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Eckernförder Zeitung

17. Oktober 2017 | 12:12 Uhr

Green Screen : Der grüne Herzschlag der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Preisverleihung des Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen: „Amerikas Naturwunder – Saguaro“ ist bester Film.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2015 | 05:58 Uhr

Eckernförde | „Alles ist grün, teilweise auch die Gesinnung“ – gewohnt souverän führte NDR-Moderator Christian Schröder am Sonnabend in der Stadthalle durch die Preisverleihung des 9. Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen. Mit der Gesinnung spielte er auf den Landesumweltminister Dr. Robert Habeck an, der gekommen war, um den vom Land gestifteten Preis „Wildes Schleswig-Holstein“ zu überreichen. Grün war die Gesinnung, verschnupft die Stimmung. Die deutliche Kritik des Festivalleiters Gerald Grote und von Bürgermeister Jörg Sibbel bei der Eröffnungsveranstaltung an der ungenügenden finanziellen Unterstützung des Landes (siehe EZ vom 12.9.) ging nicht spurlos an Habeck vorüber. „Ich bin nicht die Kultusministerin, aber wir können indirekt über einen Preis helfen als kleine Anerkennung“, sagte er und fügte noch hinzu: „Es ist irritierend, wenn das die Reaktion auf den Preis ist. Vielleicht müssen wir überlegen, ob man den Preis noch weiterhin haben will oder nicht.“ 5000 Euro beträgt die Dotierung, hinzu kommen weitere 5000 Euro zur Unterstützung des Festivals.

Das war dann aber auch das einzige Stimmungsfrösteln an diesem Abend, an dem in zweieinhalb Stunden 18 Preise verliehen wurden. Allen voran die Auszeichnung für den besten Film, gestiftet von der Stadt Eckernförde, die in diesem Jahr „Amerikas Naturwunder – Saguaro“ gewonnen hat. Der Film räumte auch den Preis für die beste Musik ab. Bürgervorsteherin Karin Himstedt sprach den Festivalmachern Mut zu: „Geben Sie die Hoffnung auf Landesmittel nicht auf.“ Sie seien zwingend erforderlich, da das Festival eine Dimension erreicht habe, die man auf Dauer allein nicht bewältigen könne.

Der Heinz Sielmann Filmpreis ging an „Warum sterben die Bienen“ von Christoph Würzburger. Inge Sielmann konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an dem Festival teilnehmen.

Den sh:z-Publikumspreis gewann der Film „Unter Störchen – Ein Dorf im Vogelfieber“ von Herbert Ostwald, der noch zwei Stunden zuvor den Zuschauern seiner Dokumentation nach der Präsentation im Rathaus Rede und Antwort stand. Der Film war im Vorfeld zusammen mit den Beiträgen „Wildes Sri Lanka – Waldwelt“ und „Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal ganz anders“ an 13 Standorten des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags gezeigt worden. Über 3000 Menschen sahen sich die Vorstellungen an und stimmten ab: Mit 1129 Stimmen gewannen die Störche, während die beiden anderen Beiträge jeweils 650 Stimmen auf sich vereinen konnten. „Wer einmal mit Green Screen infiziert ist, kommt immer wieder“, sagte der Sprecher der Chefredaktionen, Stephan Richter, bei der Übergabe der Trophäe aus gepresstem Sand.

Diese war in diesem Jahr anders organisiert: Einige Preise waren schon bei separaten Veranstaltungen vergeben worden, was den Zeitplan straffte. Die Preisjury saß an einem Tisch vor der Bühne, von wo aus sie ihre Begründungen für ihre Wahl vorlas. Auch in diesem Jahr vergab sie einen Sonderpreis: Für den Film „Peru’s Blood Red Ocean“ riskierte Stefan Austermühle sein Leben, um mit versteckter Kamera den illegalen und äußerst grausamen Fang von Delfinen auf großen Trawlern zu filmen, um aus ihnen Köder für den Haifischfang zu machen. Den von der Eckernförder Zeitung vergebene Preis für die beste Kamera erhielt der Film „Life Force – The Arid Namib“. Der Japaner Makoto Kita hatte jedoch nicht die weiteste Anreise, auch Filmemacher aus Australien und den USA waren angereist.

Durch die gewonnene Zeit war Platz für einen musikalischen Beitrag des chilenischen Musikers Daniel Puente Encina, der bei der After-Show-Party im Stadthallenrestaurant mit seiner Band für mächtig Dampf auf der Tanzfläche sorgte.

Festivalleiter Gerald Grote, normalerweise für seinen Wortwitz bekannt, schlug an diesem Abend besinnliche Töne an und erinnerte mit einer Bildcollage an den verstorbenen Jochen Hillers, der als ehemaliger Vorsitzender des Fördervereins mit viel Energie und Kreativität das Festival immer weiter vorantrieb. Als „Motor einer ganzen Region“ sei Geschwätzigkeit nicht sein Stil gewesen. „Er packte an“, so Grote. Diesem „wunderbaren Mann“ mit „permanent aufgekrempelten Ärmeln“ sei es zu verdanken, dass „aus einer kleinen Idee eines der größten Naturfilmfestivals der Welt“ geworden sei. „Jochen war ein Freund, mein Freund, ein Wohltäter dieser Stadt und eine Wohltat für die Menschen, die ihn kannten.“

Der Abend war mit der Preisverleihung aber noch nicht zu Ende. Bis 4 Uhr morgens feierten die Filmemacher ihre Siege im Stadthallenrestaurant bei Live-Musik. Erneut ging ein Lob von ihnen an die vielen Ehrenamtlichen und die Begeisterung der vielen Zuschauer. Für sie habe das Festival enorm an Bedeutung gewonnen.

>Die Siegerfilme werden heute zwischen 10 und 20 Uhr im Ratssaal, „Haus“ und OIC gezeigt.

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