zur Navigation springen

Der lettische Künstler und sein Wille zur Spontanität

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Künstler Ojars Pétersons beantwortet in der Galerie Nemo fragen zu seiner Kunst

von
erstellt am 18.Sep.2013 | 00:32 Uhr

Dem lettischen Künstler Ojars Pétersons konnten die Besucher in der Galerie Nemo gestern bei seiner Arbeit über die Schulter gucken. Seit vergangenen Donnerstag ist der für seine orangefarbene Brücke bekannte Künstler wieder in der Stadt, um in der Werkstatt von Kupferdrucker Norbert Weber an seinen Monotypien zu arbeiten.

„Monotypie – das ist ein besonderes Verfahren der Kunst“, erklärt Weber seinen Gästen. Auf einer Kunststoffplatte hat der lettische Künstler zunächst schwarze Ölfarbe gegeben, dann schneidet er unterschiedliche Formen aus Plastik aus, klebt sie darauf und färbt sie in ein leuchtendes Orange. Danach geht es in die Druckerpresse und auf festem Büttenpapier entsteht das einmalige Kunstwerk.

Doch wozu der ganze Aufwand? Warum nicht gleich auf einer Leinwand malen? Mit diesem Verfahren kann sich Ojars Pétersons austoben, hier kann er spontan sein, sich einfach mal frei entfalten, erklärt Weber. Ist etwas mal nicht ganz so geraten, wie er es wollte, nimmt er einfach seinen Lappen und wischt es weg. Das macht er solange, bis er wirklich zufrieden ist. Beim Übermalen seien Änderungen viel komplizierter.

Pétersons, der in seiner Heimat in Riga auch eine Professur für visueller Kunst inne hat, scheint diese kreative Arbeit sichtlich zu genießen. „Hier kann ich mal expressiv arbeiten, weg vom Konzeptionellen“, sagt er strahlend, während er mit einem Stück Zeitung die Farbe verwischt.

Als das Werk dann fertig gedruckt auf dem Tisch liegt, sind die Besucher wieder gefragt: „Was will uns der Künstler damit sagen?“, möchte Weber wissen. Eindeutig erkennt Günter Haß gleich die Teile der orangefarbenen Brücke, die das Thema auf vielen Werken beherrscht. Die Brücke ist neben der geplanten Monotypie-Ausstellung Mitte Oktober auch einer der Gründe, warum Pétersons nach Eckernförde gekommen ist. Die Aufbauarbeiten der „Brücke über das Meer“ sollen bald beginnen und er ist vor Ort, um genaue Anweisungen geben zu können.

20 Jahre lang stand die Brücke auf Höhe des Stadthotels am Strand und sollte ein Zeichen der Freundschaft und des Verständnis darstellen. In Riga befindet sich das Gegenstück. 2010 musste der Eckernförder Teil allerdings wegen Baufälligkeit demontiert werden und auch die Brücke in Riga muss neu aufgebaut werden.

Wie man die Brücke nun vor zukünftigen Schäden schützen kann, wollte vor allem Besucher Uwe Burscheid wissen. Die Feuchtigkeit im Holz war das Problem, nun werde aber Lerche- anstatt Kiefernholz verwendet. „Das hält das Klima besser aus“, so Weber. Außerdem soll sie mit Leinöl bestrichen werden, welches die Feuchtigkeit rein- sowie auch rauslassen könne.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen