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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 14:01 Uhr

EZ-Serie : Der Garten: Schön, gut und wahr

vom

Neue EZ-Serie "Bei uns im Garten": Zehn Folgen über die unterschiedlichen Aspekte des Gartenwesens.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 07:33 Uhr

eckernförde | Der Garten ist für viele Menschen Quelle der Erholung und Freude. In einer neuen Serie setzt sich die EZ zusammen mit dem Umweltförderverein und dem Kleingärtnerverein mit den unterschiedlichen Aspekten des Gartenwesens auseinander. Das Thema heute: Zusammenwirken.

Immer mehr Menschen entdecken neuerdings, dass ein Garten sie zufrieden, ja sogar glücklich macht. Wie ist es zu dieser Sichtweise gekommen?

Es liegt wohl auch an unserer komplizierten und schnelllebigen Welt. Flüchtige Momente erschweren ruhiges Abwägen. Viele Situationen im Leben sind nicht ein- sondern mehrdeutig. Aber beim Gärtnern können Menschen allmählich zur Ruhe kommen. Wenn sie säen, pflegen und ernten, sind viele zwar erschöpft, aber zufrieden. Sie werden geduldiger und damit achtsamer. Sie entdecken natürliche Zusammenhänge und sind bedacht, mehr zu wissen. So kann es in einem Haus- oder Koloniegarten zum Klönschnack über den Zaun hinweg kommen. Man lernt sich kennen, tauscht spontane Gedanken und erworbene Erfahrungen aus. Aus dem Nebeneinander kann ein Miteinander werden.

Mitmenschlichkeit zeigt sich dann, welche Maßstäbe wie angewendet werden. Wie sagen sie oder er etwas? Und warum? Drei wichtige Maßstäbe, die immer wieder angewendet werden, sind: Das Schöne, das Gute und das Wahre. Im Einzelnen:

Das Schöne:

Der eine findet den Nachbargarten schön, ja nachahmenswert, der andere nicht. Die Nachbarin wünscht sich nun auch die bunten, üppig blühenden, duftenden Stauden. Sie möchte diese auch haben, bittet um einen Ableger fürs nächste Jahr. Angesichts der unterschiedlichen Vorstellungen über Schönheit hat es sich als günstig erwiesen, wenn beide Nachbarn sich raten lassen: "Schau hin! Schau Dir an, was um Dich herum geschieht! Was können meine Nachbarn brauchen?"

Das Gute:

Über den feinen Geschmack von selbst geernteten Obst können sich wohlmeinende Gespräche entwickeln. Als schlecht bezeichnen es manche, wenn Unkräuter (= Beikräuter) auf benachbarte Flächen vorrücken. Das, was andere mühevoll geschaffen haben, zu zerstören, ist böse. Eine gute Gemüseernte dagegen spricht für sich selbst.

Das Wahre:

Es ist ein Genuss, im Gespräch etwas mitgeteilt zu bekommen, wenn dies in einem freundlichen, ja humorvollen Ton rüberkommt und sich den Vorstellungen der Zuhörer annähert oder sogar mit diesen deckt. Das Gegenteil ist dann der Fall, wenn jemand da ist, der seine Wahrheit durchsetzen möchte. Auch das Ausweichen ist, langfristig gesehen, nicht so günstig. Besser so: "Irren ist menschlich" - eine Bemerkung zum Schmunzeln.

Gehen verschiedene Menschen mit diesen Maßstäben ähnlich um, verstehen sie sich. Sie können zusammen wirken.

Na, sind Sie, liebe Leser, mir auf die Schliche gekommen? Das Schöne, das Gute und das Wahre, das sind doch humanistische Gedanken, stimmts?

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