhaupt nicht Bestandteil des neuen Pflegekonzepts, die haben wir ganz bewusst außen vor gelassen“, sagt der Gärtner und Landschaftsarchitekt, der damit auf die öffentliche Diskussion zum Thema Grünpflege in Eckernförde reagiert. Darin ist auch vom neuen Pflegekonzept der Stadt die Rede, und das stammt aus seiner Feder. Ziegler hat es vor rund zwei Jahren ehrenamtlich für die Grünen erarbeitet, die es dann in die städtischen Gremien gebracht haben.

Ihm geht es keineswegs darum, die repräsentative und von vielen Bürgern und Urlaubern so geschätzte blühende Pracht an herausgehobenen Plätzen durch heimisches Grün zu ersetzen. Er möchte allerdings eine Trendwende in Richtung eines naturnahen Grün- und Pflegekonzepts einleiten, ohne die Grünflächen zu verunstalten. Er möchte dem Kreislauf der Natur mit einer gezielten und abgestuften Bepflanzung Raum geben, ohne dass das Stadtbild unter einer Ausbreitung von Wildkräutern leidet. Dazu zählt auch die Anpflanzung mit Strandpflanzen wie Strandhafer, Strandroggen oder einer Dünenvegetation am Wegesrand.

Ein Dorn im Auge sind Ziegler allerdings die vielen, pflegeintensiven Rosenbeete wie der 2,5 Kilometer lange Grünstreifen entlang der B 76, die sich in einem schlechten Zustand befinden. „Es sind nicht alle Rosenbeete schlecht, aber es sind zu viele und der Zeitpunkt zum Gegensteuern ist verpasst worden“, sagt Ziegler. Jetzt sei die Stadtgärtnerei nicht mehr in der Lage, diese so zu pflegen, dass sie ansehnlich aussehen. „Wenn die Rose schwächelt, ist der Giersch schon da“, und dagegen sei kein Kraut gewachsen. Außer es kommen Pflanzen zum Einsatz wie Goldrute, Moschusmalve, Strandroggen, Virginia Ehrenpreis oder der bei Schmetterlingen sehr beliebte Wasserdost, die nicht nur farbenfroh blühten, sondern über dem Giersch stünden und ihn überdeckten. Giersch sei so hartnäckig, dass man so gut wie keine Chance habe, ihm beizukommen. Um allen die Vorzüge des neuen Pflegekonzepts zu demonstrieren hatte Ziegler etwa 15 Meter des Grünstreifens an der B 76 mit Land-Reitgras und Strandhafer bepflanzt – allerdings ohne Erfolg, denn der heiße Sommer hat die Pflanzen verbrannt. So erging es übrigens auch den Wildblumen, die die Stadtgärtnerei in Teilbereichen an der B 76 ausgesät hat.

„Wir haben kein Interesse, alles kurz und klein zu machen“, unterstreicht Rüdiger Ziegler nochmals. Sein Ziel sei ein zielgerichtetes und abgestuftes Pflegekonzept, das mit Michael Packschies, bei der Stadt zuständig für Naturschutz und Landschaftsplanung, sowie der Stadtgärtnerei abgestimmt wird. Auch im Bürgerpark kann Ziegler sich eine ökologische Aufwertung unter Einbeziehung der Krokusblüte vorstellen, die den Menschen aber auch durch Info-Tafeln erklärt werden müsse.

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