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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 08:05 Uhr

Der letzte schwere, aber erlösende Gang

vom

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eckernförde | Unsere liebe Daisy war nun doch rettungslos erkrankt. Unsere Tierärztin hat alles Mögliche getan, um sie uns zu erhalten. 13 Jahre war sie nun bei uns, 13 Jahre an meiner Seite und ein Mitglied unserer Familie. Mein jetzt 15-jähriger Enkel ist mit ihr aufgewachsen, sie war viele Jahre ein lieber Spielhund für ihn und seine Freunde.

Wir wollten sie nicht quälen, erhielt sie doch schon etwas länger diverse Tabletten täglich, alles immer ohne Weigerung. Den ersten Termin hatte ich am 7. Januar, doch ganz plötzlich ging es ihr viel besser, aber nur eine Woche. Eine weitere Blutuntersuchung ergab, dass es keine Besserung geben konnte. Die Ärztin und ich machten nun einen Termin am 18. Januar um 18 Uhr. Der Hauptgrund aber für diese nun schnelle Entscheidung war, dass Daisy das starke Schmerzmittel total verweigerte. Das war das erste Mal. Jetzt wollte sie nicht mehr.

Mein Mann war in Hamburg im UKE. Nun hatten Daisy und ich eine gute Woche, und so verabschiedeten wir uns in aller Ruhe von all den Plätzen, wo wir uns immer so gut gefühlt haben. In den Jahren von 2002 bis 2004 machten wir lange Urlaube in Damp, und meine wichtige Station zum Shoppen wurde die Kieler Straße in Eckernförde. Daisy und ich gingen nun noch einmal in der Fußgängerpassage spazieren, dann weiter zum Hundestrand. Sie lief wie immer ganz unten am Wasser entlang, fröhlich und mit dem Schwanz wedelnd. Wer es nicht wusste, konnte nicht ahnen, wie krank sie war. Ihr schwarzes Fell glänzte in der Sonne, sie sah so jung aus! Am nächsten Tag holte ich von unseren Kindern den kleinen Yasper Krumbein, die beiden Hunde liebten sich nun schon ein Jahr. Wir gingen gemeinsam in den Wald auf Schnüffeltour. Die beiden Hunde an der langen Leine, immer ganz eng beieinander.

Wir brachten Yasper nach Hause, und die beiden Hunde liefen so schnell sie konnten die Treppen hinauf. Ich kam nicht so schnell hinterher, und als ich endlich in der Wohnung war, konnte ich Daisy nicht entdecken. Ich sah umher, beim Jungen im Zimmer war sie auch nicht, nun rief ich meine Tochter und fragte unruhig: "Wo ist der Hund?"

Keine Antwort, meine Tochter zeigte auf den runden Fellteppich im Wohnzimmer. Da lag sie kaum zu erkennen und auch völlig erschöpft. Ich ging zu ihr, streichelte sie liebevoll, sie ruhte sich aus .... Wir blieben noch eine ganze Weile, die Hunde lagen bald dicht beieinander. Dann machten wir uns langsam auf den Heimweg.

Ich hatte sehr viel Zeit für Daisy. Wenn sie nachts raus musste, tollte sie leise im Schnee umher, das war schön und tat uns beiden gut. Am 18. Januar holten Daisy und ich meinen Mann morgens aus Eppendorf ab, denn diesen letzen Weg konnte ich nicht ohne ihn machen. Ihr Herrchen musste auch an ihrer Seite sein. Sie hatte in kurzer Zeit 7 Kilo Gewicht verloren, war schlank wie ein einjähriger junger Hund mit ganz glänzendem Fell und weißem Bart und weißen Augenbrauen.

Abends fuhren wir gemeinsam in die Praxis, alles war vorbereitet. Ich hielt sie im Arm bis zum letzten Atemzug, und auch danach konnte ich sie lange nicht loslassen. Die Tierärztin verließ das Zimmer, wir blieben noch eine ganz Weile. Wir haben das Richtige getan, unsere Daisy von ihren Schmerzen erlöst.

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