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Eckernförder Zeitung

26. September 2017 | 09:30 Uhr

Der König und die Sache mit den Privilegien

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Empfang im Rathaus und auf dem Rathausmarkt für die Bürgerschützengilde von 1570

von
erstellt am 18.Mai.2016 | 06:41 Uhr

Eckernförde | Die neue Gildeeiche am Steindamm zählt seit diesem Jahr zum Marschplan der Bürgerschützengilde von 1570. Der kurze Halt und das „Schleswig-Holstein-Lied“ waren offenbar noch nicht im Zeitplan eingepreist, denn die Gilde war gestern beim Empfang im Rathaus 20 Minuten überfällig. Was allerdings kaum einen störte, weil der Hausherr, Bürgermeister Jörg Sibbel, an der Seite von Bürgervorsteherin Karin Himstedt mitmarschierten. Für den Bürgermeister war es der zehnte Rathausempfang beim 446. Gildefest. Sibbel begrüßte alle Gildeabordnungen aus Eckernförde, aber auch von den befreundeten Gilden und Schützenvereinen aus Heiligenhafen, Gotha, Kiel-Brunswik und Bohnert. Er erinnerte an die lange Tradition der Gilde, die durch die Mitglieder am Leben erhalten wird. Die Gilde sei ein „verbindendes Element zwischen den Generationen“ und stehe für Tradition, heimatliche Verbundenheit, Verantwortungsbewusstsein für die Stadt sowie Gemeinschaft und Kameradschaft. Diese„zeitlos gute Werte“ gelte es weiterhin zu wahren und zu pflegen. Die Gildefeierlichkeiten seien ein wichtiger Beitrag zum kulturellen und sozialen Leben in Eckernförde.

Gildekönig „Manfred der Tanzfreudige“ (Manfred Jensen-Zielasko) bat den Bürgermeister darum, die folgenden königlichen Privilegien wieder einzuführen:

> Steuerfreiheit im Königsjahr;

> freier Stellplatz in der Innenstadt; > zwei Mal pro Jahr Pflege des Hofgartens durch städtische Gärtner. Bürgervorsteherin Karin Himstedt griff dieses vornehme Anklopfen in ihrer Ansprache auf dem Rathausmarkt auf und verwies auf die mittlerweile auch in Eckernförde Einzug gehaltene Demokratie, in der die Politik die Entscheidungen zu treffen habe. Versprechen könnten sie und der Bürgermeister allerdings, dass das Privileg des Rathausem  pfangs beibehalten wird. Gildevorsitzender Aribert Bramhoff tauchte in seiner launigen Ansprache tief in die Stadt- und Gildegeschichte ein und ging dabei bis zu Waldemars Erdbuch aus dem Jahr 1197 zurück, in dem bereits die Eichhörnchenburg als Siedlungsflecken genannt wird. „Uns gab es schon im 15. Jahrhundert“, sagte Bramhoff, verbrieft sei die Bürgerschützengilde, die Hilfe bei Feuer, Wasser, Armut und Krankheit gewährleistet habe, aber erst 1570. Der erste Rathausempfang der Gilde fand 1939 unter Bürgermeister Böhm statt und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals 1951 wieder anberaumt.

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